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Gesundheitslexikon: Exsikkose

Exsikkose: Flüssigkeitsmangel im Körper

Die Exsikkose ist eine Abnahme der körpereigenen Flüssigkeit und tritt entweder aufgrund eines veränderten Trinkverhaltens oder als Folge einer Krankheit, welche sich direkt auf den Wasser- und Elektrolythaushalt auswirkt, auf. 

Ursachen

Als ursächlich ist ein Ungleichgewicht zwischen Flüssigkeitszufuhr und Flüssigkeitsabnahme anzusehen. Dabei entsteht ein Volumendefizit sowohl im intrazellulären als auch im extrazellulären Raum.

Risikofaktoren sind oftmals abhängig vom Alter, denn junge und gesunde Menschen können zum einen die Gefahren eines Volumenmangels einschätzen, zum anderen kann ihr Körper mit Defiziten besser haushalten. Daher ist die Exsikkose eine Erscheinung, welche insbesondere Kinder, ältere Menschen und Kranke betrifft.

Vor allem Säuglinge und Kinder haben im Gegensatz zu Erwachsenen einen vielfach erhöhten Wasserbedarf. Während wir problemlos mit täglich 30 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht auskommen, benötigen Kinder unter sechs Jahren 40 bis 50 ml pro Kilogramm Körpergewicht. Kommt es zu einer erhöhten Ausscheidung, wie etwa bei Fieber, Erbrechen oder Durchfall, und gleichzeitig nicht zu einer angepassten Flüssigkeitsaufnahme, so entwickelt sich sehr schnell eine Exsikkose. Ältere Menschen brauchen hingegen täglich nur noch 25 bis 30 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht. Durch ein im Alter oftmals vermindertes Durstgefühl, eine eingeschränkte Nierenfunktion oder durch die Einnahme entwässernder Medikamente kann jedoch auch hier der Flüssigkeitshaushalt durcheinander geraten und in einer Exsikkose enden. 

Unabhängig vom Alter spielen ebenfalls bestimmte Krankheiten oder Funktionseinschränkungen bei der Entstehung einer Dehydration eine große Rolle. So führt eine Schluckstörung, beispielsweise nach einem Apoplex, zu verminderter Flüssigkeitsaufnahme. Auch eine eingeschränkte Mobilität wirkt sich auf das Trinkverhalten aus, denn viele Menschen versuchen durch den Verzicht auf Flüssigkeit etwaige Toilettengänge zu vermeiden. Die Auswirkungen von Blutungen, chronischen Schmerzen, Diabetes oder Verbrennungen spiegeln sich stets auch im Wasser- und Elektrolythaushalt wider und begünstigen innerhalb weniger Stunden eine Exsikkose.

Symptome

Bevor Sie als gesunder, erwachsener Mensch eine Exsikkose erleiden, verspüren Sie wahrscheinlich ein kaum stillbares Durstgefühl, haben einen trockenen Mund und ein starkes Bedürfnis nach Schatten.

Kleine Kinder jedoch erleiden schneller eine Exsikkose, sie wirken dann entweder sehr ruhig oder agitiert. Die Urinproduktion lässt nach, der Stuhl dickt ein. Bei Säuglingen erkennt man eine eingesunkene Fontanelle.

Ältere Menschen zeigen bei Exsikkose oft somnolentes, verwirrtes oder halluzinierendes Verhalten, ähnlich einer Demenz. Zur trockenen Mundschleimhaut, einer belegten Zunge und Mundgeruch kommen Schluckstörungen hinzu, die die Behebung einer Exsikkose erschweren. Ein verminderter Hautturgor (= Hautspannung), insbesondere an den Händen und im Gesicht, sind ebenfalls deutliche Anzeichen von Dehydration. Versierte Personen messen zudem einen hohen Puls und gleichzeitig einen niedrigen Blutdruck, mit dem der Körper auf den verschobenen Flüssigkeitshaushalt reagiert.

Diagnose

Neben dem deutlichen klinischen Bild wird bei Verdacht auf eine Exsikkose ein Blutbild angefordert, um den Verdacht zu erhärten. 

Behandlung

Eine Exsikkose kann nur mittels Flüssigkeiten wie Wasser, Tee oder Säften behoben werden, welche oral zugeführt werden müssen. Wenn dies nicht möglich oder nicht ausreichend ist, stehen intravenöse oder subkutane Infusionen zur Verfügung.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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