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Gesundheitslexikon: Hepatitis B

Hepatitis B: Ursachen, Symptome und Behandlung der Leberentzündung

Hepatitis B ist eine Leberentzündung, die durch den gleichnamigen Hepatitis B-Virus (HBV) ausgelöst wird. Bei der Erkrankung handelt es sich um eine der häufigsten Infektionskrankheiten der Welt. Geschätzte zwei Milliarden Menschen waren bereits einmal mit dem Virus infiziert, etwa 300 bis 420 Millionen Menschen tragen das Virus dauerhaft in sich.

Ursachen

Das Hepatitis B-Virus ist in Blut und Körperflüssigkeiten wie Speichel, Sperma, Muttermilch oder Tränenflüssigkeit zu finden. In den Industrieländern wird die Krankheit besonders häufig beim Geschlechtsverkehr übertragen. Eine Ansteckung ist aber auch bei Gebrauch verunreinigter Gegenstände möglich. Gemeinsam genutzte Zahnbürsten und Rasierapparate, verunreinigte Tätowierinstrumente oder gebrauchte Spritzen und Kanülen können eine Infektion auslösen. Schwangere HBV-Patientinnen übertragen zudem häufig während der Geburt die Infektion auf das Kind. Die Ansteckung im Zuge einer Bluttransfusion ist aufgrund der strengen Hygienerichtlinien heutzutage kaum mehr möglich.

Symptome

Die Inkubationszeit bei Hepatitis B liegt zwischen vier Wochen und sechs Monaten. Erste Anzeichen einer akuten Erkrankung sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, Müdigkeit, leichtes Fieber und Gelenkschmerzen. Rund ein Drittel der Infizierten zeigt zudem Symptome einer Gelbsucht. Dabei wird die Haut sowie das Weiße der Augen gelb, der Urin dunkel und der Stuhl entfärbt sich.

Ist die Infektion nach sechs Monaten noch nicht ausgeheilt, so spricht man von einer chronischen Erkrankung. Von dieser sind rund fünf bis zehn Prozent aller erwachsenen Patienten und fast 90 Prozent aller infizierten Neugeborenen betroffen. Während einige Patienten keinerlei Symptome zeigen, entwickelt sich bei anderen Infizierten eine dauerhafte Leberentzündung, die im schlimmsten Fall zur Leberzirrhose führen kann.

Diagnose

Die typischen Beschwerden sowie eine entsprechende Risikokonstellation (etwa ungeschützter Geschlechtsverkehr oder Drogensucht) können einen Hinweis auf Hepatitis B geben. Eine Blutuntersuchung mit einem erhöhten GPT-Wert zeigt eine Erkrankung der Leber an. Das Virus selbst wird ebenfalls im Blut nachgewiesen, durch Antikörper, die bei der Bekämpfung der Krankheit helfen. Bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf kann zudem eine Ultraschalluntersuchung zur Abklärung von Veränderungen im Lebergewebe notwendig sein.

Behandlung

Eine akute Hepatitis B wird symptomatisch behandelt, wobei Medikamente häufig gar nicht notwendig sind. Körperliche Schonung, eine ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von leberbelastenden Medikamenten und Nahrungsmitteln sowie Alkohol sind wichtige Schritte zur Genesung. In mehr als 90 Prozent aller Erkrankungen heilt Hepatitis B nach vier bis sechs Wochen komplikationslos aus. Eine einmal durchgemachte Infektion führt zur lebenslangen Immunität.

Bei besonders schwerem Verlauf der akuten Hepatitis B sowie bei der chronischen Erkrankung kommen Arzneimittel zum Einsatz, die das Ausbreiten des Virus stoppen und zur Genesung beitragen.

Vorbeugung

Gegen Hepatitis B gibt es eine Schutzimpfung, die Kindern üblicherweise bereits in den ersten Lebensmonaten im Zuge der Sechsfachimpfung verabreicht wird. Erwachsene sollten insbesondere bei einem erhöhten Infektionsrisiko von der Impfung Gebrauch machen. Eventuell macht auch die Kombinationsimpfung aus Hepatitis A und B Sinn.

Darüber hinaus empfiehlt es sich, beim Geschlechtsverkehr ein Kondom zu benutzen und niemals Zahnbürsten, Nagelscheren oder Rasierutensilien mit infizierten Personen zu teilen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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