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Gesundheitslexikon: Gastroskopie (Magenspiegelung)

Gastroskopie: Wissenswertes zur Magenspiegelung

Bei einer Gastroskopie, auch als Ösophago-Gastro-Duodenoskopie bezeichnet, wird der obere Teil des Verdauungstrakts untersucht. Die Methode geht auf Johann Freiherr von Mikulicz-Radecki zurück, der Ende des 19. Jahrhunderts als Chirurg tätig war. Mithilfe der Magenspiegelung kann der Arzt Beschwerden des Magens, der Speiseröhre und des Dünndarms abklären. Dafür kommt ein Gastroskop zum Einsatz, das der Arzt über den Rachen in Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm einführt. So kann er die Organe von innen betrachten und auch Biopsien zur weiteren Untersuchung im Labor entnehmen.

Wann wird eine Magenspiegelung durchgeführt?

Die Magenspiegelung kommt vor allem bei Beschwerden im oberen Magen-Darm-Trakt zum Einsatz. Typische Indikationen sind rezidivierendes Sodbrennen, Schluckstörungen, Übelkeit und Erbrechen, Schmerzen im oberen Bauch, Blähungen, unklare Gewichtsabnahme oder Gewichtszunahme, Blut im Stuhl, Anämie und Schluckstörungen. Auch beim Verdacht auf Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis) oder bei Geschwüren von Magen oder Zwölffingerdarm werden Magenspiegelungen durchgeführt. Eine weitere Indikation für eine Gastroskopie sind Ösophagusvarizen. Das sind Krampfadern in der Speiseröhre, die häufig im Zusammenhang mit schweren Lebererkrankungen auftreten.

Doch die Gastroskopie dient nicht ausschließlich der Diagnose von Erkrankungen. Oberflächliche Gewebsveränderungen und kleine Verletzungen können direkt während der Untersuchung behandelt werden. Bei stärkeren Blutungen im Verdauungstrakt kann eine Gastroskopie sogar lebensrettend sein. Ferner können mithilfe der Gastroskopie auch Sonden zur künstlichen Ernährung gelegt werden.

Was passiert bei einer Gastroskopie?

Im Normalfall kann die Spiegelung ambulant durchgeführt werden. Nur in Ausnahmefällen muss der Eingriff im Krankenhaus erfolgen. Die Magenspiegelung nimmt der Gastroenterologe, ein Facharzt für den Magen-Darm-Trakt, vor. Etwa vier bis sechs Stunden vor einer solchen Untersuchung darf der Patient weder essen noch trinken. Vor der Untersuchung wird der Rachen mit einem Lokalanästhetikum betäubt. So wird der Würgereiz vermindert. Für die Untersuchung liegt der Patient auf der linken Seite. Der Kopf ist mit einem Kissen gepolstert. Der Arzt führt das Endoskop, ein schlauchartiges Gerät, das mit einer Videooptik versehen ist, über den Rachen und die Speiseröhre ein. Das Gastroskop wird schrittweise in Richtung Magen geführt. Dank der Videooptik hat der Arzt so einen genauen Blick auf die Strukturen der Organe. Zur Sichtverbesserung werden die Organe mit Luft aufgepumpt, sodass sie sich leicht aufdehnen. Wenn die Untersuchung abgeschlossen ist, zieht der Arzt das Untersuchungsgerät zurück. Die Luft wird währenddessen wieder eingesaugt.

Können Komplikationen auftreten?

Nach der Untersuchung kann durch die Reizung des Gewebes ein taubes Gefühl im Rachen zurückbleiben. Auch Heiserkeit ist eine mögliche Folge der Gastroskopie. Beide Beschwerden bedürfen jedoch normalerweise keiner Behandlung. Nur in seltenen Fällen entwickeln sich ernstere Komplikationen. Am häufigsten treten Herz-Kreislauf-Beschwerden in Reaktion auf die Schmerzmittel oder die Beruhigungsmittel auf, die ängstlichen Patienten vor der Untersuchung verabreicht werden. Ferner können durch Aspiration, Risse oder Blutungen nach Biopsien Lungenentzündungen auftreten. Bei jeder Gastroskopie besteht das Risiko eines Magendurchbruchs durch die Verletzung der Magenwand. Die Sedierung kann zudem zu einer Atemstörung bis hin zum Atemstillstand führen. Bei einer konsequenten Überwachung treten ernsthafte Probleme jedoch nur äußerst selten auf.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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