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Gesundheitslexikon: Galle

Galle – der bittere Verdauungssaft

Als Galle bezeichnet man den bitteren Verdauungssaft, der in der Leber produziert wird. Die Flüssigkeit hilft Fette aus der Nahrung zu verdauen.

Fettes Essen – ohne Galle schwer verdaulich

Wir essen zu fett. Ob Wurst, Käse oder Sahnetorte, ohne Gallenflüssigkeit hätte der Organismus große Schwierigkeiten mit der Verdauung solcher Fett-Bomben.

Galle: Wo kommt sie her, wo geht sie hin?

Die Galle wird in der Leber hergestellt. Dort sammelt sich die Flüssigkeit in filigranen Kanälen. Diese Kanäle leiten den Gallensaft dann über den Hauptgallengang in den Zwölffingerdarm. Die Gallenflüssigkeit hilft dem Körper bei der Aufnahme von Fetten. Das erreicht sie durch die ganz besondere Zusammensetzung der Gallensäuren, die das Fett aus dem Nahrungsbrei herauslösen. Wird gerade kein Gallensaft benötigt, weil keine Mahlzeit ansteht, bleibt die Flüssigkeit in der Gallenblase und wird dort eingedickt. Dabei gehen jedoch höchstens fünf Prozent des Saftes verloren. Die übrige Verdauungsflüssigkeit ist ständig zwischen Leber, Gallenblase und Darm unterwegs.

Die Inhaltsstoffe

Neben vielen Mineralstoffen finden sich in dem Gallensaft Wasser und Fettreste. Aber auch Abfallprodukte der Leber lassen sich nachweisen. Das können beispielsweise Medikamente oder Giftstoffe sein, die der Organismus über die Galle ausscheidet. Auch überschüssiges 'Cholesterin' wird hier zwischengelagert.

Woher hat die Galle ihre Farbe?

Die gelbe Farbe erhält die Galle durch das in ihr enthaltene 'Bilirubin'. 'Bilirubin' ist ein Abbauprodukt der roten Blutkörperchen. Der Prozess der Verdauung sorgt dann mit Hilfe von Bakterien dafür, dass sich die Farbe des 'Bilirubins' in ein sattes Braun umwandelt. So entsteht die typische Farbe des Stuhlgangs.

Gallensteine – schmerzhafte Erscheinung

Manchmal kommt es vor, dass sich die Zusammensetzung der Galle verändert. Dadurch kann es zur Bildung von Kristallen kommen. So entstehen Gallensteine ('Cholelithiasis'). Sie sorgen erst dann für äußerst unangenehme Beschwerden, wenn sie die Gallengänge verstopfen. Dann kommt es zu stark schmerzenden Gallenkoliken. Je länger sich das Sekret dann staut, umso größer wird die Gefahr zusätzlich eine Gallenblasenentzündung zu bekommen. Liegen die Gallensteine dagegen in der Gallenblase, machen sie sich kaum bemerkbar. Sie sind dann absolut unproblematisch und müssen nicht behandelt werden.

Gallensteine loswerden

Gallensteine kann man heute zertrümmern, fischen oder auflösen. Sind die Beschwerden jedoch zu groß, muss die Gallenblase entfernt werden. Dann fehlt das Zwischenlager für den Gallensaft. Die in der Leber enthaltenen Gallensäuren machen jedoch weiterhin ihre Arbeit. Menschen, denen die Gallenblase entfernt wurde, müssen auf eine gesunde Ernährung achten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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