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Gesundheitslexikon: Exposition (Medizin)

Exposition in der Medizin: äußere Einflüsse üben Schaden aus

Das Wort ist ein Lehnwort aus dem Lateinischen. Das lateinische Verb ‚exponere‘ bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie ‚aussetzen‘. Angelehnt an diese Bedeutung ist die Exposition die Summe aller äußeren Einflüsse, die auf ein Lebewesen einwirken.

Exposition in Toxikologie und Medizin

Die sogenannte Toxikologie entspricht der Lehre von Giftstoffen. Im Zusammenhang mit der Toxikologie und der Medizin bezieht sich der Ausdruck der Exposition auf Noxen, denen ein Mensch oder Lebewesen ausgesetzt ist. Noxen entsprechen Schadstoffen oder schädlichen Ereignissen, die Krankheiten hervorrufen können. Es existieren verschiedene Arten von Noxen. Neben biologischen, chemischen und physikalischen Noxen gibt es zum Beispiel auch psychosoziale Schadeinflüsse. Die Exposition gegenüber bestimmter Noxen gilt als primäre Ursache für Krankheiten. Biologische und chemische Schadeinflüsse können zum Beispiel inhaliert werden. Auch nach Haut- oder Schleimhautkontakt wirken sich einige Noxen schädlich aus, so vor allem physikalische Noxen. Eine dritte Möglichkeit ist die Aufnahme der Noxen durch den Mund. Psychosoziale Noxen entsprechen dagegen eher schädlichen Ereignissen wie Stress. Damit existieren unterschiedliche Expositionsarten.

Welche Noxen sind medizinisch relevant?

Chemische Noxen sind vor allem Gifte, Drogen, Umweltgifte oder Medikamente. Zu den physikalischen Noxen zählen neben Druck die UV-Strahlung, die Röntgenstrahlung und die radioaktive Strahlung. Auch Lärm oder Vibration sind physikalische Reize, die ab einer bestimmten Intensität schädlich sein können. Als biologische Noxen sind neben Bakterien, Viren und Pilzen zum Beispiel Prionen und Protozoen medizinisch relevant. In der Gruppe der psychosozialen Noxen sind neben Stress vor allem Einsamkeit und Mobbing hervorzuheben. Die Exposition gegenüber der genannten Einflüsse kann neben körperlichen Erkrankungen wie Infektionen, Vergiftungen und Krebs zum Beispiel auch psychische Erkrankungen hervorrufen. Das gilt vor allem für die psychosozialen Schadeinflüsse. In der Toxikologie werden kommt vorwiegend chemischen Noxen eine Bedeutung zu. Während einige Noxen sofort schädlich wirken, besitzen andere eine lange Latenzzeit. Das gilt zum Beispiel für radioaktive Strahlung, die erst nach einer gewissen Zeit Krankheiten hervorruft.

Bedeutung der Exposition als Krankheitsursache

Nicht immer muss eine Exposition gegenüber bestimmter Schadstoffe auch tatsächlich eine Krankheit verursachen. Expositionen gegenüber der genannten Noxen sind damit als mögliche, aber nicht als zwingende Krankheitsursachen einzuschätzen. Vor allem für das medizinische Teilgebiet der Epidemiologie ist die Klärung von Expositionen relevant. Wenn eine Exposition gegenüber bestimmter Schadstoffe als Krankheitsursache aufgedeckt wurde, lässt sich das Gesundheitsproblem besser steuern. Durch gezielte Vorbeugemaßnahmen kann das Erkrankungsrisiko so heruntergefahren werden. Um bestimmte Arten der Exposition als mögliche Krankheitsursachen festzulegen, arbeitet die medizinische Epidemiologie mit Testgruppen. Während bestimmte Studienteilnehmer gegenüber bestimmter Noxen exponiert sind, sind es andere nicht. Durch dieses Studiendesign können Rückschlüsse auf die krankheitsursächliche Relevanz gezogen werden. Erschwert ist diese Art der Forschung bei Schadstoffen mit langer Latenzzeit. Bei vielen Erkrankungen ist nicht die Exposition gegenüber bestimmter Stoffe generell als Krankheitsursache zu bewerten, sondern das Maß der Exposition. Einige Expositionen haben in begrenzter Dosis oder Konzentration zum Beispiel positive Auswirkungen auf uns, so zum Beispiel die Immunität bei der kontrollierten Exposition gegenüber bestimmter Viren. Vor allem bei chemischen Noxen kann ab einer gewissen Höhe der Exposition allerdings der Tod eintreten. Diese Dosis wird als letale Dosis bezeichnet.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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