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Gesundheitslexikon: Grundumsatz (basale Stoffwechselrate)

Was ist der Grundumsatz?

Der Grundumsatz wird auch basale Stoffwechselrate genannt und ist eine Größe aus dem Bereich des alltäglichen Energieverbrauchs. Es handelt sich dabei um einen Energieumsatz zur Aufrechterhaltung von lebenswichtigen Körperprozessen. Dieser Energieverbrauch liegt für einen Körper mit leerem Magen in absoluter Ruhe vor. Physikalisch gesehen ist der Grundumsatz Arbeit pro Zeit und entspricht somit einer Watt-Leistung.

Einflussfaktoren auf die basale Stoffwechselrate

Wir verbrauchen permanent Energie, denn selbst wenn wir uns in Ruhe befinden, muss zum Beispiel unser Herz schlagen. Außerdem weisen unsere Muskeln sogar in entspanntem Zustand einen bestimmten Grundspannungszustand auf. Auch unsere Nieren, die Leber und die Lunge arbeiten permanent. All diese Arbeitsprozesse verbrauchen Energie. Die exakte Bestimmung unserer basischen Stoffwechselrate ist in der Praxis schwierig. In der Regel berechnet man den Grundumsatz mit der Formel kcal/kg Körpergewicht mal Stunde beziehungsweise 4,2 kJ/kg Körpergewicht mal Stunde. Dieser grundlegende Energieverbrauch bezieht sich auf den ganzen Tag und entspricht damit einem 24-Stunden-Verbrauch. Organe wie das Hirn, das Herz, die Leber und die Nieren sind in überproportionalem Maß an unserem Grundumsatz beteiligt. Außerdem hängt die Höhe der basalen Stoffwechselrate bis zu einem gewissen Grad von Hormonen ab. Neben dem Alter gilt auch das Geschlecht als Einflussfaktor auf den Grundumsatz. Ein Mann hat so zum Beispiel einen vergleichsweise höheren Grundumsatz im Gegensatz zur Frau. Dieser Umstand hängt damit zusammen, dass Männer natürlicherweise mehr Muskelmasse besitzen. Die natürliche Anatomie von Frauen besteht damit verglichen aus einem höheren Fettanteil. Da Muskeln auch im Ruhezustand Kalorien verbrennen, gilt: Je mehr Muskeln im Körper vorhanden sind, desto höher ist der Grundumsatz. Ein relevanter Einflussfaktor ist außerdem die Wärmedämmung. Je geringer diese Dämmung ist, desto mehr Wärmeproduktion muss der Körper zur Aufrechterhaltung unserer Körpertemperatur betreiben und desto mehr Energie wird verbraucht.

Grundumsatz, Leistungsumsatz und Gesamtumsatz

Die basale Stoffwechselrate bezieht sich auf einen Körper in absoluter Ruhe, der keine erhöhte Wärmregulation betreiben muss und ebenso wenig mit Verdauungsvorgängen beschäftigt ist. Wenn wir körperlich aktiv sind, steigt logischerweise der Energieumsatz. Die umgesetzte Energiemenge bei körperlicher Aktivität wird als Leistungsumsatz bezeichnet. Damit besteht unser tatsächlicher Energieumsatz pro Tag aus dem Grundumsatz und dem Leistungsumsatz. Der Grundumsatz wird zur Ermittlung des Gesamtumsatzes lediglich mit einem sogenannten Aktivitätsfaktor multipliziert. Ein Faktor von 1,2 gilt für das Liegen oder Sitzen. Ein Faktor von 6 gilt für schwere körperliche Arbeit. Büroarbeit ist damit zum Beispiel mit einem Aktivitätsfaktor zwischen 1,3 und 1,6 assoziiert, während Arbeit in der Schwerindustrie in der Regel mit Faktoren zwischen fünf und sechs verbunden ist. Auch regelmäßiger Sport beeinflusst den Aktivitätsfaktor. Letztlich ergibt sich aus unserem spezifischen Grundumsatz mal dem Aktivitätsfaktor im Sinne des Leistungsumsatzes unser gesamter Energieverbrauch am Tag. Wenn wir an einer Krankheit leiden, müssen wir den Grundumsatz zusätzlich mit einem Trauma-Faktor multiplizieren. Jede Erkrankung ist anstrengend für den Körper und verbraucht damit gesondert Energie. Die Schwere der Erkrankung bestimmt die Höhe des Trauma-Faktors und hat damit einen Einfluss auf unseren Gesamtenergieverbrauch.

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