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Gesundheitslexikon: Fentanyl

Fentanyl: Hilfe bei chronischen Schmerzen

Chronische Schmerzen können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verschlechtern. Sie sind sehr belastend und führen teilweise zu beträchtlichen Einschränkungen in Beruf und Alltag. Bei manchen Patienten hilft nur eine Schmerztherapie, um den Teufelskreis der Schmerzen und dessen Auswirkungen zu durchbrechen. Fentanyl kann in solch einem Fall helfen, um die Schmerzen zu reduzieren, um dadurch mehr Teilhabe am Leben zu erreichen.

Was ist Fentanyl?

Fentanyl stammt aus der Gruppe der stark wirksamen Schmerzmittel, den Opioiden. Es dient zur Behandlung von starken Schmerzen sowie lang anhaltenden Schmerzzuständen, bei denen schwächer wirkende Mittel keine ausreichende Linderung bewirken. Das Medikament wird in unterschiedlichen Darreichungsformen angeboten. Die Gabe ist sowohl als Injektion als auch in Form von Lutschtabletten oder Pflastern möglich.

Wirkung

Fentanyl besitzt generell dieselben Eigenschaften wie das artverwandte Morphin, wobei es etwa 50- bis 100-mal stärker wirkt. Es beeinflusst das zentrale Nervensystem und reduziert sowohl Schmerzempfinden als auch Schmerzwahrnehmung. Wird eine Fentanyl-Injektion verabreicht, tritt die schmerzlindernde Wirkung fast sofort ein. Gelangt der Wirkstoff bei Lutschtabletten oder Nasensprays über die Mund- oder Nasenschleimhaut in den Organismus, wirkt das Mittel innerhalb von wenigen Minuten. Wird Fentanyl als Pflaster auf die Haut aufgetragen, setzt die Wirkung nur sehr langsam ein. Ein Fentanyl-Pflaster bildet ein Wirkstoffdepot in der oberen Hautschicht, sodass der Wirkeintritt verzögert nach einigen Stunden erfolgt. Aus diesem Grund können mit Pflastern keine akuten Schmerzen behandelt werden. Während das Hautpflaster getragen wird, gibt es für mindestens 72 Stunden eine nahezu gleichmäßige Menge des Wirkstoffs ab.

Anwendungsgebiete und Verschreibungspflicht

Fentanyl wird bei starken sowie chronischen Schmerzen eingesetzt, die sich nur mithilfe von Opioiden ausreichend behandeln lassen. Das Medikament kommt zum Einsatz, wenn eine Schmerztherapie über einen längeren Zeitraum vonnöten ist. Voraussetzung für das stark wirksame Opioid ist, dass vorausgegangene Behandlungen mit Nichtopioidanalgetika oder schwächer wirkenden Opioide keine ausreichende Wirkung erzielen konnten.

Fentanylhaltige Präparate unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz und sind ausnahmslos verschreibungspflichtig. Die Verordnung kann nur von einem Arzt auf einem speziell dafür vorgesehenen Betäubungsmittelrezept erfolgen.

Das müssen Sie beachten

Bei der Behandlung mit Fentanyl ist grundsätzlich besondere Vorsicht geboten. Das Medikament kann zu starker Müdigkeit und zu Atemdepressionen führen. Diese Atembeschwerden können in Einzelfällen lebensbedrohliche Zustände hervorrufen, wenn die Patienten nicht an einen Umgang mit dem Mittel gewöhnt sind.

Bei einer Langzeitanwendung kann Fentanyl zu einer physischen oder psychischen Abhängigkeit führen. Der Genuss von Alkohol ist während der Behandlung mit Fentanyl untersagt, weil die Atemproblematik sowie andere Nebenwirkungen hierdurch stark erhöht werden können. Im schlimmsten Fall kann es zu erheblichem Blutdruckabfall, zu Sedierung oder gar Koma kommen. Während der Behandlung mit Fentanyl kann die Ausübung verschiedener gefährlicher Tätigkeiten eingeschränkt sein. Für das Führen von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinen kann daher die benötigte mentale und auch physische Befähigung fehlen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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