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Gesundheitslexikon: Fibromatose

Fibromatose: eine gutartige Bindegewebswucherung

Unter dem Krankheitsbild Fibromatose versteht der Mediziner eine Bindegewebswucherung, die gutartige Zellen in sich trägt und somit nicht mit bösartigen Tumoren zu verwechseln ist. Je nach Lokalisation des wuchernden Bindegewebes wird die Krankheit benannt. Oberflächliche und tiefgehende Fibromatosen werden grundsätzlich unterschieden, wobei die ‚World Health Organisation‘ die Grunderkrankung als fibroplastische-myofibroplastische Tumoren bezeichnet. Das Ausmaß der Wucherungen ist individuell verschieden, zumal die Fibromatose an allen Körperstellen auftreten kann. Bauch, Rücken, Arme und Hände können ebenso befallen werden wie das Gesicht oder die sensiblen Geschlechtsorgane. Folgende Typen werden medizinisch differenziert:

Ursachen

Keloid

- Noduläre Fasziitis

- Sklerosis fibrosa penis

- Desmoid-Tumor in Muskelfazien

- Morbus Dupuytren

- Morbus Ledderhose

- Fibromatosis Colli

- Abdominale Fibromatose

Es gibt die gewöhnliche und die aggressive Wucherung des Bindegewebes, wobei letztere sehr selten vorkommt. Eine Fibromatose jeglicher Art schränkt vor allem eine bestimmte Körperzone ein und ist für einige Patienten ein ästhetisches Problem.

Ursachen

Die Gründe über die Entstehung einer Fibromatose sind bis heute weitgehend ungeklärt. Auch die Art und Weise der Ausbreitung und Metastasierung gibt Forschern ein Rätsel auf.

Symptome

Oftmals spürt ein Betroffener die ersten Anzeichen durch ein Druckgefühl an der entsprechenden Stelle. Eine häufig festgestellte Lokalisation der Geschwulste wird den Händen zugeschrieben. Morbus Dupuytren beispielsweise äußert sich an den Handinnenflächen. Bei Morbus Ledderhose sind die Fußinnenflächen befallen. Die Wucherungen sind in der Regel knotig, verhärtet und treten oft als Kombination verschiedener Areale auf. Manchmal erscheinen Krankheitszonen auch als vergrößert, wobei meist die nahe Umgebung von Muskelsträngen Auswucherungen entwickelt.

Diagnose

Um eine gesicherte Einschätzung vorzunehmen, reicht meist eine Sichtkontrolle des betroffenen Bereichs aus. Patienten begeben sich allerdings oft erst zum Arzt, wenn sich eine Funktionsstörung durch die Geschwüre anbahnt. Sind beispielsweise die Hände betroffen, können sich Kontrakturen einschleichen. Es handelt sich hierbei um eine Versteifung, die nur mittels therapeutischer Maßnahmen wieder zurückgebildet werden kann. Bei der exakten Abklärung kann der Arzt zu einer Untersuchung mit Hilfe der Magnetresonanztomografie raten, um genaue Daten zu erhalten.

Behandlung

Die konservative Medizin kann eine Fibromatose nicht lindern. Eine häufig angewendete Methode ist die operative Entfernung der Gewächse. Liegen Versteifungen der Gelenke vor, kann eine regelmäßige Physiotherapie Abhilfe schaffen. Verursachen die Funktionseinbußen Schmerzen, können Medikamente den Schmerz kurzweilig lindern. Bekannte Pharmaunternehmen arbeiten an geeigneten Injektionslösungen und ähnlichem, was vielleicht in der Zukunft Patienten entlastet.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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