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Gesundheitslexikon: HIV

HIV: Alles über das Humane Immundefizienz-Virus

In den 1980er Jahren wurde ein neues Virus beschrieben, das sich rasch zur Pandemie ausbreitete. Es handelte sich um das Humane Immundefizienz-Virus, besser bekannt als HIV. Das Virus zerstört das menschliche Immunsystem und führt nach einer Latenzphase zur gefürchteten und unheilbaren Krankheit AIDS.


In Europa wurden 2014 laut 'Spiegel' mehr als 142.000 Neuerkrankungen registriert. Besonders viele Neuinfektionen wurden in Osteuropa vermeldet, wo ungeschützter Geschlechtsverkehr unter Heterosexuellen sowie die gemeinsame Benutzung von Drogenbesteck die Hauptgründe für die Übertragung sind. Anders im westlichen Europa, hier wird das Virus vor allem unter homosexuellen Männern weitergegeben. Besonders häufig kommen HIV-Erkrankungen in Afrika vor. Botswana und Swaziland haben hier die höchsten Infektionsraten.

Ursachen

Das HI-Virus wird durch den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten einer infizierten Person übertragen. In der Regel handelt es sich dabei um Sperma, Scheiden- oder Analsekret, das bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr übertragen wurde. Auch über das Blut können die Viren in den Körper gelangen. Insbesondere Drogenabhängige, die gebrauchte Injektionsnadeln verwenden, sind gefährdet. Das Risiko einer Übertragung durch Blut und Blutprodukte stellt dank der engmaschigen Kontrollen in Deutschland aber kein Problem dar. Auch die Übertragung auf das ungeborene Kind während der Schwangerschaft kann dank medikamentöser Behandlung meist verhindert werden.


Symptome

Tage bis Wochen nach der Übertragung von HIV tritt eine akute Erkrankung auf, die einem grippalen Infekt ähnelt. Der Patient klagt über Fieber, geschwollene Lymphknoten, Abgeschlagenheit oder einen juckenden Hautausschlag. Diese Symptome verschwinden zwar wieder, jedoch vermehren sich die HI-Viren im Körper und schwächen nach und nach das Immunsystem. Beschwerden bleiben in der Regel zuerst aus, deshalb wird von einer Latenzphase gesprochen. Diese dauert im Schnitt zehn Jahre.

Infolge der Virenausbreitung stehen immer weniger T-Helferzellen, die ein wichtiger Teil des Immunsystems sind, zur Verfügung. Es folgen Erkrankungen wie Gürtelrose, Pilzinfektionen im Mund oder auch Symptome wie Schwellungen der Lymphknoten am Hals oder in der Leiste. Im Krankheitsverlauf bricht das Immunsystem schließlich zusammen und kann den Körper nicht mehr gegen Viren, Pilze oder Bakterien verteidigen. Infektionen, die bei gesunden Menschen meist harmlos verlaufen, können lebensgefährlich sein. Diese Phase der Erkrankung wird als AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome) bezeichnet.

Diagnose

Ständige Abgeschlagenheit sowie untypische Pilzinfektionen und Infektanfälligkeit können für den Arzt Hinweise auf eine HIV-Infektion sein. Eine Blutuntersuchung gibt Klarheit, nämlich wenn HIV-Antikörper nachgewiesen werden. Durchaus gängig ist der fälschlicherweise 'AIDS-Test' genannte Bluttest, der aufgrund wechselnder Sexualpartner, Vergewaltigungen oder nach direktem Kontakt mit dem Blut fremder Menschen durchgeführt wird.

Behandlung

Ein positiver HIV-Test zieht keine unmittelbare medikamentöse Behandlung nach sich. Sind keine Krankheitszeichen sichtbar und haben die T-Helferzellen gute Werte, so wird üblicherweise nicht behandelt. Sobald allerdings Symptome auftreten oder sich die Viren schnell vermehren, wird eine antiretrovirale Therapie begonnen. Eine HIV-Infektion ist bis dato nicht heilbar, Medikamente können das Fortschreiten der Erkrankung aber hinauszögern.

Vorbeugung

Nur die Benutzung eines Kondoms beim Geschlechtsverkehr kann eine Übertragung des HI-Virus verhindern. Drogenabhängige sollten den Gebrauch benutzter Nadeln unbedingt vermeiden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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