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Gesundheitslexikon: GABA

GABA: hemmender Neurotransmitter

GABA ist die offizielle Abkürzung für die körpereigene Aminosäure Gamma-Aminobuttersäure, die auch 4-Aminobuttersäure genannt wird. Dabei handelt es sich um einen Neurotransmitter, der im zentralen Nervensystem an sogenannte GABA-Rezeptoren bindet. Neurotransmitter sind biochemische Botenstoffe, die Reize im Nervensystem verstärken, abschwächen und blockieren können.

Welche Struktur hat Gamma-Aminobuttersäure?

γ-Aminobuttersäure, 4-Aminobuttersäure oder Gamma-Aminobuttersäure ist eine nicht-proteinogene Aminosäure. Anders als andere Aminosäuren wird diese Substanz in unserem Körper nicht zur Herstellung von Proteinen verwendet, sondern übernimmt die Funktion eines Botenstoffes und wirkt auf die Reizübertragung im zentralen Nervensystem. Die Aminosäure wird vom Enzym Glutamat-Decarboxylase aus der Grundsubstanz Glutamat gebildet. Wie jede Aminosäure enthält GABA eine Aminogruppe. Aminogruppen bestehen aus Stickstoffatom und zwei Wasserstoffatomen. Ihre Strukturformel lautet -NH2. Im Fall von GABA sitzt die Aminogruppe am dritten Kohlenstoffatom und damit in γ-Position. Sie folgt auf ein Carboxyl-Kohlenstoffatom.

Welche Funktion hat y-Aminobuttersäure?

GABA kann durch seine Struktur an Rezeptoren der sogenannten GABA-Gruppe binden. Diese Rezeptoren sitzen auf bestimmten Nervenzellen des zentralen Nervensystems. Die Nervenzellen sind damit für die Aminosäure empfänglich. Bei der Bindung an die Rezeptoren wirkt sich GABA hemmend auf die Aktivität der Nervenzelle aus. Es gibt unterschiedliche Arten von GABA-Rezeptoren. Die Hemmung der Nervenzellen durch die Bindung an GABA erfolgt auf unterschiedliche Weise und bezieht sich auf verschiedene Aktivitäten der Neuronen. Wenn Nervenzellen mit GABAB-Rezeptoren ausgestattet sind, wirkt sich die Bindung an GABA zum Beispiel als Hemmung der Botenstofffreisetzung aus. Hemmende Wirkung zeigt der Neurotransmitter vor allem auf die Hormonsekretion der Bauchspeicheldrüse. In diesem Zusammenhang ist die Hemmung der Glucagonsekretion hervorzuheben. Glucagon ist ein Peptidhormon, dessen Haushalt im Körper durch GABA gesteuert wird. Bei einem Abfall des Blutzuckerspiegels wird Glucagon in die Blutbahn abgegeben und wirkt als Gegenspieler des Insulins.

Wie wird 4-Aminobuttersäure reguliert und abgebaut?

Die Ausschüttung von GABA findet alle vier Stunden statt und kann bei Notwendigkeit zusätzlich über Vesikel erfolgen. Die Ausschüttung wird vor allem durch cAMP/PKA gesteuert, ein sekundärer Botenstoff, und die zugehörige Proteinkinase, die am Energiestoffwechsel beteiligt ist. Nach der Freisetzung kann das präsynaptische Neuron GABA wieder aufnehmen und die Substanz in seinen Vesikeln speichern. Alternativ zu diesem Prozess verstoffwechseln Enzyme aus der Gruppe GABA-Transaminase die Gamma-Aminobuttersäure. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwertung der y-Aminobuttersäure im sogenannten Glutaminzyklus, der von den Gliazellen durchgeführt wird. Bei den Gliazellen handelt es sich um die Organisatoren und Stützzellen des Nervensystems.

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