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Gesundheitslexikon: Grüner Star (Glaukom)

Grüner Star: Erkrankung des Sehnervenkopfes

Der Begriff Glaukom wurde von dem griechischen Gelehrten Aristoteles geprägt und leitet sich von Glaukos, der Farbe des Meeres, ab. Auch das Grün im Grünen Star deutet auf die Farbgebung des Atlantiks hin. Was geradezu romantisch klingt, hat jedoch einen ernsten Hintergrund: Die allmähliche Verfärbung der Iris des Auges zu einem gräulichen Blau ist ein sichtbares Anzeichen für den Grünen Star.

Was ist ein Glaukom?

Bei einem Glaukom oder Grünen Star handelt es sich um eine Reihe von Augenerkrankungen, die sich – unabhängig von weiteren spezifischen Symptomen – alle in einer voranschreitenden Schädigung des Sehnervenkopfes äußern. Diese wiederum verursacht eine kontinuierliche Einschränkung des Gesichtsfelds. Da die Gesichtsfeldausfälle häufig am Rande des Auges beginnen und zunächst vom jeweils anderen Auge ausgeglichen werden, bleiben sie häufig lange unbemerkt. Im letzten Stadium besteht die Gefahr des vollständigen Erblindens, sofern das Glaukom nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Nicht zu verwechseln ist der Grüne Star mit der Katarakt (Grauer Star), welche durch einen allmählichen Verlust der Sehschärfe gekennzeichnet ist. Man unterscheidet zwischen primären und sekundären Glaukomen, wobei erstere meist unvermutet und beidseitig auftreten. Letztere können auch einseitig auftreten und resultieren aus anderen, zeitgleich auftretenden Augenerkrankungen oder mit ihnen einhergehenden Komplikationen.

Ursachen

Eine große Rolle bei der Entstehung eines Glaukoms spielt das Verhältnis zwischen Kammerwasser-Produktion und -Abfluss im Auge. Die im so genannten Ziliarkörper produzierte klare Flüssigkeit enthält Nährstoffe für Linse und Hornhaut. Sofern sie im Bereich des Kammerwinkels zu langsam abfließt, erhöht sich der Augeninnendruck. In Kombination mit einem schlecht durchbluteten Sehnervenkopf kann es zur Schädigung des letzteren und somit zur Bildung eines Glaukoms kommen. Nicht alle Glaukom-Patienten leiden jedoch an einem erhöhten Innendruck des Auges: Auch andere Risikofaktoren kommen als Ursache infrage. Hierzu zählen beispielsweise genetische Veranlagungen, diabetische Augenerkrankungen, ein von der Norm abweichender Blutdruck, eine starke Kurz- oder Weitsichtigkeit sowie pupillenerweiternde Medikamente.

Verschiedene Formen und Symptome

Man unterscheidet zwischen Offen- und Engwinkelglaukomen, die sich hinsichtlich ihrer Entstehungsursachen, aber auch hinsichtlich ihrer Symptome unterscheiden. Die Weit- oder Offenwinkelglaukom genannte Form tritt am häufigsten auf. Trotz offenem Kammerwinkel kommt es hier zu einem Stau des Kammerwassers mit daraus resultierendem erhöhtem Augeninnendruck. Der Druck erhöht sich beim primären Offenwinkelglaukom kontinuierlich über einen langen Zeitraum. Das sekundäre Offenwinkelglaukom entsteht unter anderem durch Verletzungen, aber auch durch Augentumore sowie durch Diabetes. Eine Spezialform stellt das Pseudoexfoliationsglaukom (PEX) dar, bei dem der Kammerwinkel durch Ablagerungen verstopft wird. Die seltenen Engwinkelglaukome wiederum entstehen, wie der Name bereits vermuten lässt, durch einen verengten Kammerwinkel. Der Augeninnendruck kann bis auf das Dreifache des normalen Werts ansteigen und schließlich einen Glaukomanfall auslösen. Dieser betrifft meist ein Auge und geht oft mit Übelkeit, Herzrhythmusstörungen sowie starken Schmerzen einher.

Diagnose und Behandlung

Mit Ausnahme des Glaukomanfalls, der die Erkrankung offensichtlich werden lässt und einer sofortigen Behandlung bedarf, bleiben Glaukom-Erkrankungen oft jahrelang unentdeckt. Die Diagnostik erfolgt dann häufig im Rahmen eines Sehtests, der aufgrund einer bereits bestehenden Beeinträchtigung der Sehkraft durch den Grünen Star vorgenommen wird. Besteht der Verdacht auf ein Glaukom als Auslöser, können zudem der Augeninnendruck (Tonometrie) sowie das Gesichtsfeld (Perimetrie) gemessen werden. Alle Behandlungsmethoden nach der Diagnose des Grünen Stars haben eine Absenkung des Augeninnendrucks zum Ziel. Sofern kein Glaukomanfall vorliegt, kommen zunächst Medikamente zum Einsatz, die meist in Form von Augentropfen verabreicht werden. Auch eine initiale Laserbehandlung sowie ein sich an die Medikation anschließender operativer Eingriff sind möglich.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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