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Gesundheitslexikon: Heilfasten

Was ist Heilfasten?

Das Heilfasten wird seit mehr als 2500 Jahren praktiziert, um Giftstoffe aus dem Körper zu schwemmen und den Körper zu regenerieren. Dabei wird auf bestimmte Speisen sowie Getränke völlig oder nur teilweise verzichtet. Das Heilfasten wirkt sich nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Psyche aus. Giftstoffe, das sind Abfallstoffe in den Körperzellen, lagern sich vor allem im Darm und im größten Entgiftungsorgan des Menschen, der Leber, an. Deren Ausscheiden kann durch ungesunde Nahrung, die Konservierungs- und Farbstoffen enthält, oder durch Medikamente verhindert werden. Ein zeitweises Heilfasten kann helfen, diese aus dem Körper abzutransportieren. Eine Heilfastenkur kann zwischen einem Tag und mehreren Wochen dauern. In vielen Religionen gehört das Fasten zu einem religiösen Ritual. Das Heilfasten hingegen geschieht unabhängig von religiösen Motivationen, hat aber für manche Menschen dennoch einen spirituellen Charakter. Das Fasten hat zudem nichts mit einer Diät zur Gewichtsabnahme gemein.

Welche verschiedenen Formen gibt es?

Es gibt viele verschiedene Varianten des Heilfastens. Diese können Sie auch zu einer persönlichen Methode modifizieren. Besonders im beruflichen Alltag ist es ratsam, eine individuelle Form zu wählen, damit Sie nicht an Leistung verlieren. Ursprünglich haben die Menschen während des Heilfastens lediglich Wasser und Tee zu sich genommen. Der deutsche Arzt Otto Buchinger entwickelte in den 1930er-Jahren das Buchinger-Heilfasten, bei welchem außerdem Gemüsebrühen und Säfte zum Einsatz kommen. Zusätzlich empfahl er Einläufe und körperliche Bewegung. Es gibt zudem die Varianten des Saft-, Tee-, Molke- oder des Früchtefastens. Besondere Formen des Heilfastens sind die Franz-Xaver-Mayr-Kur, die Breuss-Kur und die Schrothkur. Zur Unterstützung des Stoffwechsels können Sie auch Elemente der Naturheilkunde und der Alternativmedizin mit einfließen lassen.

Wie wird Heilfasten durchgeführt?

Das Heilfasten gliedert sich in drei Etappen. Den Entlastungstagen folgen die Vollfastentage und diesen schließen sich die Aufbautage oder das sogenannte Fastenbrechen an. Der Körper muss zunächst auf die bevorstehende Fastenzeit vorbereitet werden. Dazu wird an den vorangehenden Tagen die Nahrungsaufnahme reduziert und durch Flüssigkeit kompensiert. Anschließend folgen die eigentlichen Fastentage. Während dieser wird ausschließlich Flüssigkeit zu sich genommen und die Energiezufuhr auf ein Mindestmaß beschränkt. Das Fastenbrechen wird durch schrittweises Zuführen von Nahrung eingeleitet. Vor Beginn einer Heilfastenkur sollte eine ärztliche Blutuntersuchung durchgeführt werden. Diese dient dazu, bestimmte Vorerkrankungen auszuschließen, die bisher noch nicht entdeckt wurden. Während einer mehrwöchigen Heilfastenkur müssen die Blutwerte regelmäßig kontrolliert werden, um einen Nährstoffmangel abzuwehren.

Worauf sollten Sie beim Fasten achten?

Fasten ist keine Nulldiät! Wichtige Vitalstoffe und Flüssigkeit müssen dem Körper weiterhin zugeführt werden. Wenn Sie unsicher sind, beraten Sie sich mit einem Arzt. Er kann feststellen, ob das Fasten in Ihrem Fall unbedenklich ist. Bei bestimmten Krankheiten kann das Heilfasten lebensgefährlich werden. Dies betrifft vor allem schwangere und stillende Frauen, Kinder, Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion, Untergewichtige sowie Personen, die generell unter Essstörungen leiden. Weiterhin dürfen Diabetiker des Typs 1, Krebspatienten, psychisch Kranke und Menschen mit Durchblutungsstörungen des Gehirns nicht fasten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über das Heilfasten, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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