Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Haarausfall

Haarausfall – der schmerzliche Verlust

Jeder Mensch verliert täglich bis zu 120 Haare – ein völlig normaler Prozess, da die ausgefallenen Haare ständig wieder nachwachsen. Anders verhält es sich bei krankhaftem oder altersbedingtem Haarausfall: Das Nachwachsen der Haare an den betroffenen Kopfpartien bleibt aus. Haarausfall ist, anders als häufig angenommen, kein reines 'Männerproblem': Auch viele Frauen sind betroffen. Gerade sie leiden zumeist unter dem Gefühl, mit ihrem Haar auch ihre Attraktivität zu verlieren. Somit handelt es sich bei Haarausfall neben einem gesundheitlichen auch um ein kosmetisches Problem.

Was ist Haarausfall?

Von krankhaftem Haarausfall spricht man, wenn der tägliche Haarverlust über einen längeren Zeitraum hinweg 120 Haare überschreitet. Besonders auffallend ist dieser abnormale Dauerzustand, wenn es sich nicht um 'diffusen', sondern um 'partiellen Haarverlust' an bestimmten Kopfpartien handelt. Die Konsequenz von Haarausfall besteht auf längere Sicht in einer sichtbaren Lichtung des Haars bis hin zu kahlen Stellen oder gar vollständigem Haarverlust.

Ursachen

Haarausfall ist häufig erblich bedingt. Diese Form des Haarausfalls wird als 'Androgenetischer Haarausfall' ('Androgenetische Alopezie', AGA) bezeichnet und bei Männern aufgrund der Häufigkeit von 80 Prozent oft mit altersbedingtem Haarausfall verwechselt. Doch auch etwa 50 Prozent der Frauen leiden – insbesondere nach der 'Menopause' – an AGA. Neben einer genetischen Disposition kommen viele andere Faktoren wie übermäßiger Stress oder psychische Traumata, Infektions- und Stoffwechselerkrankungen, Medikamente, Hormonschwankungen, Nährstoffmangel, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Essstörungen als Ursachen für Haarausfall infrage. Haarausfall tritt häufig auch als Begleiterscheinung einer 'Chemo-' oder 'Strahlentherapie' auf.

Formen und typische Symptome des Haarausfalls

Genetisch bedingter Haarausfall tritt bei Männern entweder in Form eines Rückgangs des Haaransatzes ('Geheimratsecken') oder in Form einer größer werdenden 'Tonsur' am Hinterkopf, oft bis hin zur allmählichen Glatzenbildung auf. Bei so genanntem 'Kreisrundem Haarausfall' (lat. 'Alopecia areata') sind lokal begrenzte, runde Areale am Kopf, aber auch im Kinnbereich betroffen. Bei einer Sonderform des 'Kreisrunden Haarausfalls', der 'Alopecia areata atrophicans', ist der Haarverlust an den betroffenen Stellen irreversibel. Weitere Formen des Haarausfalls sind unter anderem der 'diffuse Haarausfall' am gesamten Kopf, der durch Druck, Ziehen, Reibung oder Bettlägerigkeit (Druckstellen) verursachte 'mechanische Haarausfall' sowie der nicht krankheits-, sondern tatsächlich 'altersbedingte Haarausfall'.

Diagnose

Ein übermäßiger Haarverlust wird meist von den Betroffenen selbst bemerkt; das Konsultieren eines Spezialisten dient der Validierung der Selbstdiagnose, der Eingrenzung der Ursachen und der Wahl der geeigneten Behandlungsmethode. Zunächst können die Beschaffenheit der Kopfhaut sowie die Haardichte und Haarstruktur analysiert werden. Zupf- und Epilationstest zeigen, wie leicht sich Haare aus der Kopfhaut lösen lassen. Bluttests geben Aufschluss über die konkreten Ursachen des Haarausfalls wie beispielsweise Krankheiten, Mangelerscheinungen oder einen unausgeglichenen Hormonhaushalt.

Behandlung/Therapie

Die Wahl einer effektiven Behandlungsmethode hängt von der Art des Haarausfalls ab. Erblich bedingtem Haarausfall kann unter anderem mit einer Einnahme des Wirkstoffs 'Finasterid' entgegen gewirkt werden. Zur äußerlichen Behandlung betroffener Stellen kann 'Minoxidil' zum Einsatz kommen. Generell gilt, dass die Einnahme dieser und anderer Medikamente gegen Haarausfall dauerhaft erfolgen muss, da die neu gewachsenen Haare sonst wieder ausfallen. Kortisonhaltige Präparate fördern den Heilungsprozess entzündlicher Veränderungen der Kopfhaut. Rezeptfreie Nahrungsergänzungsmittel können gegen stress- oder nähstoffmangelbedingten 'diffusen Haarausfall' zum Einsatz kommen.

Vorbeugung

Erblich bedingtem Haarausfall kann nicht vorgebeugt werden. Sehr wohl können jedoch eine gesunde, ausgewogene Ernährung sowie Sport und Entspannungsmethoden zur inneren Ausgeglichenheit vor Formen des Haarausfalls schützen, die durch Stress, Radikaldiäten oder Nährstoffmangel entstehen. Regelmäßige Besuche beim Hausarzt helfen bei der frühzeitigen Erkennung von Krankheiten, die Haarausfall verursachen könnten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige