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Gesundheitslexikon: Gerstenkorn (Hordeolum)

Was tun bei einem Gerstenkorn?
Was tun bei einem Gerstenkorn? So wirst du es los 00:01:38
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Was ist ein Gerstenkorn?

Ein Gerstenkorn ist eine akute bakterielle Infektion der Drüsen im Augenlid mit manchmal sehr schmerzhaften und druckempfindlichen Abszessen (Eiteransammlungen). Das führt häufig zu geröteten Augenlidern und tränenden Augen. Es lassen sich zwei Gerstenkornarten unterscheiden, je nachdem welche Drüsen befallen sind. Das äußere Gerstenkorn, bei dem Talgdrüsen (Zeis-Drüsen) oder Schweißdrüsen (Moll-Drüsen) entzündet sind, ist im Bereich des Lidrandes und der Wimpern gut zu erkennen. Beim inneren Gerstenkorn werden die Talgdrüsen am inneren Rand des Augenlides, die sogenannten Meibom-Drüsen, befallen. Diese Drüsen produzieren eine spezielle Substanz, die die Tränenflüssigkeit vor vorzeitiger Verdunstung bewahrt. Aufgrund seiner Lage ist das innere Gerstenkorn meist nicht direkt zu sehen.


Ein Gerstenkorn beginnt zunächst ganz harmlos. Es kann jedoch in wenigen Tagen zu einem lästigen, schmerzenden und juckenden Problem werden. In der Fachsprache wird das Gerstenkorn Hordeolum genannt. Dieser Begriff leitet sich von hordeum ab, dem lateinischen Namen für Gerste.

Ursachen

Die häufigste Ursache für ein Hordeolum ist eine bakterielle Infektion mit dem Erreger Staphylococcus aureus. Seltener werden Streptokokken als Ursache in Betracht gezogen. Ein großer Risikofaktor, der eine Infektion mit den Erregern begünstigen kann, ist eine Abwehrschwäche des Immunsystems. Diese kann infolge einer anderen Erkrankung wie beispielsweise Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) auftreten. Ein wiederholtes Auftreten von Gerstenkörnern bedarf deshalb einer ärztlichen Abklärung.

Symptome

Typische Symptome eines Gerstenkorns sind ein geschwollenes und gerötetes Augenlid, starke Schmerzen, hohe Druckempfindlichkeit sowie Eiterbildung. Bei einem inneren Gerstenkorn tritt zunächst eine Rötung und Schwellung des betroffenen Lids auf, die immer weiter zunimmt. Das Gerstenkorn selbst wird erst durch das Umklappen des Augenlids nach außen sichtbar. In manchen Fällen liegt gleichzeitig eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) vor. Typische Gerstenkornsymptome für ein äußeres Gerstenkorn sind Rötung und Schwellung sowie ein schmerzhafter, rötlicher, mit Eiter gefüllter Knoten. Schwere Verlaufsformen mit Fieber und Schwellungen der Lymphknoten vor den Ohren oder Entzündung der Augenhöhle sind selten.

Diagnose

Auch wenn ein Gerstenkorn in der Regel bei vielen Personen ohne weitere Probleme abheilt, ist es dennoch ratsam, einen Arzt zu konsultieren, um eventuell auftretende Komplikationen zu vermeiden.

Um bestimmte Ursachen für ein Hordeolum auszuschließen, führt der Arzt eine Spaltlampenuntersuchung durch. Diese spezielle Methode erlaubt es dem Arzt, mittels einer speziellen Lampe und eines Mikroskops das Auge vergrößert betrachten zu können. Dabei untersucht er die Bindehaut, die Lidkanten, die Lider, den Tränenmeniskus (Höhe des Tränenfilms auf der unteren Lidkante) und den Tränenfilm.

Behandlung

Um die Bakterien einzudämmen und um zu verhindern, dass sich die Entzündung ausbreitet, werden meist antibiotische Salben und Tropfen verschrieben. In der Regel öffnet sich ein Gerstenkorn spontan und heilt von allein ab. In seltenen Fällen ist ein kleiner Eingriff durch einen Arzt notwendig, damit der Eiter abfließen kann. Drücken Sie ein Gerstenkorn niemals selbst aus!

Vorbeugung

Da ein Gerstenkorn durch eine bakterielle Infektion entsteht, können Sie ihm vorbeugen, indem Sie auf eine regelmäßige Augen- und Handhygiene achten. Vor allem Kontaktlinsenträger müssen auf besonders gründliche Handreinigung achten und ihre Kontaktlinsen immer sachgemäß aufbewahren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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