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Gesundheitslexikon: Geriatrie

Geriatrie: Die Lehre von der Altenheilkunde

Die Lehre von der Altenheilkunde, auch Altenmedizin genannt, wird im Fachjargon als Geriatrie bezeichnet. Sie befasst sich mit sämtlichen Krankheiten, die primär Senioren betreffen. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um Leiden, die der Inneren Medizin, der Allgemeinmedizin, der Orthopädie, der Neurologie sowie Psychiatrie zugeordnet werden. Sinn der Geriatrie ist es, alte Menschen von ihren Erkrankungen zu befreien und ihre Lebensumstände zu verbessern. Geriatrisch ausgebildete Ärzte sind zumeist in der Lage, Mehrfacherkrankungen zu diagnostizieren und zu therapieren. Im Gegensatz zu anderen Fachärzten betrachten sie eher den gesamten Krankheitsverlauf. Mediziner können den spezifischen Zusatz erwerben, indem sie mindestens anderthalb Jahre an einer weiterbildungslizensierten Klinik beschäftigt sind. Die Geriatrie hat nichts mit der Palliativmedizin, die sich mit der Linderung von Beschwerden unheilbar Kranker befasst, gemein.

Krankheiten in der Geriatrie

Obgleich nicht jedes Leiden, das einen alten Menschen ereilen kann, ausschließlich der Geriatrie zugesprochen wird, gibt es einige altersassoziierte Erkrankungen. Hierzu zählen beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Arteriosklerose, Vorhofflimmern, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Auch der Bewegungsapparat ist oftmals von geriatrischen Erkrankungen befallen – Osteoporose und Arthrose betreffen die Knochen und Gelenke. Des Weiteren befasst sich die Geriatrie mit Augenerkrankungen, Krebs, Diabetes und Parkinson. Doch auch geistigen Leiden, beispielsweise Altersdepressionen oder Demenz, wirkt die Altersheilkunde entgegen. Die unterschiedlichen Verläufe ermöglichen eine ambulante oder stationäre Behandlung.

Die Geriatrie im Alltag

Im Durchschnitt wird die Bevölkerung – nicht nur in Deutschland – immer älter. Dies ist nicht zuletzt auf eine verbesserte (medizinische) Grundversorgung zurückzuführen. Da Krankenhäuser und Altenheime nicht über grenzenlose Kapazitäten verfügen, gibt es längst weitere Institutionen, die zumeist im privaten Rahmen angesiedelt sind. Hierzu gehören Wohnanlagen für Senioren und generationsübergreifende Haushalte. Ziel der Einrichtungen ist es, den alten Menschen größtmöglichen Freiraum und Selbstversorgung zu gewähren. Der Blinde hilft dem Lahmen: Da die Bewohner an unterschiedlichen Erkrankungen leiden, können sie sich – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – gegenseitig unterstützen, sei es beim Waschen, Anziehen oder Einkaufen.

Geriatrisches Assessment

Gewisse Symptome geben nicht immer Aufschluss über die vorliegende Erkrankung. Die geriatrische Beurteilung soll den behandelnden Ärzten daher helfen, konkrete Diagnosen zu stellen. Das Assessment befasst sich mit verschiedenen Tests. Kognitive Fähigkeiten, Physis, Psyche und Sozialstatus sind nur einige Aspekte, die in die Prüfung einbezogen werden. Die geriatrische Überprüfung wird zumeist bei gebrechlichen Personen, die älter als 75 Jahre sind, durchgeführt. Des Weiteren soll die Methodik dazu beitragen, einen besseren Dialog zwischen Facharzt, Patient und Angehörigen zu schaffen. Das geriatrische Assessment soll den Senioren adäquate Hilfeleistungen – und somit eine erhöhte Lebensqualität – bieten. Obwohl die Tests standardisiert sind, werden sie den individuellen Anforderungen angepasst.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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