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Gesundheitslexikon: Formaldehyd

Formaldehyd: Wie gesundheitsschädlich ist das Konservierungsmittel?

Formaldehyd ist eine Substanz, die überwiegend als Konservierungsmittel eingesetzt wird. Sie kommt in relativ geringen Mengen ebenfalls in menschlichen Zellen vor. Auch im Atem und im Blut kann der Stoff nachgewiesen werden. Obwohl Formaldehyd also ein körpereigener Stoff ist, kann er dennoch schädlich für unsere Gesundheit sein. Beispielsweise ist das der Fall, wenn er über die Luft eingeatmet wird. Formaldehyd kann Reizungen der Schleimhäute im Nasen- und Mundbereich verursachen. Aber auch die Augen können in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei dauerhaft stark erhöhter Konzentration kann Formaldehyd sogar krebserregend sein. Weitere negative Effekte bei Inhalation von Formaldehyd können Kopfschmerzen sein sowie allgemeine Mattigkeit, Konzentrationsstörungen und Übelkeit.

Chemische Verbindung in vielen Alltagsprodukten

Formaldehyd ist eine chemische Verbindung, die im Fachjargon eigentlich Methanal heißt. Es wird zumeist durch katalytische Oxidation von Methanol hergestellt. Formaldehyd wird in vielen Bereichen eingesetzt – es handelt sich um einen der wichtigsten organischen Stoffe der chemischen Industrie. Weltweit werden jährlich ungefähr 21 Millionen Tonnen davon produziert. Formaldehyd ist ein starkes Reduktionsmittel – es verhindert also die Oxidation jener Stoffe, denen es beigemischt wird und verlängert so deren Haltbarkeit. Vor allem in der Kosmetik, aber auch in der Bau- und Textilindustrie wird der Stoff eingesetzt. Nach und nach haben Staaten auf die häufige Verwendung reagiert und regulieren die Nutzung per Gesetz. Enthält ein Kleidungsstück beispielsweise mehr als zwei Prozent Formaldehyd, muss dies gekennzeichnet werden. Die Empfehlung lautet hierbei, das Stück vor dem ersten Tragen zu waschen. Auch als Desinfektionsmittel wird der Stoff häufig eingesetzt sowie als Bindemittel, in Süßstoffen, Sprengstoffen, Selbstbräunern und vielen weiteren Produkten. Zigarettenrauch enthält ebenfalls relativ viel Formaldehyd.

Beschwerden und mögliche Gesundheitsschäden durch Formaldehyd

Durch die Verwendung als Baustoff gelangt Formaldehyd immer wieder auch in den Wohnraum und somit in die Atemluft. Durch den Kontakt mit Lebensmitteln, Kosmetika oder Kleidung, die zu viel Formaldehyd enthalten, können ebenfalls Beschwerden auftreten. Der Grund hierfür ist, dass es sehr oxidationsfreundlich ist. Das bedeutet, es löst sich bei Luftkontakt schnell aus den Materialien, in denen es enthalten ist. Die Auswirkungen des Kontakts mit Formaldehyd können je nach Intensität und Veranlagung der betreffenden Personen mehr oder weniger gravierend sein. Bei Kontakt reagieren vor allem die Schleimhäute und die Augen mit einer Reizung. Bei Tierversuchen konnte festgestellt werden, dass bei schweren Reizungen, die Gewebeschäden zur Folge haben, mitunter Krebsgeschwüre entstehen können. Deshalb stuft die EU Formaldehyd als Substanz ein, die Krebs verursachen kann. Diese Gefahr besteht allerdings nur bei dauerhafter und sehr hoher Konzentration von Formaldehyd.

Wie beuge ich Beschwerden durch Formaldehyd vor?

Um Reizungen durch Formaldehyd zu vermeiden, achten Sie darauf, die Konzentration in der Luft zu minimieren. Lüften Sie regelmäßig Ihren Wohnraum und Ihr Büro, denn Möbel und Baustoffe können Formaldehyd abgeben. Vermeiden Sie, sich Zigarettenrauch auszusetzen. Achten Sie beim Erwerb von Kosmetika und Kleidung darauf, dass kein oder wenig Formaldehyd darin enthalten ist.

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