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Gesundheitslexikon: Harnsäure

Harnsäure: Warum eine zu hohe Konzentration gefährlich werden kann

Harnsäure entsteht beim Abbau von DNA, ist also ein natürliches Abfallprodukt. Grundsätzlich hat sie nichts Schlechtes an sich – so schützt sie beispielsweise die Blutgefäße. Sind die Werte im Blut allerdings zu hoch, kristallisiert sie und lagert sich in Gelenken oder den Nieren ab – es drohen Krankheitsbilder wie Gicht oder Nierensteine. Mit zunehmendem Alter treten vermehrt erhöhte Harnsäurewerte auf. Aber auch eine ungesunde Ernährung begünstigt die Bildung von Harnsäure.

Eine zu hohe Harnsäure-Konzentration tritt bei Frauen und Männern auf

Während fast 20 Prozent aller Männer zu viel Harnsäure im Blut haben, sind Frauen meist erst ab den Wechseljahren betroffen. Um Harnsäure zu reduzieren, können Medikamente wirksam eingesetzt werden. Es gibt aber auch natürliche Behandlungs- und Vorsorgemethoden, bei denen mit weniger bis gar keinen Nebenwirkungen zur rechnen ist. Wie am besten gegen überhöhte Harnsäurewerte vorzugehen ist, hängt von den Ursachen ab.

Wie ein Überschuss an Harnsäure entsteht

Eine der häufigsten Ursachen für einen zu hohen Anteil an Harnsäure ist eine falsche Ernährung. Wenn Sie viele Lebensmittel konsumieren, die Purine enthalten, wird der Wert steigen. Purine sind Bestandteil der DNA und daher in fast allen Lebensmitteln enthalten. Besonders häufig kommen sie in Fleisch, Wurst, Fisch und Meeresfrüchten vor. Um den Purinanteil gering zu halten, sollten Sie also darauf achten, nicht zu viel Fleisch zu sich zu nehmen.

Eine weitere Ursache für hohe Harnsäurewerte ist ein verstärkter Zellabbau. Dieser steigert sich naturgemäß mit dem Alter. Aber auch bei Krankheiten wie Leukämie oder aufgrund einer Chemotherapie beschleunigt sich der Zellabbau.

Wenn Ihr Körper durch eine Nierenschwäche nicht dazu in der Lage ist, genug Harnsäure aus dem Körper zu leiten, kann dies ebenfalls zu erhöhten Werten führen.

Letztlich haben auch Medikamente (z. B. Mittel gegen Bluthochdruck oder zur Blutverdünnung) bisweilen die Nebenwirkung, Harnsäure im Körper zu vermehren.

Gicht und Nierensteine durch zu hohe Harnsäurewerte

Bei dauerhaft erhöhten Harnsäurewerten können Sie an Gicht erkranken. Bei der schubweise auftretenden Gicht kommt es in den Gelenken durch Ablagerungen von Harnsäurekristallen zu Knochenresorptionen und Knorpelveränderungen. Diese können überaus schmerzhaft sein. Letztlich kann Gicht zu Nierenversagen führen.

Lagern sich die Harnstoffkristalle in den Nieren ab, spricht man von Nierensteinen. Diese müssen häufig operativ entfernt werden. Tut man dies nicht, besteht die Gefahr, dass sie in die Harnleiter gelangen und dort Koliken auslösen. Diese können nicht nur überaus schmerzhaft sein, sondern auch einen Urinstau verursachen und somit die Nieren schädigen.

Behandlungsmöglichkeiten

Um Gichtanfällen und Nierensteinen vorzubeugen, muss die Harnsäure im Blut reduziert werden. Um das zu erreichen, haben Sie und Ihr Arzt die Möglichkeit, verschiedene Medikamente einzusetzen. Sogenannte Urikosurika steigern die Aussonderung von Harnsäure über den Urin. Sie sind jedoch nur bei gesunden Nieren zu empfehlen, da diese durch das Medikament stark gefordert werden. Andere Nebenwirkungen können zu Beginn ebenso Gichtanfälle, Verdauungsstörungen und Hautausschläge sein.

Urikostatika wie Allopurinol werden häufiger eingesetzt, da diese die Produktion von Harnsäure hemmen. Sie können jedoch zu Nebenwirkungen wie Hautekzemen oder Verdauungsstörungen führen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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