Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Erythromycin

Erythromycin: wirksame Alternative zu Penicillin

Erythromycin ist ein Wirkstoff, der zu der Gruppe der sogenannten Breitband-Antibiotika zählt. Medikamente, die diesen Wirkstoff enthalten, werden gegen eine Vielzahl von bakteriellen Infektionen eingesetzt. Da Erythromycin ein ähnliches Spektrum wie Penicillin abdeckt, ist dieser Wirkstoff in der Regel das Mittel der Wahl bei Patienten mit einer Penicillin-Unverträglichkeit. Zur Anwendung kommt Erythromycin sowohl innerlich als auch äußerlich.

Wirkung

Erythromycin hemmt das Wachstum von bestimmten Bakterienarten, tötet sie jedoch nicht ab. Diese Wirkweise nennt man ,bakteriostatisch‘. Da Bakterien sich ähnlich wie andere Organismen über die Herstellung von Eiweißbausteinen vermehren, benötigen sie dafür Informationen aus dem menschlichen Erbgut. Das Erythromycin hindert sie daran, diese Informationen zu lesen. Weil die Bakterien sich dadurch insgesamt langsamer ausbreiten, kann das körpereigene Immunsystem diese effektiver bekämpfen. In vielen Fällen kann so über eine Hemmung des bakteriellen Wachstums einer Verschlimmerung von Infektionen rascher entgegengewirkt werden. Seine Wirkung entfaltet ein Erythromycin-haltiges Medikament im Organismus über die Einnahme von Tabletten oder Kapseln sowie über das Auftragen von wirkstoffhaltigen Salben oder Cremes. Innerlich angewandt wird Erythromycin zu einem Großteil vom Darm aufgenommen und kann darüber in nahezu alle Körperbereiche vordringen. Bei einer äußerlichen Anwendung gilt das Mittel als lokal begrenzt wirksam, da nur ein geringer Teil des Wirkstoffes vom Organismus aufgenommen wird.

Anwendungsgebiete

Erythromycin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das innerlich oder äußerlich angewendet wird. Unter anderem kommt es bei Erkrankungen des Hals-Nasen-Ohren-Raumes zum Einsatz. Beispiele hierfür sind die bakterielle Lungenentzündung oder Keuchhusten, die mit Hilfe von Tabletten oder Kapseln behandelt werden. Für Kinder steht ein wirkstoffhaltiger Saft zur Verfügung. Weitere Anwendungsgebiete sind Infektionen der inneren Organe sowie Geschlechtskrankheiten. Auch bei Hauterkrankungen und Akne kommt Erythromycin zum Einsatz, z. B. in Form von Salben oder Cremes.

Das müssen Sie beachten

Bei der Anwendung eines Erythromycin-haltigen Medikamentes kann es einerseits rasch zu einer Besserung der Symptomatik kommen, andererseits können Nebenwirkungen auftreten. In jedem Fall ist es wichtig, die Anwendung nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt abzubrechen, denn es besteht die Gefahr, dass die Symptome sich wieder verschlimmern. Grundsätzlich gilt Erythromycin als relativ nebenwirkungsarm. Bei einer innerlichen Einnahme können jedoch u. a. Beschwerden im Magen-Darm-Bereich auftreten, die sich in Form von Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall zeigen. Bei der äußerlichen Anwendung kann es zu Hautreaktionen kommen. Während einer Schwangerschaft oder Stillzeit ist ein Erythromycin-haltiges Medikament in der Regel nicht das Mittel der Wahl. Eine äußerliche Anwendung kann jedoch möglich sein. Vorsicht ist grundsätzlich geboten bei Leberbeschwerden, da der Wirkstoff zum Teil über die Leber abgebaut wird und diese zu stark belasten kann. Bei einer wiederholten oder längerfristigen Einnahme besteht außerdem die Gefahr, dass die Bakterien unempfindlicher gegen den Wirkstoff werden und sich sogenannte ,Resistenzen' entwickeln.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

Anzeige