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Gesundheitslexikon: Floating

Das Bad in der Schwerelosigkeit – durch Floating die innere Ruhe wiederfinden

Wer im Urlaub am Toten Meer schon einmal in die zufriedenen Gesichter der im Wasser schwebenden Menschen geschaut hat, der ahnt, wie entspannend der scheinbar schwerelose Zustand im salzhaltigen Wasser sein kann.

Was ist Floating?

Beim Floating handelt es sich um spezielles Badeverfahren, bei dem der Mensch in extrem salzhaltigem Wasser scheinbar schwerelos an der Wasseroberfläche treibt. Dafür gibt es spezielle Kapseln, in denen gefloatet werden kann. Zusätzlich können die Außenreize im Schwebebad minimiert werden. Der mit Salzwasser aufgefüllte Tank wird dann verdunkelt und geschlossen. Durch die empfundene Schwerelosigkeit im lauwarmen Wasser, gepaart mit der Dunkelheit und Stille, sollen die Außengrenzen des Körpers verschwimmen. So soll der Mensch zu einer tiefen Entspannung finden.

Wie funktioniert Floating?

Das Wasser im Floating-Becken verfügt über eine Temperatur von 35,5 Grad Celsius, um möglichst thermoneutral auf den Körper wirken zu können. Zudem liegt der Salzgehalt, welcher durch die Zufuhr von Magnesiumsulfat erreicht wird, sogar noch über dem Salzanteil des Toten Meeres. Das dichte Wasser sorgt für den steten Auftrieb des menschlichen Körpers entlang der Wasseroberfläche. Nach einer gründlichen Dusche kann der Anwender im niedrig befüllten Becken bequem Platz nehmen und sich sodann entspannt ausstrecken. Moderne Floating-Becken sind so konzipiert, dass der Badende nirgendwo anstößt. Das klassische Floating wird in absoluter Stille und Dunkelheit praktiziert. Auf Wunsch können allerdings meist noch visuelle Farbreize oder sanfte Töne ergänzt werden. Eine Floating-Einheit dauert circa 60 Minuten. In dieser Zeit ist der Badende sich selbst überlassen. Danach empfiehlt sich eine gründliche Dusche, um die Haut vom Salz zu befreien. Die meisten Menschen ruhen danach noch eine Weile aus.

Welche Wirkung hat Floating auf den menschlichen Körper?

In medizinischen Studien konnte belegt werden, dass durch das ruhige und dunkle Floating das Gehirn in einen äußerst entspannten Zustand verfällt. Dabei schwingt das Denkorgan im Frequenzbereich der seltenen Thetawellen, die ansonsten nur im Übergang zwischen Wachzustand und Schlaf gemessen werden können. Diese äußerst entspannende Wirkung ist mit Entspannungsmethoden, wie dem autogenen Training oder der progressiven Muskelentspannung, kaum zu erreichen. Durch diese Wirkung während des Floatings senkt sich nachgewiesenermaßen der Blutdruck. Auch der Lymphfluss soll in Bewegung kommen. Zudem wirkt die Entspannung positiv auf die Schmerzempfindung und minimiert Stress- und Anspannungssymptome. Der hohe Salzgehalt soll heilend auf erkrankte Hautstellen wirken und gerade Menschen mit Erkrankungen des Bewegungsapparates sollen durch die empfundene Schwerelosigkeit Erleichterung verspüren. Auch Schwangere genießen den leichten Schwebezustand beim Floating.

Was sollte man beim Floating unbedingt beachten?

Wer unter Hustenreiz, einer Erkältung oder infektiösen Erkrankungen leidet, sollte das Floating zu einem anderen Zeitpunkt vornehmen. Auch Menschen mit einer Neigung zur Thrombus-Bildung, mit frischen Verletzungen der Haut oder mit einer eingeschränkten Nierenfunktion sind für das Floating nicht geeignet. Wer unter Klaustrophobie, einer psychischen Erkrankung oder unter Epilepsie leidet, dem wird ebenfalls vom Floating abgeraten. Zwar kann es aufgrund der geringen Wassertiefe von nur 30 Zentimetern kaum zum Ertrinken kommen, doch die Stille und Dunkelheit können zur kurzzeitigen Orientierungslosigkeit und damit zur Panik führen. Wer sich unsicher ist, kann auch in Floating-Bädern unter offenem Himmel floaten.

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