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Gesundheitslexikon: Fibrom

Fibrome – die gutartigen Tumore

Ein Fibrom ist eine Wucherung des Hautbindegewebes, die durch eine erhöhte Aktivität der Fibrozyten entsteht. Das sind die Zellen, die für den Aufbau des Bindegewebes zuständig sind. Es ist gutartig und im Gegensatz zu manchen bösartigen Tumoren im Wachstum begrenzt. Im engeren Sinne werden zwei Arten unterschieden, das weiche und das harte Fibrom. Es gibt aber viele weitere Unterarten. Das harte Fibrom ist faserreich und besitzt nur wenige Zellen. Es befindet sich in der Haut, knapp unter der Oberfläche. Das weiche Fibrom ist dagegen zellreich oder besteht aus einem lockeren Fasernetz. Es ragt aus der Haut heraus.

Ursachen

Die genaue Ursache der erhöhten Fibrozytenaktivität ist noch nicht vollständig geklärt. Es besteht wahrscheinlich eine erbliche Disposition. Darauf deutet die Tatsache hin, dass Nordeuropäer viel häufiger betroffen sind als zum Beispiel schwarze Bewohner Afrikas. Beim weichen Fibrom tritt wahrscheinlich eine Störung bei der Differenzierung der Stammzellen des Bindegewebes auf, die zu der überschüssigen Bildungsrate führt. Experten vermuten, dass das harte Fibrom als Folge einer kleinen, spitzen Verletzung entsteht. Das können Insekten- oder Dornenstiche sein, aber auch Haarbalgentzündungen und andere Mikrotraumen. In der Heilungsphase kommt es zu einer überschüssigen Narbenbildung.

Symptome

Harte Fibrome befinden sich knapp unter der Hautoberfläche. Von rundlicher Form können sie leicht erhaben oder eingesunken sein. Ihre Farbe ist etwas dunkler als der Hautteint, meistens hellbraun oder grau-bläulich durch Eiseneinlagerungen.

Weiche Fibrome sind häufig im Augen-, Hals-, Achsel-, seltener im Gesäß- und Leistenbereich zu finden. Sie treten aus der Haut aus und können einzeln oder in Gruppen auftreten. Manchmal besitzen sie eine breite Basis, meistens sind sie aber gestielt, was bedeutet, dass sie am Hautaustritt nur einen kleinen Durchmesser haben, an dem der runde Körper wie an einem Stiel hängt. Diese Form hat ihnen auch den Namen Stielwarze eingetragen, obwohl sie mit Warzen nichts gemeinsam haben, da diese als Folge einer Virusinfektion entstehen. Weiche Fibrome sind in der Regel hautfarben, können aber auch rötlich oder bläulich erscheinen, wenn die Gefäße in ihrem Inneren verletzt werden.

Diagnose

Ein erfahrener Dermatologe erkennt Fibrome anhand des Sichtbefundes meistens sofort. Zur genaueren Beurteilung benutzt er ein Dermatoskop, ein lupenartiges Instrument, das kleinere Strukturen wie Form, Farbe, Struktur und Beschaffenheit der Ränder besser sichtbar macht. Treten bei der Untersuchung Verdachtsmomente auf bösartige Erkrankungen auf, wird zur Abklärung eine Biopsie gemacht und zur Untersuchung in spezialisierte Labore geschickt. Kleinere Fibrome werden dabei meistens komplett entfernt.

Behandlung

Fibrome benötigen keine Therapie, da sie harmlos sind und keine Gefahr der Entartung besteht. Manchmal können sie als störend empfunden werden, wenn sie an der Kleidung oder am Schmuck hängen bleiben. Für manche Menschen stellen sie auch ein ästhetisches Problem dar. In diesen Fällen besteht die Möglichkeit, sie auf eigene Kosten fachgerecht entfernen zu lassen. Kleine Fibrome können mit einer Schere und größere mit dem Skalpell unter örtlicher Betäubung weggeschnitten werden. Neben diesen gebräuchlichsten Verfahren stehen heute auch andere Möglichkeiten der Entfernung zur Verfügung wie Laser, Elektromesser oder Vereisung.

Vorbeugung

Die Entstehung von Fibromen ist ursächlich noch nicht genau geklärt. Deshalb ist bisher auch keine Vorbeugung möglich.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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