Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Fehlgeburt (Abort)

Fehlgeburt: Wie kommt es zum Abort und wie hoch ist das Risiko?

Es soll die aufregendste Zeit des Lebens werden – die neun Monate der Schwangerschaft. Doch in manchen Fällen endet diese schon lange vor dem errechneten Geburtstermin. Statistiken belegen, dass zehn bis 30 Prozent der Schwangerschaften in einer Fehlgeburt enden. Die tatsächliche Zahl dürfte noch höher sein, da besonders ganz frühe Fehlgeburten nicht erkannt, sondern als verspätete Monatsblutungen gedeutet werden.

Wann spricht man von einer Fehlgeburt?

Von Abort sprechen Mediziner, wenn die Schwangerschaft endet, bevor das Baby lebensfähig ist. Aus medizinischer Sicht handelt es sich dabei um die 24. Schwangerschaftswoche bei einem Mindestgewicht von 400 Gramm. Unterschieden wird zwischen der frühen Fehlgeburt bis zur zwölften Schwangerschaftswoche (SSW) und der späten Fehlgeburt bis zur 23. SSW. Die Gefahr eines Aborts nimmt im Schwangerschaftsverlauf ab.

Ursache

Die Ursachen für eine Fehlgeburt sind vielfältig, häufig spielen mehrere Faktoren zusammen. Im Falle der Mutter können eine Missbildung der Gebärmutter, eine Gebärmutterhalsschwäche, eine hormonelle Störung, Infektionen oder häufige Schwangerschaften für eine Fehlgeburt verantwortlich sein. Eine nicht unwesentliche Rolle spielt zudem das Alter der werdenden Mutter, ab 30 Jahren gilt das Abort-Risiko als erhöht. Beim Vater sind es möglicherweise defekte Spermien, die eine Fehlgeburt auslösen. Die meisten Aborte rühren allerdings vom Fötus selbst her. Genetische Defekte, etwa bei Abweichungen in der Anzahl oder der Form der Chromosomen, können zum Tod des Fötus führen.

Zur Fehlgeburt kann es vermehrt kommen, wenn die Mutter während der Schwangerschaft Drogen nimmt, raucht oder Alkohol trinkt. Zudem können psychische Probleme und Stress das Abort-Risiko erhöhen. Als Ursache nicht auszuschließen sind ärztliche Handlungen. Strahlungen, Medikamente oder Impfungen können dem Fötus ebenso schaden wie Untersuchungen des Mutterkuchens (Chorionzottenbiopsie) oder des Fruchtwassers (Amniozentese).

Symptome

Typisch für einen Abort sind plötzlich eintretende starke Blutungen und Unterbauchschmerzen oder Wehen. Diese Symptome können allerdings auch in normalen Schwangerschaften vorkommen und daher harmlos sein.

Diagnose

Beim Auftreten typischer Anzeichen einer Fehlgeburt sollte der Gynäkologe aufgesucht werden. Dieser untersucht den Bauch, die Vagina, den Gebärmutterhals sowie den Muttermund. Um die Ursache der Blutung zu finden, wird der Frauenarzt eine Ultraschalluntersuchung durchführen. Liefert diese keine eindeutige Diagnose, so kann die Schwangere auf das Schwangerschaftshormon ß-hCG getestet werden. Ein Abfall des Wertes oder ein fehlender Anstieg deuten auf einen Abort hin.

Behandlung

Die Therapie nach einer Fehlgeburt ist von der Form des Aborts abhängig. So kann eine drohende Fehlgeburt mit Bettruhe oder mittels wehenhemmender Medikamente abgewendet werden. Im Frühstadium der Schwangerschaft können zudem Gelbkörperhormone einer Fehlgeburt entgegenwirken.

Beim Frühabort ist meist eine Ausschabung notwendig, um schwere Infektionen und weitere Blutungen zu verhindern. Im Zuge der Kürettage werden die in der Gebärmutter zurückgebliebenen Schwangerschaftsanteile entfernt. Passiert die Fehlgeburt zu einem späteren Zeitpunkt, so wird zuerst versucht, die Abstoßung des Fötus medikamentös herbeizuführen.

Vorbeugung

Eine Fehlgeburt kann häufig nicht verhindert werden. Dennoch können verschiedene Maßnahmen das Risiko reduzieren. Dazu zählen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, eine gesunde und ausgewogene Ernährung, leichte sportliche Betätigung, die Einnahme von Folsäure, der Verzicht auf Alkohol, Drogen und Nikotin sowie Stressreduktion.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige