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Gesundheitslexikon: Gluten

Gluten - das schädliche Getreideeiweiß

Gluten ist ein Eiweiß, das in vielen Getreidesorten enthalten ist. Lange wurde die gesundheitsschädliche Wirkung von Gluten unterschätzt. Erst seit dem Jahr 2012 ist Glutenunverträglichkeit als eigene Krankheit anerkannt. Da Getreide zu den am meisten konsumierten Lebensmitteln weltweit gehört, wird vermutet, dass sehr viele Menschen darunter leiden, ohne überhaupt davon zu wissen. Inzwischen ist jedoch eindeutig belegt, dass Gluten gleich in vielerlei Hinsicht schlecht für Körper und Geist ist: Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme sind nur einige der Folgen von Unverträglichkeiten.

Gluten in der Küche

Gluten spielt in der westeuropäischen Küche insbesondere beim Backen ein große Rolle. Die zu Mehl verarbeiteten glutenhaltigen Getreidesorten bilden in Verbindung mit Wasser das sogenannte Klebereiweiß, welches die Basis für Teig ist. Wenn Sie auf Gluten verzichten wollen, bedeutet dies jedoch nicht, dass Sie auf Backen verzichten müssen: Inzwischen sind im Handel eine Reihe von glutenfreien Mehlsorten erhältlich. Berücksichtigen müssen Sie allerdings die unterschiedlichen Backeigenschaften.

Viele Gluten enthalten die Getreidesorten Dinkel, Roggen, Weizen, Hartweizen, Emmer und Einkorn. Hafer und Gerste enthalten ebenfalls Gluten, jedoch ist der Anteil geringer. Wenn sie beim Getreide völlig auf Gluten verzichten wollen, kochen sie besser mit Reis, Mais und Hirse. Ebenfalls glutenfrei sind Amarant, Buchweizen und Quinoa, die immer beliebter werden als Getreideersatz.

Glutenintoleranz und Glutenunverträglichkeit

Glutenintoleranz oder Glutenunverträglichkeit zu erkennen ist nicht ganz einfach. Die Erkennungsmerkmale sind nicht besonders spezifisch: Verdauungsbeschwerden, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Übergewicht und Depressionen. Deshalb wird Glutenintoleranz häufig nicht gleich erkannt. Die Diagnose erfolgt auch deshalb durch ein Ausschlussverfahren, weil sie der Arzt über Blutwerte oder Marker nicht eindeutig ermitteln kann. Wer unter Glutenintoleranz leidet, muss allerdings nicht verzweifeln: Wenn Sie nach einer Erkrankung für einige Zeit (ein bis zwei Jahre) ganz auf Gluten verzichten, können Sie Ihre Glutenintoleranz unter Umständen heilen.

Unheilbare Zöliakie

Bei einer Zöliakie handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der Erkrankte zusätzlich Symptome einer Glutenallergie entwickeln. Die Erkrankung kann durch eine chronische Entzündung der Dünndarmschleimhaut entstehen, welche durch Empfindlichkeit gegen Klebereiweiß verursacht werden kann. Zöliakie ist eine Erkrankung, die vererbt werden kann. Stress, Alkoholismus oder eine Infektion mit dem Pilz Candida Albicans, können die Entstehung begünstigen. Sie ist derzeit nicht heilbar. Der einzige wirksame Schutz gegen die Symptome ist der lebenslange völlige Verzicht auf Gluten. Nur so kann sich die beschädigte Dünndarmschleimhaut wieder erholen.

Weitere durch Gluten begünstigte Krankheiten

Eine an Mäusen durchgeführte Studie legt nahe, dass eine glutenreiche Ernährung die Erkrankung an Diabetes Typ 1 begünstigt – was auch für den Menschen gelten könnte. Offenbar betrifft das indirekt auch Neugeborene: Mütter, die sich glutenfrei ernähren, senken das Risiko ihrer Kinder, im späteren Leben an Diabetes Typ 1 zu erkranken.

Gluten aus dem Ernährungsplan zu streichen, ist auch bei Erkrankung an Multipler Sklerose eine gute Idee. An der Nervenkrankheit leidende Menschen konnten durch den Verzicht auf glutenreiche Nahrung ihre Symptome deutlich mildern.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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