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Gesundheitslexikon: Gallensteine (Cholelithiasis)

Gallensteine (Cholelithiasis)

Ungefähr ein Fünftel aller Deutschen hat Gallensteine. Der medizinische Fachausdruck ist Cholelithiasis. Gallensteinen sind mehrere kleine Gebilde, die aus verklumpter Gallenflüssigkeit entstehen und sich in der Gallenblase oder dem Gallengang ansammeln. Die Größe der Steine variiert von wenigen Millimetern bis hin zu einigen Zentimetern. Dabei unterscheiden Mediziner zwei Arten: Zum einen gibt es die sogenannten Cholesterinsteine, die – wie der Name vermuten lässt – zum Großteil aus Cholesterin bestehen. Die zweite Variante sind Steine aus Bilirubin. Mediziner nennen sie Pigmentsteine.

Ursachen

Eine Cholelithiasis entsteht, wenn das natürliche Gleichgewicht der Gallenblase gestört ist und entweder zu viel Cholesterin oder zu wenig Gallenflüssigkeit vorhanden ist. Besonders übergewichtige Personen, die vorwiegend fettreiche Speisen zu sich nehmen, haben ein erhöhtes Risiko daran zu erkranken. Die Statistik zeigt außerdem, dass Frauen häufiger Gallensteine bekommen als Männer. Das Risiko steigt, falls sie eine oder mehrere Schwangerschaften hatten und über 40 sind. Personen, in deren Familie bereits Gallensteine auftraten, sind ebenfalls öfter betroffen.

Symptome

Viele Patienten bleiben trotz Gallensteinen beschwerdefrei. Bei etwa einem Viertel treten jedoch typische Symptome, wie Magenschmerzen, Völlegefühl oder Übelkeit auf – meist nach einer reichhaltigen oder fettigen Mahlzeit.

Im Falle einer Gallenkolik sind die Symptome heftiger. Hierbei verschließt ein Gallenstein den Gallengang und verhindert, dass die Gallenflüssigkeit abfließt. Stechende, krampfartige Schmerzen, die in Schulter und Rücken ausstrahlen können, sind die Folge. Auch eine Gelbverfärbung der Haut kann auftreten.

Diagnose

Mediziner diagnostizieren Gallensteine größtenteils anhand einer Ultraschalluntersuchung. Parallel erfolgt eine Analyse des Blutes in Bezug auf Enzyme und Gallensekretstoffe. Alternativ führt der Arzt eine endoskopische Untersuchung durch. Der Vorteil hier: Steine, die den Gallengang verstopfen, werden direkt entfernt. Heutzutage löst die Magnetresonanztomografie (MRT) diese Art der Diagnose jedoch ab, da sie für den Patienten weitaus angenehmer ist.

Behandlung

Die Symptome einer Cholelithiasis werden mit schmerzstillenden und krampflösenden Medikamenten behandelt. Treten die Beschwerden häufiger auf, raten Fachleute grundsätzlich zu einer Entfernung der Gallenblase. Auch deshalb, weil Gallensteine das Risiko erhöhen, später an Gallenblasenkrebs zu erkranken. Eine Operation erfolgt laparoskopisch. Das bedeutet, dass nur vier kleine Schnitte am Bauch notwendig sind. Chirurgen entfernen die Gallenblase anschließend mit Hilfe einer eingeführten Kamera und den entsprechenden Instrumenten. Eine große Narbe bleibt aus. Das sogenannte Zertrümmern der Steine wird heutzutage als nicht zielführend eingestuft und daher nicht mehr durchgeführt.

Vorbeugung

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann der Bildung von Gallensteinen entgegenwirken. Übergewicht, aber auch eine zu schnelle Gewichtsabnahme sind zu vermeiden. Ist eine Cholelithiasis diagnostiziert, sollten Betroffene auf fettreiche und große Portionen verzichten. Bei einer genetischen Vorbelastung können Gallensteine jedoch trotz Einhaltung dieser Vorbeugemaßnahmen entstehen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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