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Gesundheitslexikon: Generika (Generikum)

Sie entlasten die Krankenkassen und sind gute Alternativen: Generika

Medikamente sind Hightech-Produkte und werden jahrelang mühsam entwickelt und erforscht. Aus Sicht der Pharmaindustrie ist es deshalb besonders rentabel, einen erprobten und bereits zugelassenen Wirkstoff unter neuem Namen zu vermarkten. Beim Verbraucher besteht hingegen oft Unsicherheit, ob solche Generika auch tatsächlich genauso wirksam sind wie die Originale.

Was sind Generika?

Als Generika werden Arzneimittel bezeichnet, die über den gleichen Wirkstoff wie ein Markenpräparat verfügen, sogenannte Nachahmer-Präparate. Sie dürfen erst nach Ablauf des Patentschutzes des Erstanbieters auf den Markt gelangen. Meistens ist dies nach etwa 15 oder 20 Jahren nach der Erstzulassung der Fall. Häufig handelt es sich bei einem Generikum nicht um eine bloße Kopie, sondern zugleich um eine Weiterentwicklung bezüglich der Darreichungsform oder des Wirkstoffs. Der Einsatz von Generika ist heute etabliert und wird von den Krankenkassen unterstützt. Zur Behandlung von vielen häufig auftretenden Beschwerden gibt es mindestens ein Parallelprodukt zum Original im Handel.

Welche verschiedenen Arten von Generika gibt es?

Medikamente können nach Ablauf des Patentschutzes von anderen Firmen nachgeahmt und für gleiche Indikationszwecke vermarktet werden. Diese Präparate tragen dann einen neuen Namen, der sich aus dem internationalen Freinamen (INN) des Arzneistoffes sowie dem Zusatz des Herstellernamens zusammensetzt. Es handelt sich hierbei nicht mehr um die ursprüngliche Firma, die das Produkt einstmals an den Markt gebracht hat, sondern um Zweit- oder auch Drittanbieter. Generika, die von der Erstfirma vermarktet werden nennt man ‚Branded Generics‘, da sie wie das Originalprodukt einen aussagekräftigen Markennamen tragen dürfen. Markengenerika dienen vor allem der Steigerung der Akzeptanz bei den Abnehmern.

Warum sind Generika preiswerter?

Wird ein neues Medikament entwickelt, forschen hochqualifizierte Pharmakologen mitunter viele Jahre an einem neuen Wirkstoff. Umfangreiche Analysen und Tests sind erforderlich, um am Ende ein biomedizinisch sichereres Erzeugnis vorzulegen. Dieser Prozess ist teuer, aufwändig und im Ausgang ungewiss. Ist ein Arzneistoff dann erst einmal zugelassen, sichert der Patentschutz dem Pharmaunternehmen für eine bestimmte Zeitspanne die alleinigen globalen Vermarktungsrechte inklusive Preisgestaltung. Bei einem Generikum fallen Forschungs- und Entwicklungskosten nahezu komplett weg. Der bekannte Wirkstoff darf nun, auch in neuer Kombination und unter Berücksichtigung einer eigenen Preisgestaltung, vermarktet werden.

Was muss man bei Generika beachten?

Viele Verbraucher sorgen sich bei der Verwendung von Generika, dass die Wirkstoffkombination oder Verträglichkeit nicht mit dem Originalpräparat gleichzusetzen ist. Diese Angst ist unbegründet. Jedes in Deutschland zugelassene Arzneimittel durchläuft im Vorfeld der Markteinführung eine behördliche Zulassung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), meist begleitet durch die entsprechende EU-Behörde (EMA). Diese Prüfstellen gewährleisten, dass Wirksamkeit, Verträglichkeit und Unbedenklichkeit absolut äquivalent zum Originalpräparat sind. Diesen Überprüfungsvorgang bezeichnet man als ‚Bioäquivalenzstudien‘. Die Bioäquivalenz belegt eindeutig die Vergleichbarkeit des Präparats des Erstanbieters mit dem Generikum.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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