Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Herzschrittmacher

Herzschrittmacher – das Gerät, das den Herzschlag wieder in Takt bringt

Wenn das Herz unregelmäßig oder zu langsam schlägt, kann das für den Betroffenen zur Belastung werden. Beschwerden wie Schlappheit bei kleinster Anstrengung bis hin zu Herzstolpern oder Schwindelattacken werden beobachtet. Um das Herz dauerhaft im Takt zu halten, hat sich der Herzschrittmacher etabliert. Das kleine Gerät regt das Herz durch einen elektrischen Impuls an und sorgt für einen regelmäßigen Herzschlag.

Von Herzrhythmusstörungen sind vor allem ältere Menschen betroffen. Laut des Deutschen Herzschrittmacher-Registers zählen die Implantationszahlen in Deutschland zu den höchsten der Welt. 2012 wurden mehr als 70.000 Herzschrittmacher implantiert.

Wer benötigt einen Herzschrittmacher?

In den meisten Fällen führen Herzrhythmusstörungen zu einer Implantation. Der AV-Block, das Sick-Sinus-Syndrom oder der Schenkelblock sind häufige Indikatoren. Bei diesen Krankheiten sind die elektrischen Impulse im Herzmuskel zu langsam oder fallen ganz aus. Die typischen Symptome einer Herzrhythmusstörung sind Schwäche, Schwindel und Ohnmachtsanfälle. Setzt der Herzimpuls komplett aus, kommt es zum Herzstillstand.

Manchmal kann das Herz auch zu schnell schlagen, dann können Beschwerden wie Atemnot, Benommenheit, Brustschmerzen oder Herzrasen auftreten. Auch in diesem Fall kann ein Herzschrittmacher Abhilfe schaffen, das Gerät funktioniert dann aber wie ein Defibrillator oder ein implantierter Kardioverter. Selten ist die Implantation eines Herzschrittmachers aufgrund eines Herzinfarktes oder einer Bypassoperation.

Welche Herzschrittmacher gibt es und wie wird das Gerät implantiert?

Bei den Herzschrittmachern wird unterschieden zwischen Einkammer-, Zweikammer- und Dreikammerschrittmachern. Welche Art des Gerätes implantiert wird, hängt von der Erkrankung ab. Die modernen Geräte passen sich dem Träger in allen Lebenssituationen an. Mittels Sensoren kann der Herzschrittmacher die Frequenz der Tätigkeit des Herzpatienten entsprechend steuern.

Die Implantation wird bei vollem Bewusstsein des Patienten durchgeführt, der Operationsbereich wird unter örtliche Betäubung gesetzt. Über einen kleinen Hautschnitt unterhalb des Schlüsselbeines führt der Chirurg die Sonden des Geräts zum Herz. Anschließend wird der Herzschrittmacher angeschlossen und überprüft. Danach wird das Gerät ins Unterhautfettgewebe eingesetzt und die Haut über dem Schrittmacher vernäht. In der Regel dauert die Operation nur etwa eine Stunde, schon ein paar Stunden nach dem Eingriff kann der Patient wieder aufstehen.

Kontrolle und Lebensdauer

Im ersten halben Jahr sind regelmäßige Kontrollen vorgesehen, danach sind diese in der Regel nur mehr ein- bis zweimal pro Jahr notwendig. Bei den Kontrollterminen wird sowohl die Funktionsfähigkeit als auch die Leistung der Batterie geprüft. Neigt sich Letztere dem Ende zu, so werden engmaschigere Kontrollen durchgeführt. Die Lebensdauer von modernen Herzschrittmachern wird mit acht bis zwölf Jahren beschrieben. Danach wird das Gerät ausgewechselt, gut funktionierende Elektroden müssen aber nicht getauscht werden.

Leben mit den Herzschrittmacher

Schon wenige Wochen nach der Operation ist der Körper wieder fit. Die Patienten fühlen sich in der Regel belastbarer als zuvor und müssen sich nicht einschränken. Lediglich im Umgang mit elektrischen Geräten ist Vorsicht geboten. Elektromagnetische Felder können die Frequenz des Herzschrittmachers stören, ein Abstand von 15 bis 30 Zentimetern zum Gerät reicht aber bereits.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige