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Gesundheitslexikon: Erythrozyten (rote Blutkörperchen)

Erythrozyten versorgen unsere Organe mit Sauerstoff

Als Erythrozyten bezeichnet man die roten Blutkörperchen. Mit ihrer Hilfe wird Eisen im Blut transportiert. Damit spielen sie eine wichtige Rolle bei der Sauerstoffversorgung unterschiedlicher Organe.

Was steckt in Erythrozyten?

Rote Blutkörperchen sind nur 0,001 mm groß und erhalten ihre Farbe aufgrund des in ihnen enthaltenen Hämoglobins. Dieses besondere Protein ist für die Bindung des Sauerstoffes zuständig, sodass dieser in den Organen des Körpers ankommt. Hämoglobin macht ganze 90 Prozent des Erythrozyten aus. Der restliche Anteil der bikonkaven Zellen besteht hauptsächlich aus Wasser. Einen Zellkern besitzen rote Blutkörperchen nicht. Das heißt, dass sie auch nicht zur Teilung fähig sind. Nach etwa 120 Tagen werden sie in Milz und Leber von Makrophagen, sogenannten Fresszellen, abgebaut.

Aufgaben und Funktionen der roten Blutkörperchen

Erythrozyten werden während der Erythropoese aus Stammzellen im Knochenmark gebildet. Dabei entstehen etwa drei Millionen neue Blutzellen in einer Sekunde. Aus den Alveolaren in der Lunge wird Sauerstoff gewonnen, welches an das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen bindet. Auf diese Weise kann dieses durch den gesamten Blutkreislauf transportiert und von allen Organen genutzt werden. Bei der Nutzung entsteht Kohlenstoffdioxid, welches die Erythrozyten wiederum zur Lunge transportiert, wo dieses abgeatmet wird. Weiterhin entscheiden die Glykoproteine auf der Oberfläche der Erythrozyten über die Blutgruppenzugehörigkeit.

Wichtige Blutwerte

Einige wichtige Blutwerte werden entscheidend durch die roten Blutkörperchen beeinflusst. Bei jedem kleinen und großen Blutbild wird der Hämatokrit-Wert untersucht. Dieser gibt Auskunft über den Anteil der Erythrozyten im Blutvolumen. Meist wird er in Prozent angegeben. Eine Veränderung des Hämatokrit-Wertes kann Hinweise auf Blutarmut, Blutverluste oder eine Überwässerung geben. Ein weiterer Blutwert, der im Zusammenhang mit Erythrozyten steht, ist der Hämoglobinwert. Ist der rote Blutfarbstoff in zu geringer Konzentration im Blut enthalten, könnte ein Eisenmangel vorliegen. Auch die Form und Farbe der roten Blutkörperchen kann im Labor bestimmt werden. So kann beispielsweise eine Sichelzellanämie oder eine Infektion mit Blutparasiten diagnostiziert werden.

Gründe für eine erniedrigte Erythrozytenzahl

Sind im Blut zu wenige rote Blutkörperchen vorhanden, kann eine Mangelversorgung von Eisen vorliegen. Auch innere Blutungen, eine Bildungsstörung im Knochenmark oder ein Parasitenbefall können zur Verringerung der Erythrozytenzahl im Blut führen. Frauen haben während der Menstruation häufig eine erniedrigte Erythrozytenzahl aufgrund des Blutverlustes. Dieser Zustand regeneriert sich in der Regel jedoch von selbst. Eine geringe Anzahl roter Blutkörperchen kann in selteneren Fällen auch durch Infektionen, Krebs oder rheumatische Erkrankungen hervorgerufen werden.

Polyglobulie

Als Polyglobulie bezeichnet man eine erhöhte Anzahl roter Blutkörperchen. Sie kann durch eine Veränderung der erythrozytenbildenden Stammzellen hervorgerufen werden, aber auch durch Hormonveränderungen sowie Lungen- oder Herzerkrankungen. Bei der sogenannten Pseudopolyglobulie liegt ein veränderter Wert aufgrund von Flüssigkeitsverlust (zum Beispiel durch Erbrechen oder Durchfall) vor.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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