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Gesundheitslexikon: Glioblastom

Glioblastom – bösartiger Hirntumor mit rätselhaften Ursachen

Beim Glioblastom handelt es sich um einen bösartigen Gehirntumor. Nach heutigem Wissensstand ist der Tumor nicht heilbar und führt schon wenige Monate nach der Diagnose zum Tod. Die Ausbreitung des Tumors sowie die dadurch bedingte Anreicherung von Flüssigkeit führen dazu, dass jener Teil des Gehirns abgedrückt wird, in dem lebenswichtige Funktionen gesteuert werden. In den westlichen Industrienationen erkranken pro 100.000 Einwohner zwei bis drei Menschen jährlich. Das Glioblastom tritt meist im mittleren Alter auf, der Erkrankungsgipfel wird im sechsten Lebensjahrzehnt erreicht. Mediziner vermuten, dass der Schutz des Immunsystems gegen den Tumor in jungen Jahren gut funktioniert, mit ansteigendem Alter aber langsam abnimmt.

Ursachen

Experten stehen bei der Frage nach der Ursache von Hirntumoren noch immer vor einem Rätsel. Immer wieder werden Theorien laut, wonach elektromagnetische Felder, etwa von Hochspannungsleitungen oder von Mobiltelefonen, die Entstehung von Hirntumoren begünstigen. Untersuchungen konnten derartige Vermutungen bislang aber nicht bestätigen. Auch die Annahme, dass Kopfverletzungen oder Ernährungsgewohnheiten für die Bildung von Tumoren verantwortlich sind, bleibt weiter unbestätigt. Einzig sehr hohe Dosen von radioaktiver Strahlung sind als Auslöser von bösartigen Hirntumoren anerkannt. In äußerst seltenen Fällen kann auch das ‚Turcot-Syndrom‘ für die Bildung eines Glioblastoms verantwortlich sein. Die Krankheit, die weltweit allerdings erst bei rund 160 Menschen festgestellt wurde, ist auf eine Veränderung im Erbmaterial zurückzuführen. Die Ursache von sekundären Hirntumoren, den sogenannten Hirnmetastasen, ist hingegen nicht infrage gestellt. Liegt eine Krebserkrankung im Körper vor, so können Metastasen bis ins Gehirn streuen.

Symptome

Abhängig von der Lokalisation des Glioblastoms können die Symptome stark variieren. In der Regel kommt es aber zu Kopfschmerzen, die vermehrt in den Nacht- oder frühen Morgenstunden auftreten. Im Tagesverlauf werden die Beschwerden besser. Im fortgeschrittenen Stadium berichten Patienten von immer heftiger werdenden Schmerzen, gegen die Medikamente oftmals wirkungslos bleiben. Treten Taubheitsgefühle oder leichtgradige Lähmungen in einer begrenzten Körperregion auf, kann dies ebenso ein Hinweis auf ein Glioblastom sein wie sich langsam verstärkende Sprachstörungen. Veränderungen werden zudem in der Persönlichkeit festgestellt. Patienten leiden unter unerklärbaren Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit oder einem aggressiven Verhalten. Weitere Symptome können epileptische Anfälle oder Erbrechen und Übelkeit am frühen Morgen sein.

Diagnose

Am Anfang steht neben der Anamnese eine neurologische Untersuchung. Mittels Magnetresonanz-Tomographie (MRT) können Glioblastome gut erkannt werden. Im Falle einer Diagnose folgt eine Gefäßdarstellung (Angiografie), die aufzeigt, von welchen Blutgefäßen der Tumor Nahrung bezieht. Noch nicht allzu weit verbreitet sind zudem Untersuchungen wie die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) oder die Single Photon Emission Computed Tomography (SPECT). Beide Verfahren machen die Durchblutung und die Stoffwechselvorgänge von Gehirnregionen sichtbar. Weitere Tests können eine Untersuchung des Nervenwassers, ein EEG oder eine Biopsie sein.

Behandlung

Ein Glioblastom muss operativ entfernt werden. Die nachfolgenden Behandlungen hängen davon ab, wie viel des Tumorgewebes bei der Operation entfernt werden konnte. Häufig ist anschließend eine Strahlentherapie notwendig. Zusätzlich können Medikamente zum Eindämmen des Wachstums der Krebszellen verabreicht werden. Ärzte haben in der Vergangenheit mit dem Wirkstoff Temozolomid moderate Erfolge erzielt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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