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Gesundheitslexikon: Farblichttherapie

Farblichttherapie – die Kraft der Farben nutzen

Die Farblichttherapie zählt zu den traditionellen Behandlungsformen der Erfahrungsheilkunde. Sie nutzt die Kraft des Lichts und die Wirkung von Farbe, um darüber das allgemeine Wohlbefinden von Körper und Psyche positiv zu beeinflussen. Über die sanfte Bestrahlung mit farbigen Lichtquellen soll eine harmonisierende Wirkung auf körperliche Prozesse erzielt werden. Eines der bekanntesten Farblichttherapiesysteme stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde von dem indischen Arzt Ghadiali ausgearbeitet. Auf Basis seiner Forschungen über die Wirkung von Farben entwickelte er für seine Behandlungen ein System von farbigen Folien, die er vor eine Lichtquelle montierte. Bestätigt wurden seine Erkenntnisse vor etwa 100 Jahren von dem dänischen Arzt Niels Ryberg Finsen, der für seine Behandlungserfolge mit Farblicht den Medizin-Nobelpreis erhielt.

Wann die Farblichttherapie helfen kann

Die Farblichttherapie kann wohltuend und ausgleichend auf das Allgemeinbefinden wirken. Daher wird sie auch gerne als Wellness-Behandlung eingesetzt. Für eine gezielte Behandlung von Beschwerden stehen jeweils bestimmte Farben zur Verfügung. Diese orientieren sich an dem Farbspektrum des Regenbogens. Jede Farbe hat aufgrund ihrer individuellen Wellenlänge und ihrer Rolle in der Farbenlehre eine unterschiedliche Wirkung auf körperliche und psychische Vorgänge. Die Farbe Rot gilt als Farbe des Feuers und soll wärmend und durchblutungsfördernd wirken. Orange wird eine ähnliche Wirkung zugeschrieben und zum Beispiel bei Verspannungen eingesetzt. Gelb gilt als gutes Nerventonikum. Grün kann zur Regeneration eingesetzt werden, beispielsweise bei Erschöpfungszuständen. Blaues Licht gilt als beruhigend und schmerzlindernd. Violett ist eine Farbe der Psyche und kommt deshalb vor allem bei Depressionen zum Einsatz.

Ablauf der Farblichttherapie

Viele Therapeuten arbeiten ähnlich wie Ghadiali mit Farbfolien bestimmter Wellenlängen, die vor eine Lichtquelle montiert werden. Die Auswahl der Farben richtet sich dabei nach den individuellen Symptomen und Bedürfnissen des Patienten. Die Strahlen werden entweder auf den ganzen Körper oder auf Teile des Körpers ausgerichtet. Der Patient sitzt oder liegt für die Dauer der Behandlung entspannt und mit geschlossenen Augen. Eine Sitzung kann zwischen 15 und 20 Minuten dauern. Das farbige Licht wird aufgrund seiner Wellenstruktur über die Haut vom Körper in die Zellen aufgenommen und kann dort seine Wirkung entfalten. Pro Sitzung wird häufig nur eine Farbe verwendet, um optimale Impulse zu setzen.

Hinweise

Farblichttherapie lässt sich mit der Nutzung einer Infrarotkabine auch zu Hause durchführen. Die wohltuende Wirkung kann durch verschiedene Mittel verstärkt werden. Ein Beispiel ist die ergänzende Anwendung von Aromaölen. So wird gleichzeitig ein weiterer Sinneskanal genutzt. Bei der Anwendung mit Farblicht ist es wichtig, nicht direkt in die Lichtquelle zu blicken. In einer Praxis werden die Augen dafür in der Regel abgedeckt.

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