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Gesundheitslexikon: FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

FSME: Frühsommer-Meningoenzephalitis erkennen, behandeln und der Infektion richtig vorbeugen

Vor allem im Frühjahr haben sie wieder Saison: Zecken, die kleinen blutsaugenden Spinnentiere, kriechen aus ihren Winterverstecken und suchen einen Wirt. Durch immer mildere Winter ist die Gefahr einer Infektion mit FSME jedoch nicht mehr nur auf das Frühjahr beschränkt, denn Zecken werden ab sieben Grad Celsius aktiv.

Manche Zecken übertragen durch ihren Biss einen Erreger, der zu neurologischen Erkrankungen wie Gehirn-, Hirnhaut- oder Rückenmarksentzündungen führen kann. Es handelt sich dabei um eine Virusinfektion. Ein besonderes Risikogebiet ist dabei Süddeutschland, wo circa fünf Prozent aller Zecken mit dem Erreger infiziert sind. Neben der Borreliose ist FSME die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit. Sie ist meldepflichtig.

Ursachen

Ursache ist fast ausschließlich die Übertragung des Virus durch den Speichel einer Zecke. Ein Zeckenbiss sollte deswegen niemals unsachgemäß behandelt werden, indem beispielsweise Öl oder eine andere Flüssigkeit über das Spinnentier gegossen wird, um es zu ersticken. Denn dann sondert es Speichel ab.

Symptome

Ist jemand mit FSME infiziert, treten die ersten Symptome in der Regel innerhalb von sieben bis 14 Tagen auf. Der Infizierte hat grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und ist abgeschlagen und müde. Daraufhin folgen einige fieberfreie Tage. Danach kann es zu einer neurologischen Erkrankung kommen. Möglich sind eine Gehirn- eine Hirnhaut- oder eine Rückenmarksentzündung, was mit hohem Fieber von mehr als 40 Grad einhergeht.

Diagnose

Notwendig ist es, denn Arzt über einen Zeckenbiss in der jüngeren Vergangenheit zu informieren. Dieser untersucht den Patienten dann auf neurologische Auffälligkeiten und ordnet auch eine Blutuntersuchung an, die Hinweise auf eine Entzündung liefern kann. So weist das Blut bei einer Infektion bestimmte FSME-spezifische Antikörper auf. Zudem wird das Gehirnwasser durch einen kleinen Einstich in den Rückenmarkskanal auf Entzündungszellen untersucht. In manchen Fällen ist auch eine Kernspintomografie notwendig, um Veränderungen im Gehirn nachzuweisen. Diese Maßnahme wird jedoch nur bei schweren Verläufen vorgenommen und betrifft überwiegend Männer.

Behandlung

Die gute Nachricht lautet, dass eine Infektion mit FSME in der Regel folgenlos ausheilt. Ist jemand infiziert, können jedoch nur die Symptome behandelt werden, nicht die Ursache. Es werden zum Beispiel Mittel gegen Kopf- und Gliederschmerzen verordnet und sehr hohes Fieber kann bekämpft werden.

Vorbeugung

Vorbeugung ist das beste Mittel gegen FSME. Es handelt sich dabei um die einzige durch Zecken übertragene Krankheit, gegen die ein Impfschutz existiert. Dreimal jährlich verordnet der Arzt eine Immunisierung, die danach alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt wird. Doch Menschen in Risikogebieten wie Süddeutschland können sich auch anders schützen: Durch die Meidung von Unterholz und anderen Orten, an denen sich Zecken gerne aufhalten, und dem Verbleib auf festen Wegen ist eine Vorbeugung möglich. Kleidung wie lange Hosen, festes Schuhwerk und lange Ärmel schützen außerdem, da sich Zecken besonders gerne an Armen und Beinen festbeißen. Hat man sich eine Zecke eingefangen, sollte man diese umgehend fachgerecht mit einer Zeckenzange entfernen und die Bissstelle einige Tage beobachten. Bilden sich Auffälligkeiten, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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