Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Gesundheitszeugnis

Gesundheitszeugnis: Wichtige Belehrung im Lebensmittelgewerbe

Was früher als ‚Gesundheitszeugnis‘ bezeichnet wurde, entspricht heute der Belehrung nach §§ 42 und 43 des Infektionsschutzgesetzes IfSG für Personen, die im Lebensmittelgewerbe tätig sind.

Wofür wird ein Gesundheitszeugnis benötigt?

Personen, die in der Gastronomie oder Lebensmittelindustrie beschäftigt sind, müssen eine Belehrung über einzuhaltende Hygienevorschriften und Gesundheitsauflagen nachweisen. Diese Erstbelehrung ersetzt das frühere ‚Gesundheitszeugnis‘, das im Jahr 2001 durch die oben genannte Belehrung ersetzt wurde, die das Infektionsschutzgesetz vorschreibt. Sie wird ausgestellt durch das Gesundheitsamt oder einen beauftragten Arzt. Der Nachweis dieser Erstbelehrung ist besonders wichtig für Personen, die zum ersten Mal im gastronomischen oder lebensmittelverarbeitenden Bereich arbeiten möchten. Die Bescheinigung gilt als Nachweis der erfolgten Belehrung in mündlicher sowie schriftlicher Form über die Vorschriften und Verpflichtungen nach §§ 42 und 43 des Infektionsschutzgesetzes. Sie darf bei Aufnahme der Tätigkeit nicht älter als drei Monate sein. Weiterhin müssen Personen, die im fraglichen Gewerbe arbeiten, in einer ‚Erklärung über die eigene Gesundheit‘ schriftlich bestätigen, dass bei ihnen keine Erkrankungen bekannt sind, die zu einem Verbot der Tätigkeitsausübung führen können. Der Nachweis über die Belehrung und die ‚Erklärung über die eigene Gesundheit‘ müssen dem Arbeitgeber bei Beschäftigungsaufnahme vorgelegt werden. Ab dem 1. Januar 2012 ist eine Belehrung alle zwei Jahre erforderlich. Eine solche Wiederholungsbelehrung kann vom Arbeitgeber selbst durchgeführt werden. Sie muss jedoch schriftlich dokumentiert sein. Folgebelehrungen werden nicht durch das Gesundheitsamt vorgenommen. Im Sprachgebrauch wird immer noch fälschlicherweise der Begriff ‚Gesundheitszeugnis‘ verwendet, auch wenn es sich mittlerweile um die oben angeführte ‚Belehrung‘ handelt. Die vor 2001 ausgestellten ‚Gesundheitszeugnisse‘ besitzen allerdings weiterhin Gültigkeit für eine Beschäftigungserlaubnis. Die Folgebelehrungen bleiben auch in diesem Fall bindend.

Wer stellt ein Gesundheitszeugnis aus?

Das zuständige örtliche Gesundheitsamt ist die erste Anlaufstelle für die Ausstellung der benötigten Bescheinigung. Zur Ausstellung eines Gesundheitszeugnisses ist der gültige Personalausweis oder Reisepass vorzulegen. Jugendliche unter 16 Jahren müssen bei der Belehrung von einem Erziehungsberechtigten begleitet werden, der auch die Erklärung über die eigene Gesundheit (aus Sicht des Jugendlichen) unterschreiben muss. Die Gesundheitsämter bieten in der Regel mehrmals wöchentlich einen Termin für Infektionsschutzbelehrungen an. Die Belehrung dauert etwa eine halbe Stunde, anschließend steht die Bescheinigung zur Verfügung.

Worüber erfolgt die Belehrung?

Der Umgang mit Lebensmitteln, sei es bei der Herstellung oder durch indirekten Kontakt in der Gastronomie, erfordert die Beachtung und Einhaltung vorgegebener Richtlinien. Vorschriften in Bezug auf Lagerung, Zubereitung und Hygiene sind strikt einzuhalten. Krankheitserreger können sich in frischen Lebensmitteln bei unsachgemäßer Behandlung schnell vermehren und als Folge schwere Erkrankungen durch Lebensmittelvergiftung hervorrufen. Je nach Art und Größe eines Betriebs kann dadurch eine große Anzahl von Menschen zu Schaden kommen.

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