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Gesundheitslexikon: Fasten

Gewichtsabnahme oder spirituelle Erneuerung - warum fasten die Menschen?

Seit der Antike praktizieren Menschen das heilsame Fasten. Schon Hippokrates empfahl "ein kleines Weh eher durch Fasten als durch Arznei zu heilen". Heute erfreut sich die temporäre Form der Enthaltsamkeit einer Renaissance in der Bevölkerung.

Was ist Fasten?

Beim traditionellen Fasten geht es um die zeitweilige Enthaltsamkeit gegenüber bestimmter Lebensmittel – beispielsweise Fleisch – oder den Verzicht von Genussmitteln wie Alkohol. Auch eine gänzliche Abstinenz gegenüber Getränken kann als Fasten bezeichnet werden. Auch wenn das Fasten traditionell aus dem spirituellen Bereich kommt, genießen es heute viele Menschen im Rahmen einer medizinischen Kur sowie zur Vorbeugung oder Heilung bestimmter Krankheiten. Moderne Formen, wie das 'Auto-Fasten' oder 'TV-Fasten', zeigen den Trend zum Verzicht auch in anderen Bereichen des Lebens.

Welche verschiedenen Formen des Fastens gibt es?

Es gibt mehrere Arten des Fastens: Zum einen kann es um eine spirituelle Reinigung gehen, wie sie in vielen Weltreligionen praktiziert wird. Der Fastende soll mehr Zeit zum Gebet haben und sich durch den Verzicht besser seiner selbst besinnen können. Auch auf große religiöse Feste bereiten sich Gläubige durch das Fasten entsprechend vor.

Zum anderen kann das Fasten als Praxis zur Gesunderhaltung des Körpers praktiziert werden, dem sogenannten Heilfasten. Damit soll der Körper für einen bestimmten Zeitraum entlastet und gereinigt werden. Bei bestimmten Krankheiten kann das Fasten auch gezielt eingesetzt werden, um einen Heilungsprozess voranzutreiben.

Als bewusst eingesetzte Methode zur Reduzierung des Körpergewichts wird das Fasten mittlerweile auch in speziellen Kliniken unter ärztlicher Anleitung angewendet. Eine praktizierte Enthaltsamkeit, wie sie beispielsweise in asiatischen Kulturen oder im Yoga empfohlen wird, soll hingegen nicht nur zur Reinigung des Körpers führen, sondern auch die geistigen und körperlichen Kräfte bestärken und die Willenskraft erhöhen.

Wie kann man das Fasten praktizieren?

Sehr beliebt ist das Fasten für eine bessere Gesundheit: Beim Heilfasten wird der Körper zwischen sieben und zehn Tage in einen kontrollierten 'Hungerstoffwechsel' geführt. Meist geschieht dies unter ärztlicher Anleitung. Die ersten beiden Tage dienen dabei der Fastenvorbereitung. An ihnen sind nur noch beispielsweise ein trockenes Brötchen und ein Apfel sowie verdünnte Fruchtsäfte und ungesüßte Kräutertees erlaubt. Parallel finden Schwitzkuren und Darmeinläufe zur Tiefenreinigung des Körpers statt. In den folgenden Tagen wechselt der Körper durch die absolute Entleerung des Verdauungstraktes in den 'Hungerstoffwechsel'. Es wird keinerlei feste Nahrung mehr aufgenommen. Nun wandelt die Leber zur Energiegewinnung die eingelagerten Fettzellen um und verbraucht diese. Nach Abschluss der strengen Fastentage wird der Körper zwei Tage lang sanft wieder an die gewöhnliche Ernährung herangeführt. Viele Patienten berichten durch das Heilfasten von einer enormen Kraftsteigerung und einer enthusiastischen Gefühlswelle. Wissenschaftlich nachgewiesen ist indes, dass durch den 'Hungerstoffwechsel' Entzündungsprozesse in den Zellen beendet werden. Daher wird diese Form des Fastens auch vielen Patienten mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen oder 'Diabetes mellitus' empfohlen.

Was muss dabei beachtet werden?

Fasten stellt für den Körper eine anstrengende Ausnahmesituation dar. Nur psychisch stabile Menschen sollten diese extreme Form der Askese anwenden. Auch ist eine ärztliche Begleitung vor und während der Fastenzeit wichtig.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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