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Gesundheitslexikon: Heroin

Heroin: eine der gefährlichsten Drogen der Welt

Bei Heroin handelt es sich um eine stark süchtig machende Droge. Einer der Gründe, der Straßenheroin so gefährlich macht, ist die Tatsache, dass der Süchtige nicht weiß, wie rein oder gestreckt es ist. Somit wird eine Überdosierung zur permanenten Gefahr. Statistiken zufolge soll es weltweit circa 9,2 Millionen Abhängige geben.

Was ist Heroin?

Heroin wird aus dem Saft des Schlafmohns gewonnen und anschließend aus Rohopium synthetisiert. In seiner Reinform handelt es sich um ein feines, weißes Pulver, das geschnupft, gespritzt oder geraucht wird. Das Spritzen ist die häufigste Konsumform, da dadurch die Wirkung bereits nach wenigen Sekunden eintritt. Die Droge wurde erstmals 1898 von der Firma Bayer auf den Markt gebracht und wurde als vermeintlich harmloser Ersatz für Morphium vermarktet. Bald zeigte sich jedoch das hohe Abhängigkeitsrisiko, das schon nach einem einzigen Schuss gegeben ist. Die desaströsen Auswirkungen der Sucht wie körperliche, emotionale und soziale Verwahrlosung sorgten dafür, dass man bald davon abkam, Heroin als Ersatzdroge handeln zu wollen.

Wirkungsweise und Problematik

Beim erstmaligen Verwenden von Heroin kommt es zu einer ausgeprägten Euphorie. Probleme treten für ein paar Stunden völlig in den Hintergrund, der Konsument ist extrovertiert und gut gelaunt. Doch schon nach wenigen Malen lässt die Wirkung nach und immer höhere Dosen der Droge sind notwendig, um den nächsten 'Kick' zu erleben. Die Betroffenen rutschen sehr schnell in eine ausgeprägte Abhängigkeit ab und verlieren häufig alles. Neben der Beschaffungskriminalität und dem Beschaffungsdruck sowie den daraus folgenden Auswirkungen auf die Gesundheit hat Heroin auch unmittelbar Folgen für Körper, Seele und Geist: Folgeerscheinungen sind Zahn- und Zahnfleischprobleme, Depressionen, ein Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit, Schlaflosigkeit, Ausschlag im Gesicht, Erkrankungen der Atemwege, Muskelschwäche usw. Schon wenige Stunden nach dem letzten Konsum stellt sich ein brutaler Entzug mit Durchfall und Erbrechen, Schmerzen in den Knochen und den Muskeln, ausgeprägter Unruhe und Schlaflosigkeit sowie Zittern und kaltem Schweiß ein. Ein körperlicher Entzug kann bis zu einer Woche dauern. Die psychische Abhängigkeit ist damit jedoch nicht beseitigt.

Behandlung und Therapie

Als Mittel der Wahl, um Heroinsucht zu behandeln, gilt heute Methadon, das seit Mitte des 20. Jahrhunderts auf dem Markt ist. Es dämmt die Entzugserscheinungen sowie das Hoch bei Heroinkonsum. Auf diese Weise sollen die Betroffenen von der Straße weg, zurück in ein geregeltes Leben geführt werden. Allerdings weiß man inzwischen auch, dass Methadon selbst stark süchtig machend ist. Ein Entzug kann bis zu vier Wochen dauern. Für Abhängige, die bereits fünf Jahre oder länger Heroin konsumiert haben, mindestens zwei Behandlungen abgebrochen haben und 23 Jahre oder älter sind, existiert in einigen Städten Deutschlands mittlerweile eine Substitution mit sogenanntem Diamorphin. Dabei handelt es sich um künstlich hergestelltes Heroin, das kontrolliert in approbierten Praxen abgegeben wird. Ziel ist es, dass Betroffene sich langfristig von der Drogenszene lösen und wieder in die Gesellschaft integriert werden. Grundsätzlich ist der Weg aus der Sucht mühsam und langwierig. Häufig kommt jede Hilfe zu spät und Betroffene erliegen den Auswirkungen ihrer Abhängigkeit.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Heroin, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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