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Gesundheitslexikon: Fructose (Fruchtzucker)

Fructose: gesunder Ersatz zum Haushaltszucker?

Mit einer um 20 Prozent höheren Süßkraft als normaler Haushaltszucker ist die Fructose der Liebling der Schleckermäulchen. Doch was in Desserts, Saucen oder Limonaden für das angenehme Gefühl im Mund sorgt, könnte Leber und Darm schädigen. Ist die Fruchtsüße tatsächlich so gefährlich?

Was ist Fructose?

Fructose ist die natürliche Süße der Früchte – nämlich der Fruchtzucker. Besonders süßes Obst weist einen hohen Wert an Fructose auf. Fructose selbst hat kein Aroma und keine Farbe, sorgt bei Lebensmitteln aber für einen angenehm süßlichen Geschmack. Der Fruchtzucker lässt sich leicht gewinnen und ist preiswert in Herstellung, Transport und Verarbeitung. Mittlerweile sind äußerst viele Lebensmittel mit kleinen oder sogar großen Mengen Fructose angereichert.

Wo ist Fructose enthalten?

Vor allem Kernobstsorten wie Äpfel oder Birnen weisen einen hohen Anteil an reiner Fructose auf. Doch Trauben, Bananen oder verschiedene Beerensorten überzeugen ebenfalls mit dem süßen Aroma. Auch in Rohrzucker und den Zuckerrüben ist anteilig Fructose enthalten. Hier hat sich die Fructose aber molekular an die Saccharose gebunden, sie kommt also nicht in reiner Form vor. Manche Gemüsesorten enthalten ebenfalls Fructose.

Fructose wird häufig und umfangreich verarbeiteten Lebensmitteln zugesetzt. Da der Fruchtzucker eine höhere Süßkraft als Haushaltszucker (Saccharose) aufweist und zudem preiswert in der Herstellung ist, kommt er in vielen Fertiggerichten, Getränken, Backwaren oder Süßigkeiten zum Einsatz.

Welche Wirkung hat Fructose auf den Körper?

Fructose wird im Darm eher schlecht umgesetzt. Über den Abbauprozess soll die Fructose eigentlich mit Hilfe von Transporteiweißen ins Blut abgegeben werden. Diese Eiweiße können aber nur kleinere Mengen des Fruchtzuckers verstoffwechseln. Bedingt durch die moderne Ernährung, in der sehr viele Lebensmittel mit Fructose angereichert sind, nimmt der Mensch heutzutage aber große Mengen des Zuckerstoffes auf. Darauf ist der Darm nicht vorbereitet und reagiert entsprechend negativ. Gelangen die nicht gelösten Fructose-Bestandteile in den Dickdarm, so zerlegen die dort angesiedelten Bakterien den Fruchtzucker. Da sie für diese Arbeit streng genommen nicht zuständig sind, zeigen sich krankhafte Symptome.

Welche Symptome zeigt der Körper bei einer Unverträglichkeit?

Die wenigsten Menschen leiden unter einer tatsächlichen Unverträglichkeit, welche genetisch bedingt wäre. Spricht man heute von einer Fructose-Unverträglichkeit, so wird damit eher der übermäßige Konsum der Fructose beschrieben und die damit einhergehenden Probleme der Verdauung. So berichten Betroffene häufig von Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen, Völlegefühl, Übelkeit oder häufigem Aufstoßen. Die Symptome werden manchmal als Reizdarmsyndrom bezeichnet. Wer den Verdacht hat, unter einer Unverträglichkeit zu leiden, kann dies bei einem Hausarzt mit Hilfe eines Atemtests abklären lassen.

Was sollte man beachten, welche Risiken gibt es?

Neben der Unverträglichkeit soll der übermäßige Konsum von Fructose weitere Krankheiten forcieren können. So steht die Fructose mittlerweile im Verdacht, für einen chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel zu sorgen und somit für die steigenden Diabetes-Neuerkrankungen mit verantwortlich zu sein. Zudem wirkt eine erhöhte Aufnahme des Fruchtzuckers ungünstig auf den Stoffwechsel und könnte zur Förderung von Fettleibigkeit und Bluthochdruck sorgen. Auch sollen fructosehaltige Getränke für Leberschäden bis hin zur Fettleber und krankhaften Bindegewebsveränderungen sorgen können. Verschiedene Studien weisen zudem auf einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von fructosehaltigen Softdrinks und dem Auftreten von Gicht hin.

Es spricht nichts dagegen, die Süße der Fruktose in ihrer natürlichen Form, nämlich gebunden in süßem Obst, zu genießen. Der Übermäßige Verzehr von Fruchtzucker durch Fertiggerichte und verarbeitete Speisen allerdings sollte kritisch hinterfragt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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