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Gesundheitslexikon: Heuschnupfen

Heuschnupfen: So leiden Allergiker in der Pollensaison

Der Heuschnupfen, der auch als Pollenrhinopathie oder als saisonale allergische Rhinitis bezeichnet wird, ist eine der häufigsten Allergien in Deutschland. Bei der Pollenallergie handelt es sich um eine allergische Reaktion auf kleinste Blütenstaubteilchen von Gräsern, Kräutern und Bäumen. Üblicherweise tritt die saisonale allergische Rhinitis schon in der Kindheit auf, die Allergie bricht aber immer öfter auch spontan im Erwachsenenalter aus. Die klassische Hauptsaison für Heuschnupfen sind die Monate April bis August, allerdings können Frühblüher- oder Spätblüherpollen auch schon ab Februar oder bis Dezember Symptome auslösen.

Ursache

Der tatsächliche Auslöser von Heuschnupfen ist den Medizinern nach wie vor ein Rätsel. Mit ziemlicher Sicherheit tragen aber einige Risikofaktoren zur Entstehung der Krankheit bei. So dürfte die Vererbung eine Rolle spielen, denn Kinder von Allergiker-Eltern haben ein erhöhtes Risiko, selbst Allergien zu entwickeln. Ein weiterer Grund könnte in der Hygienehypothese zu finden sein. Wird das Immunsystem in der Kindheit aufgrund ausgeprägter Hygiene nicht ausreichend gefordert, so kann das Abwehrsystem später selbst gegen harmlose Substanzen vorgehen. Tabakrauch ist ebenfalls ein Risikofaktor, deshalb sollte in der Gegenwart von Kindern niemals geraucht werden.

Kommt es zu einer Pollenallergie, so werden die Symptome durch eine überschießende Reaktion des Immunsystems ausgelöst. Das körpereigene Abwehrsystem ist darauf programmiert, Krankheitserreger oder unerwünschte Partikel zu bekämpfen. Beim Heuschnupfen irrt das Immunsystem aber und geht gegen die harmlosen Eiweiße der Pollen wie gegen einen Krankheitserreger vor. Sobald die Blütenpollen die Nasen- und Augenschleimhäute berührt haben, bildet das Abwehrsystem Antikörper. Infolge zeigt sich die Abwehrreaktion des Körpers in den typischen Heuschnupfen-Symptomen.

Klassische Pflanzenpollen stammen von den früh blühenden Bäumen Hasel und Erle, später von Pappel, Esche, Buche oder Birke. Bei den Gräsern lösen vor allem Lieschgras und Spitzwegerich, bei den Kräutern Ragweed und Beifuß allergische Reaktionen aus.

Symptome

In erster Linie sind beim Heuschnupfen Nase und Augen betroffen. Die Pollenallergie führt zu Niesattacken, einer behinderten Nasenatmung, zu tränenden und juckenden Augen (chronische Bindehautentzündung) oder lässt die Lider anschwellen. Patienten berichten zudem von Juckreiz oder Brennen am Gaumen und Rachen sowie von Müdigkeit und Schlafstörungen.

Diagnose

Anhand der Anamnese wird der Arzt einen Allergietest veranlassen. Dieser besteht aus einem Haut- sowie einem Labortest und gibt Auskunft darüber, auf welche Pollen der Patient allergisch reagiert.

Behandlung

Zur Behandlung von Heuschnupfen stehen mehrere Möglichkeiten offen. Da wäre zum einen die Allergenvermeidung. Anhand des Pollenflugkalenders kann der Betroffene feststellen, wann welche Pollen unterwegs sind und der Information entsprechend den Aufenthalt im Freien meiden. Gegen die Symptome können Medikamente gut helfen. Augentropfen, Nasensprays oder Cremes können ebenso Erleichterung verschaffen wie Antiallergika, Antihistaminika oder Kortison, die der allergischen Entzündung entgegenwirken.

Die Hyposensibilisierung in Form einer Impfkur geht nicht gegen die Symptome, sondern gegen die verursachenden Pollen vor. Dabei wird der Körper mit immer steigenden Mengen des Auslösers belastet. Durch diesen Vorgang soll das körpereigene Abwehrsystem eine Toleranz gegen den Auslöser entwickeln.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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