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Gesundheitslexikon: Ernährungsberatung

Ernährungsberatung – mehr als ‚gesunde Kochtipps‘

Ernährungsberatung ist der Austausch zwischen einer medizinischen oder pflegerischen Fachkraft und einem ratsuchenden Patienten mit dem Ziel, neue Erkenntnisse hinsichtlich der Ernährung zu erhalten. Dabei geht es nicht vorrangig um reine Wissensvermittlung, denn unter einer professionellen Ernährungsberatung versteht sich vielmehr die Anpassung der patientenspezifischen Lebensweise an besondere Umstände. Eine gute Ernährungsberatung wird den Betroffenen keine Vorgaben machen, sondern gemeinsam Wege und Methoden erarbeiten, die für den Patienten umsetzbar und zielführend sind.

Wann ist Ernährungsberatung indiziert?

Eine professionelle Ernährungsberatung wird von fachkundigem Personal durchgeführt, beispielsweise von einem Arzt, einer Pflegekraft oder einer Ökotrophologin. Da der Begriff ‚Ernährungsberatung‘ nicht geschützt ist, finden sich vielerlei Stellen, die eine Ernährungsberatung anbieten, von der VHS bis hin zu Arztpraxen.

Ob sich der zeitliche und finanzielle Aufwand jedoch lohnt, hängt von den einzelnen Personen ab. Nicht jeder benötigt tatsächlich eine professionelle Ernährungsberatung, denn eine gesunde Lebens- und Ernährungsweise wird mittlerweile zur Genüge durch Medien, Pharmakonzerne und Gesundheitsdienstleister publiziert. Eine professionelle Ernährungsberatung ist daher für Menschen gedacht, welche ein erhöhtes Risiko aufweisen, bestimmte Krankheiten beziehungsweise Rezidive zu entwickeln. Auch bei bereits bestehenden Krankheiten zur Einstellung und Handhabung dieser ist eine Ernährungsberatung sehr sinnvoll. Letztlich kann mittels Ernährungsanpassung auch eine gewisse Anzahl an Krankheiten geheilt werden.

Krankheiten und Rezidive vorbeugen

Rein statistisch gesehen wird jeder zweite Deutsche im Laufe seines Lebens an einem Krebsleiden erkranken. Es gibt Menschen, die ein höheres Erkrankungsrisiko aufweisen aufgrund von Genetik, Berufsleben oder anderer Faktoren. Andere durchlebten bereits eine Tumorerkrankung und müssen stets mit der Ungewissheit von Rückfall oder Metastasen leben. Hier setzt die Ernährungsberatung an. In dieser erfahren Menschen, dass beispielsweise Milch und Milchprodukte Wachstumsfaktoren enthalten. Diese, von Kühen und Schafen produziert, sind für die Kälber bzw. Lämmer unersetzliche Inhaltsstoffe für eine gesunde und rasche Entwicklung. Nehmen wir Menschen Milch und Milchprodukte zu uns, so genießen wir ebenfalls diese Wachstumsfaktoren. Doch Tumore reagieren auf diese mit explosionsartiger Ausbreitung. Das Wissen um diese Fakten ist unter anderem Thema in Ernährungsberatungen.

Handling von bestehenden Krankheiten

Etwa jeder fünfte Deutsche wird bis zu seinem Ableben die Diagnose Diabetes erhalten. Vorerst bringt die Krankheit keinerlei Beschwerden mit sich. Doch sind Betroffene zu nachlässig in ihrer Lebensweise, so entstehen nach circa. zehn Jahren gravierende Langzeitschäden wie Niereninsuffizienz, Erblindung und chronische Beinwunden. Eine Ernährungsberatung kann hier den Weg in eine selbstbestimmte Krankheitsbewältigung und -handhabung ebnen. Neben Do’s und Dont’s erfahren die Betroffenen wichtige Tipps zum Thema Sollgewicht und Berechnung der Essensmengen. Dadurch können Langzeitschäden oftmals über Jahre hinausgezögert oder gar vermieden werden.

Heilung von Krankheiten

Ob Reizmagen oder Reizdarm – mit diesen Wohlstandskrankheiten haben viele Menschen bereits Bekanntschaft gemacht. Sie wissen, dass Übelkeit, Durchfälle und Bauchkrämpfe erheblich in der Lebensqualität beeinträchtigen und einen normalen Alltag einschränken. Professionelle Ernährungsberater kennen Mittel und Wege, die den Patienten in dieser Lebenslage helfen. Sie versuchen, gemeinsam mit den Betroffenen einen Maßnahmenkatalog zu erstellen, der Leiden lindert und die Krankheit behandelt. Diese personelle Beratung ist individuell auf den einzelnen zugeschnitten und versucht die Patienten in ihrem Umfeld und ihrer Lebenssituation abzuholen. So können die größten Erfolge erzielt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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