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Gesundheitslexikon: Gamma-GT

Gamma-GT – der Anzeiger für Lebergesundheit

Der Name Gamma-GT entspricht der verkürzten Bezeichnung für das Enzym Gamma-Glutamyltransferase, auch Gamma-Glutamyltranspeptidase. Manchmal wird der griechische Buchstabe Gamma (g-GT) im Namen verwendet. Bedeutung hat sie als Parameter in der Labordiagnostik, wo sie im Blut bestimmt werden kann.

Welche Aufgabe hat das Enzym Gamma-GT?

Ein Enzym ist eine Substanz, die biochemische Reaktionen erleichtert, indem sie die dazu notwendige Energie (Aktivierungsenergie) herabsetzt. Gamma-GT ist ein Eiweißstoff, der die Übertragung eines Glutamylrestes ermöglicht. Auf diese Weise können Aminosäuren und Verbindungen, die Cystein enthalten, in die Zelle transportiert werden. Cystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die für die Herstellung von Glutathion von Bedeutung ist. Glutathion entsorgt schädliche Substanzen aus dem Körper. Außerdem hemmt es entzündliche Reaktionen und unterstützt die Bildung der Abwehrzellen (Immunzellen) sowie deren Funktion. Gamma-GT befindet sich an der Membran von Zellen in der Leber, der Niere, der Bauchspeicheldrüse, der Milz und im Dünndarm. Es sorgt dafür, dass Fremdstoffe, die an Glutathion gebunden sind, aus der Zelle geschleust werden.

Wann wird der Gamma-GT-Wert bestimmt?

Am häufigsten kommt die Bestimmung bei der Diagnostik von Leber- und Gallenwegserkrankungen zum Einsatz. Der entsprechende Test reagiert empfindlich auf krankhafte Veränderungen der Leber und der Abflusswege der Galle, beispielsweise durch Gallensteine. Wegen seiner Aufgaben bei der Entgiftung liefert der Parameter wichtige Anhaltspunkte bei erhöhtem Alkoholkonsum, bei Nebenwirkungen durch Medikamente und bei Verdacht auf Vergiftung.

Was sagen veränderte Werte dem Arzt?

Die Referenzwerte für Männer und Frauen unterscheiden sich. Messungen bei einer Körpertemperatur von 37° C, die für Männer Werte unterhalb von 60 Einheiten pro Liter ergeben, gelten als unauffällig. Für Frauen sollte die ermittelte Aktivität unter 40 Einheiten pro Liter liegen. Wird ein erhöhter Wert ermittelt, spricht dies nicht ausschließlich für eine Lebererkrankung, da das Enzym zwar empfindlich, jedoch nicht sehr spezifisch reagiert. So kann der Arzt aus der Höhe des ermittelten Wertes Rückschlüsse auf das Ausmaß einer Schädigung schließen. Auf der anderen Seite spricht ein unauffälliges Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen eine Leber- oder Gallenwegserkrankung. Parallel zur Gamma-GT werden in der Regel mehrere Enzyme analysiert, da bei Schädigungen des Lebergewebes oder bei Gallenwegsveränderungen häufig weitere Werte, sogenannte Leberwerte, verändert sind. Durch eine Fettleber, eine Entzündung der Leber (Hepatitis), Tumore der Leber, Leberzirrhose, Gallensteine sowie eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann der Parameter erhöht sein. Andauernder Alkoholkonsum lässt ebenfalls die Werte steigen, während sich dies bei einem einmaligen Alkoholexzess nur widerspiegelt, wenn die Leber bereits geschädigt ist. Durch einen nach etwa drei Wochen um die Hälfte verminderten Gamma-GT-Wert lässt sich der Erfolg eines Alkoholentzugs erkennen. Immer mehr Studien beschreiben, dass bei Erhöhungen des Wertes das Risiko, an einer koronaren Herzerkrankung, Diabetes Typ 2 oder einem Schlaganfall zu erkranken, größer wird. Darüber hinaus gibt es sehr wenige Fälle, bei denen ein isolierter, genetisch bedingter Anstieg vorliegt. Dieser lässt sich dann auch bei anderen Familienmitgliedern finden und muss nicht von krankhaften Veränderungen begleitet sein.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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