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Gesundheitslexikon: Hospiz

Hospiz

Ein Hospiz ist eine Einrichtung, in der Sterbebegleitung geleistet wird. Dies kann stationär oder ambulant geschehen.

Die Grundlagen der Hospizbewegung

Die in einem Hospiz Tätigen sehen es als ihre Aufgabe, unheilbar Kranke und deren Angehörige im letzten Lebensabschnitt vor dem Tod zu betreuen und beim Sterbeprozess zu begleiten. Viele Menschen in den Industrienationen wünschen sich, zu Hause zu sterben und nicht in einem Krankenhaus. Trotz dieses Wunsches sieht die Realität in Deutschland anders aus. Die meisten Menschen sterben in Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Dem Wunsch der Todkranken zu entsprechen, ist ein Ziel der Hospizbewegung.

Ihren Anfang nahm diese Bewegung in den 1970er-Jahren von Amerika und Großbritannien aus. In den USA war es die Psychiaterin Dr. Elisabeth Kübler-Ross, die sich für einen menschenwürdigen Umgang mit Sterbenden einsetzte. In England gründete die Sozialarbeiterin und Krankenschwester Cicely Saunders im Jahr 1967 ein Haus zur Begleitung Sterbender, das sie Hospiz nannte. Von diesen beiden Impulsen ausgehend entstand die weltweite Hospizbewegung.

Das Hospiz-Konzept ist von fünf Kennzeichen geprägt

Es gibt Hospize mit unterschiedlichen formalen Strukturen. Gemeinsam sind allen Hospizen weltweit fünf Kennzeichen.

1. Der Sterbende und seine Angehörigen stehen im Mittelpunkt. Die Betroffenen sollen die Kontrolle behalten dürfen. Das unterscheidet ein Hospiz von einem Krankenhaus oder einem Pflegeheim. Dort sind Entscheidungen häufig an vorhandenen Therapiekonzepten oder Krankheitsvorstellungen ausgerichtet und nicht an den Wünschen der Patienten.

2. Die Betroffenen werden von einem interdisziplinären Team unterstützt. Dieses Team kann aus Ärzten, Pflegekräften, Sozialarbeitern, Seelsorgern und ehrenamtlichen Helfern bestehen. Die vielfältigen Bedürfnisse in der schwierigen Lebensphase vor dem Tod können so von unterschiedlichen Menschen so gut wie möglich erfüllt werden. Wichtig ist auch die gegenseitige Unterstützung der Teammitglieder untereinander, um zum Beispiel Burn Out entgegenzuwirken.

3. Freiwillige Helfer sind von vornherein vorgesehen. Sie sollen ein Stück Alltag in die Sterbebegleitung hinein bringen und damit auch den Sterbenden und ihren Angehörigen das Teilnehmen am Alltagsleben ermöglichen.

4. Die Sorge um die Schmerzfreiheit und die Erhaltung der Lebensqualität der Sterbenden. Dafür sind besonders gute Kenntnisse in der Schmerztherapie notwendig.

5. Die Fürsorge soll umfassend sein. Dazu gehört eine Erreichbarkeit auch nachts und am Wochenende. Genauso ist vorgesehen, dass die Angehörigen auch über den Tod des Kranken hinaus begleitet werden.

Unterschiedliche Hospiz-Angebote

In Deutschland gibt es verschiedene Organisationsformen, mit denen Hospizarbeit geleistet wird. Die ambulanten Hospiz-Dienste begleiten die Kranken und die betroffenen Familien entweder zu Hause, im Krankenhaus oder im Pflegeheim.

Daneben gibt es stationäre Hospize, in die die Betroffenen aufgenommen werden. Dies sind meist kleinere Einheiten mit wenigen Betten, in denen sich Fachkräfte und Freiwillige um die Sterbenden und deren Familien kümmern. Stationäre Hospize gibt es auch speziell für Jugendliche oder Kinder.

Aufnahmevoraussetzungen und Finanzierung

In Deutschland ist die Voraussetzung für die Aufnahme in ein Hospiz das Vorliegen einer unheilbaren Krankheit, die in absehbarer Zeit zum Tod führen wird und bei der keine Heilungschancen bestehen. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

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