Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Erythema nodosum (Knotenrose)

Erythema nodosum: so kommt es zur Knotenrose

Das Erythema nodosum ist auch als Knotenrose bekannt. Die akute Entzündung des Fettgewebes geht mit Schmerzen und einer Knötchenbildung einher und tritt in der Regel an den Streckseiten der Unterschenkel auf. Die Hauterscheinung ist keine eigenständige Erkrankung, sondern vielmehr ein Symptom, das im Verlauf von verschiedenen Krankheiten auftritt.

Ursache

Die Knotenrose kann als Überreaktion des Immunsystems gewertet werden. Sie gehört zur Gruppe der allergischen Überreaktionen vom Typ III. Bei diesem Typ der Allergie werden sogenannte Immunkomplexe aus Antikörpern und Allergenen gebildet. Dadurch werden Teile des Immunsystems aktiviert, die diese Immunkomplexe aufnehmen und dabei Gewebe schädigende Enzyme freisetzen. Typischerweise entwickelt sich die Typ-III-Allergie und damit auch das Erythema nodosum auf dem Boden von entzündlichen Erkrankungen sowie Autoimmunerkrankungen. Dazu gehören unter anderem Sarkoidose, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Auch bei verschiedenen bakteriellen und viralen Infektionen tritt die Knotenrose auf. Eine weitere mögliche Ursache sind Medikamente. So können Penicilline und Sulfonamide ebenfalls zum Erythema nodosum führen.

Symptome

Das Erythema nodosum tritt als flaches und knotiges Hautinfiltrat in Erscheinung. Es ist zunächst rot bis blaurot gefärbt und verfärbt sich dann im Verlauf häufig bräunlich. In seiner Erscheinungsform erinnert das Erythema nodosum an ein Hämatom. Die Hauterscheinungen sind äußerst berührungsempfindlich und schmerzhaft. Schon ein aufliegendes Handtuch oder die Hose kann Schmerzen verursachen. Die entzündeten Hautknoten treten vorzugsweise an den Unterschenkeln und hier insbesondere im Bereich der Sprunggelenke und der Schienbeinkanten auf. Auch die Knie, Oberschenkel oder Arme können betroffen sein. Viele Patienten leiden zusätzlich zu den Hauterscheinungen unter Gelenkschmerzen und Fieber.

Diagnose

Die Diagnose kann häufig schon anhand des klinischen Bildes gestellt werden. Allerdings muss die Knotenrose in jedem Fall von der Wundrose, dem Erysipel, abgegrenzt werden. Die Wundrose ist eine umschriebene Infektion der Haut, die durch Bakterien hervorgerufen wird. Das Erysipel ist allerdings großflächiger ausgeprägt und tritt zudem deutlich häufiger auf. Vor allem bei einer Hauterscheinung, die auch unter Antibiotikatherapie nicht verschwindet, sollte aber immer auch an ein Erythema nodosum gedacht werden. Zur Diagnosestellung erfragt der Arzt die möglichen Ursachen des Erythema nodosums. Anschließend entscheidet er, ob weitere Untersuchungen nötig sind. So kann bei untypischen Hautveränderungen eine histologische Untersuchung einer Hautbiopsie unter dem Mikroskop sinnvoll sein. Auch Blutuntersuchungen, Stuhluntersuchungen oder Röntgenaufnahmen können die Diagnose Erythema nodosum sichern.

Behandlung

Auch ohne Behandlung heilt die Knotenrose normalerweise innerhalb von vier bis sechs Wochen ab. Aufgrund der Schmerzen wird der Verlauf durch entzündungshemmende Medikamente in der Regel beschleunigt. Dafür kommen mittelstark bis stark wirksame Kortison-Präparate zur lokalen Anwendung zum Einsatz. In schweren Fällen erfolgt zudem eine innere Behandlung mit Acetylsalicylsäure oder mit Kortison-Präparaten in Tablettenform. Eine Antibiotika-Therapie ist nur dann anzuraten, wenn der Knotenrose eine bakterielle Infektion zugrunde liegt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige