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Gesundheitslexikon: Hämatokrit

Die Zusammensetzung des Blutes im Labor-Check: Was sagt der Hämatokrit aus?

Wer sein Blut beim Arzt für eine Untersuchung abgibt, bei dem wird ganz automatisch auch der Hämatokrit untersucht. Er ist ein Indikator für den aktuellen Zustand des Patienten und kann Hinweise auf erste Erkrankungen geben.

Was ist der Hämatokrit?

Der Hämatokrit bezeichnet das Verhältnis zwischen festen und flüssigen Bestandteilen des Blutes. Innerhalb des Blutes wird unterschieden zwischen dem Hämatokrit, welcher circa 44 Prozent der Blutmenge ausmacht, sowie dem Blutplasma, aus dem das Blut zu circa 55 Prozent besteht. Weitere Bestandteile des Blutes sind Hormone, gelöste Gase, Nähr- und Abfallstoffe. Während das Blutplasma eine wässrige Lösung aus Salzen und Proteinen ist, setzt sich das zelluläre Hämatokrit ausschließlich aus den roten Blutkörperchen zusammen. Diese Erythrozyten verleihen dem Blut seine intensive Farbe. Der Hämatokrit bestimmt also den zellulären Anteil der Erythrozyten in der gesamten Blutmenge.

Wie wird der Hämatokrit gemessen?

Der Prozess der Blutabnahme ist immer gleich. Das gesammelte Blut wird in schmalen Röhrchen aufbewahrt. Einem solchen Röhrchen wird umgehend ein Gerinnungshemmer zugesetzt, beispielsweise Heparin. Dadurch soll verhindert werden, dass das Blut verklumpt. Ein solches Röhrchen wir nun in eine Zentrifuge eingespannt und durch das Zentrifugieren stark bewegt. Durch die einwirkenden Schleuderkräfte trennen sich die einzelnen Blutbestandteile nach kurzer Zeit voneinander. Die schweren Erythrozyten setzen sich nach außen hin ab und bleiben anschließend auf dem Boden des Röhrchens liegen. Das Blutplasma setzt sich dann als wässrige, orangefarbene und durchsichtige Flüssigkeit darauf ab. In dem Plasma sind dann nur noch die Leukozyten und Thrombozyten vorhanden. Die Höhe der Erythrozytensäule ist bereits mit bloßem Auge zu erkennen. Daraus lässt sich der Hämatokrit ableiten.

Wie hoch ist der Hämatokrit normalerweise?

Berechnet wird das Verhältnis zwischen Hämatokrit und Blutplasma. Bei Frauen sollte der Hämatokrit-Wert zwischen 37 und 45 Prozent liegen. Bei Männern sind Werte zwischen 42 und 50 Prozent normal.

Wann kommt es zu einem erhöhten Hämatokrit-Wert?

Ein hoher Hämatokrit zeigt auf, dass im Verhältnis sehr viele rote Blutkörperchen im Körper sind. Dadurch verringert sich der Flüssigkeitsgehalt. Das Blut wird in seiner Viskosität zäher. Als Ursache könnte eine zu umfangreiche Bildung von roten Blutkörperchen vorliegen (Polyglobulie). Dies ist beispielsweise bei einem langen Aufenthalt im Hochgebirge möglich oder durch eine Überproduktion von Erythrozyten innerhalb des Knochenmarkes. Umgekehrt kann aber auch ein Mangel an Flüssigkeit zu einem Anstieg des Hämatokrit führen.

Wann kommt es zu einem niedrigen Hämatokrit-Wert?

Ist der Hämatokrit zu niedrig, deutet dies auf eine Überwässerung des Organismus hin. Dann ist zu viel Flüssigkeit im Körper vorhanden. Aber auch durch eine Blutarmut kann der Hämatokrit sehr niedrig sein.

Was sollte man bei dem Hämatokrit-Wert beachten?

Wer bei seinem Arzt das ‚große Blutbild‘ anfertigen lässt, bei dem wird ganz automatisch auch der Wert des Hämatokrit untersucht. Beachten sollte man dabei, dass es zu tageszeitlichen und sogar saisonalen Schwankungen kommen kann. Wer besorgt ist, sollte daher von mehreren unabhängigen Laboren vergleichende Untersuchungen machen lassen, um Schwankungen auszuschließen. Es kann auch sinnvoll sein, den Wert nach einiger Zeit nochmals überprüfen zu lassen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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