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Gesundheitslexikon: HWS-Syndrom

HWS-Syndrom: Verspannungen und Schmerzen nahe der Halswirbelsäule

Das Halswirbelsäulensyndrom oder Zervikalsyndrom, abgekürzt HWS-Syndrom, bezeichnet Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die von der Halswirbelsäule (HWS) ausgehen.

Ursachen

Ein akutes HWS-Syndrom wird oft durch Zugluft oder durch ein Schleudertrauma infolge eines Unfalls ausgelöst. Chronische Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben, z. B. Störungen in den Wirbelverbindungen der Halswirbelsäule, eine einseitige Körperhaltung im Beruf oder Stress. Kommen Kopfschmerzen hinzu, kann eine erhöhte Muskelspannung der Auslöser sein. Oft ist auch eine Kombination verschiedener Ursachen verantwortlich.

Symptome

Die häufigsten Beschwerden beim HWS-Syndrom sind von der Halswirbelsäule ausstrahlende Schmerzen oder ein Steifheitsgefühl im Nacken- und Schulterbereich. Betroffene können ihren Kopf oft nur unter starken Schmerzen drehen. Bisweilen strahlen die Beschwerden bis in die Schulter aus, was zu Gefühlsstörungen in Armen und Händen führen kann. Diese werden als Schulter-Arm-Syndrom oder ‚Zervikobrachialgie’ bezeichnet. Durch das HWS-Syndrom ausgelöste Kopfschmerzen werden durch Stress und Anspannung verstärkt, klingen aber ab, wenn die Stress-Situation nachlässt, beispielsweise im Urlaub. Neben Kopfschmerzen kann ein HWS-Syndrom auch von Symptomen wie Sehstörungen, Ohrensausen und Schwindel begleitet sein. Insbesondere bei erhöhter psychischer Belastung können derartige Beschwerden auftreten.

Diagnose

Für die Diagnose werden Verfahren wie Röntgen, Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) verwendet, auch, um andere Erkrankungen auszuschließen. Dazu zählen Fehlstellungen der Wirbelsäule, Bandscheibenvorfälle, Tumore oder Gefäßveränderungen. Meist erkennt der erfahrene Orthopäde schon bei der körperlichen Untersuchung und bei der Aufnahme der Krankengeschichte, dass es sich bei den geschilderten Beschwerden um ein HWS-Syndrom handelt. Der Arzt kann bereits beim Abtasten der Schulter-und Nackenmuskulatur feststellen, ob diese verspannt ist und die Schmerzen verursacht. Weiterhin testet er, ob die Bewegung des Kopfes eingeschränkt ist und ein so genannter ‚steifer’ Nacken vorliegt.

Behandlung

Meist helfen gymnastische Übungen und die Behandlung der Nackenmuskulatur mit Wärme, um die Beschwerden zu lindern. Unterstützt werden können diese Maßnahmen durch Physiotherapie in Form von Massagen und Wärmebehandlung. Auch regelmäßiges Schwimmen in warmem Wasser ist ein probates Mittel gegen ein HWS-Syndrom. Bei sehr schmerzhaften Muskelverspannungen kann der behandelnde Arzt ein lokales Betäubungsmittel unter die Haut spritzen. Diese Quaddeltherapie lindert die Schmerzen und sorgt für eine Entspannung der Muskulatur. Eine Reizstrombehandlung (Iontophorese) kann ebenfalls eingesetzt werden. Hier wird eine geringe Dosis muskelauflockernder Medikamente mit elektrischem Strom in das verspannte Muskelgewebe eingebracht. Zuweilen wird auch Chirotherapie (Einrenken) angewendet, um Verspannungen zu lösen.

Vorbeugung

Vorbeugen gegen das HWS-Syndrom kann man mit einer ergonomischen Ausstattung des Arbeitsplatzes, um eine einseitige Haltung während der Berufsausübung zu vermeiden. Eine gesunde Körperhaltung verringert Nacken- und Kopfschmerzen. Leichte sportliche Betätigung zur Stärkung der Rückenmuskulatur kann dabei helfen, erst gar keine Beschwerden entstehen zu lassen oder das bereits vorliegende HWS-Syndrom zu bekämpfen. Hier gibt es zahlreiche gymnastische Übungen, die Sie als betroffene Person selbst ausführen können. Nebenbei können auch soziale Kontakte gefördert werden, wenn Sie sich einer Gruppe anschließen, die regelmäßig Rückengymnastik betreibt. Liegt zudem noch eine psychische Komponente vor, die für das HWS-Syndrom mitverantwortlich sein könnte, sind Entspannungsübungen wie autogenes Training zu empfehlen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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