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Gesundheitslexikon: Hangover

Was bei einem Hangover bzw. Kater wirklich hilft

Ein Hangover ist ein 'Kater' nach übermäßigem Alkoholgenuss. Mediziner nennen diesen Zustand Alkoholintoxikation. Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, ein flaues Gefühl im Magen und Gedächtnislücken plagen den Betroffenen.

Ursachen

Hauptursache für den Hangover ist eine Dehydration des Körpers. Grund dafür: Alkohol steigert den Harndrang, sodass Flüssigkeit vermehrt ausgeschieden wird. Dabei werden dem Körper wichtige Vitalstoffe entzogen und die Schleimhäute trocknen aus. Das im Alkohol enthaltene Ethanol wird hauptsächlich durch die Leber abgebaut. In einem Zwischenschritt produziert sie dazu giftiges Acetaldehyd. Dieses hat einen schädlichen Einfluss auf die körpereigenen Eiweiße und fördert Kopfschmerzen sowie Übelkeit. Zudem reizt ein übermäßiges Trinkverhalten die Magen- und Darmschleimhäute. Schließlich beeinträchtigt Alkohol die Glutamat-Rezeptoren, was zu einer Verminderung der Gedächtnisfunktion führt. Das Langzeitgedächtnis setzt aus und 'Filmrisse' entstehen. Qualitativ minderwertige alkoholische Getränke enthalten, neben Ethanol, zudem Methanol. Dieses wirkt sich äußerst toxisch aus und kann zu starken Kopfschmerzen sowie im Extremfall zum Erblinden führen.

Symptome

Die Symptome am Morgen nach einer durchzechten Nacht ähneln sich bei nahezu allen Betroffenen. Sie äußern sich in Form von starken Kopfschmerzen, dem sogenannten 'Brummschädel', Müdigkeit, Unwohlsein und einem flauen Gefühl im Magen. Diese Symptome münden häufig in eine Magenschleimhautentzündung, die zum Erbrechen führt. Meist folgt darauf Appetitlosigkeit. Nach starkem Alkoholkonsum werden außerdem meist die motorischen und geistigen Fähigkeiten eingeschränkt. Der Betroffene kann sich kaum äußern, hat Probleme damit, sich auf den Beinen zu halten und ihm ist schwindlig. Zuweilen kann der Harndrang nicht mehr kontrolliert werden, was zu einem Einnässen führt. Weiterhin kommt es häufig zu Gedächtnisverlust, da Vorgänge und Ereignisse nicht im Langzeitgedächtnis gespeichert werden können. Außerdem treten bei schweren Fällen nicht selten Depressionen, Schuldgefühle und Angstzustände bei den Betroffenen auf.

Diagnose

Bei jedem Alkoholgenuss, dem eins oder mehrere der genannten Symptome folgen, handelt es sich um eine Alkoholvergiftung. Diese wird in vier Stadien untergliedert: Exzitation, Hypnose, Narkose und Asphyxie. Am häufigsten treten die ersten beiden Stadien auf, wobei das zweite in Erbrechen mündet und das dritte kaum erreicht wird, weil der Betroffene aufhört, zu trinken. Ab einer Alkoholkonzentration von 2,5 Promille im Blut wird es allerdings lebensgefährlich. Es kommt zu Bewusstlosigkeit, die Atmung setzt aus und der Kreislauf kann versagen. In so einem Falle muss sofort der Notarzt gerufen werden.

Behandlung

Bei einem Hangover sollte der Körper geschont und der Flüssigkeitshaushalt reguliert werden. Gegen Kopfschmerzen hilft ein leichtes Schmerzmittel. Auf Acetylsalicylsäure sollte allerdings verzichtet werden, da diese den Magen zusätzlich reizt. Auch Paracetamol sollte vermieden werden, da es lebertoxisch wirkt. Sollte der Betroffene das Bewusstsein verlieren, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage und rufen Sie den Notarzt. Bei einer starken Alkoholvergiftung ist eine Behandlung auf einer Intensivstation nötig.

Vorbeugung

Am besten vermeiden Sie ein 'Übertrinken'. Pro Stunde kann nur eine kleine Alkoholeinheit von der Leber abgebaut werden. Trinken Sie auf ein Glas Alkohol jeweils ein Glas Wasser und bleiben Sie moderat. Das heißt maximal fünf Alkoholeinheiten am Abend. Essen Sie vorher ausreichend und möglichst fett, damit der Alkohol langsamer aufgenommen wird.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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