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Gesundheitslexikon: Fibromyalgie

Was ist Fibromyalgie?

Tagelange Schmerzen am gesamten Körper vermischen sich mit Symptomen wie Schlafstörungen, Müdigkeit und anderen funktionellen Beschwerden. Dies sind typische Anzeichen für eine spezielle Erkrankung des rheumatischen Formenkreises: die sogenannte Fibromyalgie. Das Fibromyalgiesyndrom, kurz FMS, ist keine Modeerscheinung. Unter den typischen Schmerzen, die gemeinsam mit anderen Beschwerden wie Erschöpfung einhergehen, litten die Menschen bereits in früheren Zeiten. Damals bezeichneten die Mediziner das Syndrom als "Neurasthenie der nervösen Erschöpfung". Heute verwenden Mediziner ausschließlich den Begriff Fibromyalgie, der wörtlich übersetzt "Schmerz der Muskelfasern" bedeutet.

Ursachen

Die exakten Ursachen für das Entstehen der Fibromyalgie sind bisher noch nicht eindeutig geklärt. Lässt sich bei Betroffenen eine andere Grunderkrankung als Auslöser finden, sprechen Ärzte von einer sekundären Fibromyalgie. In den meisten Fällen handelt es sich um eine primäre Fibromyalgie, bei der die Ursache unbekannt bleibt. Mediziner und Forscher vermuten, dass unser Schmerzgedächtnis im Gehirn für die Schmerzen verantwortlich ist. Permanente Schmerzreize erhöhen die Sensibilität der Nervenzellen so stark, dass diese selbst dann noch aktiv bleiben, wenn der Schmerzreiz nicht mehr vorhanden ist. Ursachen für die Schmerzen sind in solchen Fällen eine gestörte Schmerzwahrnehmung oder Schmerzverarbeitung im Gehirn.

Symptome

Als Erkrankung des rheumatischen Formenkreises stehen bei der Fibromyalgie die starken, teilweise diffusen Schmerzen im Vordergrund. Betroffene leiden oft etliche Jahre, laufen von einem Facharzt zum nächsten, bis sie endlich die richtige Diagnose erhalten. Unterschiedliche Symptome überlagern häufig die Fibromyalgie und die damit einhergehenden Schmerzen, wobei sich die Art und Weise sowie die Intensität bei jedem Betroffenen anders äußern. Eines haben die Patienten jedoch gemeinsam: chronische Schmerzen. Diese bestehen seit wenigstens drei Monaten und breiten sich über mehrere Körperregionen aus, wobei sie fast immer entlang der Wirbelsäule verlaufen. Häufig schmerzen die gelenknahen Bereiche. Weiterhin zählen zu den Kernsymptomen der Fibromyalgie sowohl Ein- als auch Durchschlafstörungen sowie eine gesteigerte physische und psychische Erschöpfung.

Diagnose

Um zu der Diagnose der Fibromyalgie zu gelangen, ist es notwendig, dass die Betroffenen einerseits unter den genannten Symptomen leiden. Andererseits sind körperliche Erkrankungen, die diese Beschwerden erklären, auszuschließen. Der behandelnde Arzt erhebt zunächst eine ausführliche Anamnese. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, ein Blutbild und bei Bedarf zum Ausschluss von Verschleißerscheinungen bildgebende Mittel wie die Magnetresonanztherapie.

Behandlung

Im Vordergrund der Therapie stehen körperbezogene Maßnahmen. Hierzu zählen Ausdauertraining, eine medizinische Trainingstherapie sowie ein leichtes Kraft- oder Funktionstraining. Darüber hinaus wirken sich Entspannungsübungen wie Tai Chi, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung positiv auf das Krankheitsbild aus. In einigen Fällen ist zudem eine temporäre medikamentöse Behandlung sinnvoll. Für Betroffene ist es weiterhin empfehlenswert, an Patientenschulungen teilzunehmen, um sich ein besseres Bild von ihrer Erkrankung zu machen.

Vorbeugung

Da berufliche und familiäre Überforderung eine Fibromyalgie in vielen Fällen begünstigt, ist es ratsam, solchen Belastungen rechtzeitig gegenzusteuern. Es empfiehlt sich, bestimmte äußere Faktoren zu vermeiden. Zu den Risikofaktoren zählen: psychischer Stress, Schlafmangel, körperliches Überanstrengen, Bänderschwäche und eine Beeinträchtigung der Gelenke. Depressive Verstimmungen, Verletzungen und schwere Erkrankungen, eine inadäquate Körperhaltung, Wetterumschwünge sowie eine feucht-kalte Witterung gehören ebenfalls dazu.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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