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Gesundheitslexikon: Heilerde

Heilerde: eines der ältesten heiltherapeutischen Mittel der Menschheit

Heilerde wird aus Ablagerungen der Eiszeit gewonnen und ist daher keimfrei. Aufgrund ihres hohen Gehalts an Mineralien nutzen seit jeher sowohl Menschen als auch Tiere ihre heilende Wirkung. Heilerde kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Sie wird zu Kosmetika oder zu heiltherapeutischen Präparaten in Form von Kapseln, Pulver oder anderen Produkten verarbeitet.

Vorkommen

Entstanden ist Heilerde in der Eiszeit und kommt als Gesteinsstaub oder in fester Form vor. Gefördert wird sie aus großen Tiefen, weshalb sie frei von Keimen und reich an Mineralien ist. Danach wird sie nachbehandelt, indem sie pasteurisiert, erhitzt und getrocknet wird. Heilerde kann aus Löss, Lehm, Ton oder Moorerden zusammengesetzt sein und erscheint, je nach Ursprungsort, in verschiedenen Farben. Es gibt grüne, gelbe, rote, weiße und rosafarbene Heilerde. Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe variiert ebenfalls je nach Abbaugebiet. Etwa zehn Prozent der Erdoberfläche sind mit Lössschichten bedeckt. Die Sedimentschichten kommen außer in der Antarktis auf allen Kontinenten vor, hauptsächlich aber in den mittleren Breiten.

Anwendung und Wirkungsweise

Enthalten sind in der Heilerde vor allem Kieselsäure, Quarz, Kalk- und Feldspat, Dolomit, die Mineralien Kalzium, Kalium, Magnesium, Natrium, Eisen, Titan und Silizium sowie Spurenelemente, wie Selen, Zink, Fluor und Kupfer. Heilerde hat eine hohe Bindungsfähigkeit und kann viel Wasser aufnehmen. Ihre heilende Wirkung wurde bereits in der Antike zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Heilerde in Form von Pulver kann mit Wasser zu einer Art Schlamm verrührt werden. Anstelle von Wasser kann auch Kamillentee verwendet werden. Dieser wirkt zusätzlich beruhigend sowohl auf der Haut als auch für Magen und Darm. In Form von Umschlägen kann Heilerde Schmerzen in Gelenken lindern. Dazu sollten mehrmals täglich lauwarme Packungen für etwa 20 bis 30 Minuten auf die betroffenen Stellen gelegt werden. Als Maske aufgetragen oder als leichtes Peeling verwendet eignet sich Heilerde hervorragend bei Hautunreinheiten und Pickelchen. Selbst Entzündungen durch Insektenstiche und Aknepickel können punktuell mit Heilerde behandelt und gemindert werden. Innerlich angewendet wirkt sie verdauungsfördernd und bindet Gift- sowie Bitterstoffe aus dem Darm. Auch bei Durchfall und Sodbrennen soll Heilerde in der Lage sein, Beschwerden wie Krämpfe und Blähungen lindern. Dazu lösen Sie etwa ein bis zwei Teelöffel Heilerdepulver in einem Glas Wasser oder Tee auf und trinken die Mischung am besten auf nüchternen Magen. Dies können Sie mehrmals täglich wiederholen. Während eines Heilfastenprogramms unterstützt die Einnahme von Heilerde die Entgiftung des Körpers und wirkt sich positiv auf die Darmflora aus.

Wichtige Hinweise

Da die Einnahme von Heilerde die Wirkstoffe von Medikamenten binden bzw. unwirksam machen kann, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren, bevor Sie Heilerde verwenden. Trinken Sie bei einer innerlichen Anwendung viel Wasser. Der hohe Anteil an Silizium kann zu Harnsteinbildung führen. Auch bei der äußerlichen Anwendung sollten Sie darauf achten, dass Ihre Haut nicht zu sehr austrocknet. Behandeln Sie bei Akne lieber nur betroffene Stellen, als den Schlamm großflächig zu verteilen oder reichern Sie den Heilerdebrei mit einem pflegenden Öl an, wenn Sie Gelenkumschläge auflegen möchten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilerde kann in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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