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Gesundheitslexikon: Epidurale Blutung

Epidurale Blutung - traumatische Hirnblutungen im Epiduralraum

Epidurale Blutungen sind traumatische Hirnblutungen im Epiduralraum. Dieser Bereich entspricht dem Abschnitt zwischen den Schädelknochen und der Hirnhautstruktur Dura mater. In den meisten Fällen geht das epidurale Hämatom von einer eingerissenen Arterie aus.

Ursachen

Epiduralhämatome entstehen durch Einblutung und gehen, wie eingangs erwähnt, in der Regel von einem Riss der Arteria meningea media aus. Seltener liegt ihnen die Verletzung eines venösen Sinus zugrunde. Die epidurale Blutung findet häufig im Rahmen von unfallbedingten Schädel-Hirn-Traumen statt. Die Arteria meningea media versorgt die Hirnhautstruktur Dura mater. Besonders eine Verletzung dieser Arterie lässt epidurale Hämatome entstehen, die sich in der Temporalregion ausbreiten. Venöse Blutungen aus unfallbedingten Frakturspalten sind insbesondere bei Kleinkindern eine ebenso wahrscheinliche Ursache für epidurale Hämatome. Rund zwei Drittel aller Patienten mit epiduraler Blutung sind jünger als 40. Frauen sind wesentlich seltener von dieser Art der Hirnblutung betroffen als Männer. Kleinkinder in einem Alter von bis zu zwei Jahren sind am häufigsten von epiduralen Blutungen betroffen, da ihre Schädelstrukturen noch nicht voll gefestigt sind.

Symptome

Blutungen im Gehirn fordern Raum. Daher können sie den Hirndruck ansteigen lassen und sind aufgrund der Einengung unterschiedlicher Hirnstrukturen potenziell lebensbedrohlich. Patienten mit epiduraler Blutung leiden leitsymptomatisch meist an massivem Kopfschmerz. Teilweise ist dieses Leitsymptom mit psychomotorischer Unruhe und Übelkeit bis hin zum Erbrechen vergesellschaftet. Das Bewusstsein kann sich nach einer Epiduralblutung eintrüben. Rund zwei Stunden nach dem ursächlich traumatischen Ereignis erweitert sich einseitig die Pupille. Diese Pupillenerweiterung verweist auf eine Verklemmung des Nervus oculomotorius. Auf der anderen Körperseite stellt sich eine Hemiparese ein, also eine unvollständige Muskel- oder Muskelgruppenlähmung. Die epidurale Blutung fordert Stück für Stück mehr Raum und kann ein Einklemmungssyndrom auftreten lassen, das im Extremfall in den Hirntod mündet. Kleinkinder mit epiduralen Hämatomen zeigen oft erst nach einem halben Tag Symptome, da ihre Fontanellen noch nicht geschlossen und ihre Schädelanteile dehnfähig sind. Für Kleinkinder zählen epileptische Anfälle zu den wichtigsten Spätsymptomen der Epiduralblutung. Außerdem stellt sich durch den Blutverlust gerade bei jüngeren Patienten häufig eine Blutarmut oder ein Schock aufgrund des Blutverlustes ein. In vielen Fällen mündet das epidurale Hämatom nach einem symptomfreien Intervall in ein Koma.

Diagnose

In der Computertomographie zeigt sich bei einer epiduralen Blutung fast immer eine Schädelfraktur mit scharf begrenztem, relativ breitem und bikonvexem oder plankonvexem Hämatom. In den meisten Fällen liegt das Hämatom tempoparietal. Manchmal ist die Gehirnmittellinie durch die Blutung verlagert. Fast immer tragen Patienten von einer epiduralen Blutung bleibende Schäden davon. Die Sterblichkeit ist mit etwa 30 Prozent relativ hoch angesiedelt. Je früher die Blutung jedoch diagnostiziert wird, desto wahrscheinlicher ist eine komplette Regeneration.

Behandlung

Das epidurale Hämatom ist ein lebensgefährlicher Zustand und erfordert eine neurochirurgische Intervention. Bei dieser Intervention wird der Schädel des Patienten geöffnet. Meist entspricht die Operation einer Notoperation, die als Trepanation oder Krönlein-Bohrung umgesetzt wird. Bei der Krönlein-Bohrung bohrt der Arzt hinter und vor dem Ohr in Augenbrauenhöhe, um das Gehirn von Druck zu entlasten. Bei der Trepanation eröffnet der Arzt den knöchernen Schädel dagegen vollständig, um das Hämatom auszuräumen. Welches Verfahren gewählt wird, hängt von der verbleibenden Zeit im Einzelfall ab.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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