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Gesundheitslexikon: Gehirntumor

Ein Gehirntumor ist nicht zwangsläufig bösartig

Unter dem Sammelbegriff Hirntumor werden sämtliche Arten von auswucherndem Gewebe, die den Schädel betreffen, bezeichnet. Diese können gut- oder bösartiger Natur sein. Erstere zeichnen sich durch ein langsames Wachstum aus und entstehen außerhalb von anderen Organen. Lebensbedrohliche Geschwülste wachsen hingegen invasiv, sie dringen in umliegende Areale ein, bilden Metastasen und zerstören das Gewebe. Sie entwickeln sich aus den Zellen des jeweiligen Organs. Hirntumore sind im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen äußerst selten. In Deutschland erkranken pro Jahr knapp 7.000 Menschen an dieser Krebsart. Kinder sind häufiger betroffen als Erwachsene, prinzipiell können Hirntumore aber in jeder Altersklasse vorkommen.

Ursachen

Die Gründe, die das Entstehen eines Gehirntumors begünstigen, sind (noch) weitestgehend ungeklärt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Krebsart nicht durch eine genetische Komponente begünstigt wird. Selbst umweltbedingte Einflüsse, die mit Rauchen oder Ernährung einhergehen, spielen vermutlich keine Rolle. Auch seelische Belastungen fördern die Erkrankung nicht. Radioaktive Bestrahlungen des Kopfes, die im Kindesalter vorkommen, können das Entstehen eines Gehirntumors begünstigen.

Symptome

Es gibt eine Vielzahl möglicher Beschwerden, die mit einem Gehirntumor einhergehen können. Diese hängen von der Art des Geschwulstes ab und dem Bereich, in dem es auftritt. Die Schulmedizin differenziert zwischen vier verschiedenen Symptom-Gattungen. Die erste bezieht sich insbesondere auf Hirndruckzeichen. Diese können sich durch Kopfschmerzen oder Übelkeit äußern. Auch Bewusstseinsstörungen sind möglich. Die zweite Gattung beinhaltet neurologische Ausfälle, die Taubheitsgefühle in den Gliedmaßen hervorrufen können. Auch Hör-, Sprach- und Schluckstörungen sind möglich. Bei der dritten Gruppe handelt es sich um epileptische Anfälle, die teilweise mit starken Krämpfen verbunden sind. Die vierte Symptom-Gattung beschreibt psychische Veränderungen, die der Erkrankte durchlebt. Depressionen, Wutausbrüche und Konzentrationsschwächen gehören hierbei zu den häufigsten Auffälligkeiten.

Diagnose

Anhand der verschiedenen Begleiterscheinungen können Fachärzte den Verdacht eines Hirntumors bestätigen oder widerlegen. Mithilfe verschiedener Untersuchungen ist es möglich, einen Tumor zu entdecken. Zu den gängigsten Methoden zählen Computertomographie, Magnetresonanztomographie und die Hirnbiopsie.

Behandlung

Die Form der Therapie richtet sich nach dem individuellen Krankheitsverlauf. Generell bieten sich neurochirurgische Eingriffe an, bei denen der Tumor partiell oder vollständig entfernt wird. Auch Chemo- und Strahlentherapien können zur Zerstörung des Krebses beitragen. Diese Methoden empfehlen sich insbesondere für Erkrankungen, die bereits Metastasen gebildet haben. Neben den klassischen Behandlungsarten gibt es alternative Verfahren, die sich mit der Hirnstimulation befassen. Prinzipiell ist schwer abzusehen, wie aussichtsreich eine Therapie ist.

Vorbeugung

Da die Ursachen für das Entstehen eines Hirntumors weitestgehend unbekannt sind, ist eine konkrete Vorbeugung nicht möglich. Generell empfiehlt sich, dass bei länger andauernden Symptomen der Hausarzt konsultiert wird. Je frühzeitiger der Krebs erkannt wird, desto höher ist die Aussicht auf Heilung. Personen, die aus beruflichen Gründen vermehrt Strahlen ausgesetzt sind, sollten sich regelmäßigen Routineuntersuchungen unterziehen. Um das generelle Krebsrisiko zu minimieren, eignen sich sportliche Betätigungen und ein gesundheitsförderlicher Lebensstil.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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