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Gesundheitslexikon: Flohsamen

Flohsamen als neues Superfood – das können die kleinen Samenschalen leisten

Sie sind winzig klein, nahezu geruchlos und schmecken nach nichts. Trotzdem erfreuen sich die zierlichen Samenschalen aus Indien einer immer größeren Beliebtheit. Was steckt hinter den angeblich so natürlichen Appetitzüglern? Und was können die kleinen Samen noch?

Was sind Flohsamen?

Spricht man von Flohsamen, so sind damit eigentlich die Flohsamenschalen gemeint, welche in Deutschland seit einigen Jahren im Handel erhältlich sind. Diese dünnen Samenschalen sind die äußere Hautschicht des getrockneten Samenkorns. Sie bestehen aus Ballaststoffen und haben eine erstaunliche Quellfähigkeit. Da sie in der Lage sind, das 50-fache ihres eigenen Gewichts an Flüssigkeit zu binden, finden sie traditionell als Heilmittel in der Darmgesundheit Verwendung.

Wo kommen Flohsamen vor?

Flohsamen werden überwiegend in Indien und Pakistan angebaut. Dies ist die ursprüngliche Heimat der Pflanze. Die Blütenstände werden dabei von Hand geerntet, getrocknet und anschließend streicht man die Samenkapseln von den Stängeln ab. In einem weiteren Verfahren werden die Samenschalen von den Samen getrennt. In den Verkauf gelangen sie dann als Flohsamenschalen.

Besonders beliebt sind Flohsamen seit Jahrzehnten in der alternativen Medizin. Hier werden sie als Heilmittel eingesetzt. Seit einigen Jahren aber berichten viele Menschen auch von einem Einsatz der Flohsamenschalen als Appetitzügler.

Verwendung und Wirkung von Flohsamen als Heilpflanze

Flohsamenschalen haben ein enormes Quellvermögen. Dieses wird sich zu Nutze gemacht, wenn ein Patient zum Beispiel unter Durchfall leidet. Dann werden die Samen mit wenig Wasser eingenommen, um den Stuhl im Darm einzudicken.

Flohsamenschalen haben aber auch eine abführende Wirkung, wenn sie vorher ausquellen konnten. Lässt man die Samenschalen vorab in einem großen Glas Wasser quellen, so ergibt sich ein gallertartiges, geschmackloses Gel. Dieses sättigt lang anhaltend, weshalb es in der Alternativmedizin als natürlicher Appetitzügler eingesetzt wird. Im Darm angekommen sorgen die Ballaststoffe für eine voluminöse Zunahme des Stuhls und regen somit die Darmtätigkeit an. Wenn zudem viel Wasser getrunken wird, können die Flohsamen demnach leicht abführend wirken.

Ein weiterer schöner Effekt der Flohsamenschalen ist, dass sie in der Lage sein sollen, die Cholesterinwerte zu senken. Sie wirken auf die Umwandlungsprozesse der Leber und den Abbau der Gallensäure und sorgen für eine vergrößerte Ausscheidung des schlechten Cholesterins. Außerdem verbessern die Samenschalen die Bakterienzusammensetzung des Darms und sollen daher auch entzündliche Prozesse dort effektiv bekämpfen können.

In der Alternativmedizin werden Flohsamenschalen auch im Rahmen einer Entgiftung eingesetzt. Hier sollen sie durch ihr enormes Quellvermögen Giftstoffe aus den Darmwänden herausziehen und diese über das erhöhte Volumen des Stuhls direkt ausscheiden.

Was sollte man bei der Einnahme von Flohsamen beachten?

Die leicht staubigen, trockenen Samenschalen sollten immer mit Flüssigkeit angegossen werden, um sie überhaupt schlucken zu können. Das enorme Quellvermögen der Flohsamen kann durchaus von Vorteil sein. Dann sollten die Schalen vorab gründlich ausquellen und über den weiteren Tag verteilt viel Flüssigkeit aufgenommen werden. Ansonsten kann es bei empfindlichen Menschen zur Verstopfung kommen. Auch Patienten, die schon einmal einen Darmverschluss hatten oder unter einer Speiseröhrenverengung leiden, sollten Flohsamenschalen nicht verzehren.

Die indischen Flohsamenschalen sind botanisch mit dem europäischen Wegerich verwandt. Wer auf den blühenden Spitz- oder Breitwegerich allergisch reagiert, könnte demnach unter Umständen auch auf die Flohsamenschalen reagieren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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