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Gesundheitslexikon: Epidemiologie

Grundlagen der Epidemiologie

Als Teilgebiet der Medizin ist die Epidemiologie als eine Art untersuchende Wissenschaft anzusehen. Sie beschäftigt sich mit den Ursachen, Folgen und der Verbreitung von Krankheiten bzw. Problemen. Der Begriff setzt sich aus ‚epi‘, ‚demos‘ und ‚logos‘ zusammen und entstammt dem griechischem Sprachdiktum.

Die Geschichte der Epidermiologie

Der wohl erste epidemiologische Akt wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Herzen von Rom erbracht. Dort entdeckte der Leibarzt des Papstes, Giovanni Maria Lancisi, einen Zusammenhang zwischen Krankheit und Hygiene. Durch zielgerichtete Verbesserungen der hygienischen Zustände konnte ein Rückgang von lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Malaria festgestellt werden. Im Jahre 1854 wurde die bedrohliche Cholera-Infektion vielen zum Verhängnis. Der Mediziner Dr. John Snow, gilt als Bekämpfer der Infektionskrankheit weil er damals die Ursache erfasste. Öffentliche Wasserstellen waren Infektionsquelle und somit Ausgangspunkt für den Cholera-Ausbruch. Des Weiteren gilt Florence Nightingale, Begründerin der westlichen Krankenpflege, als wichtige Grundsteinlegerin für die Entwicklung der Epidemiologie. In Kriegszeiten der Krim machte sie der Öffentlichkeit bewusst, dass Versehrte eher aufgrund von Infektionen starben als an der Wunde selbst. Aufgrund ihrer weitsichtigen Vermutung sammelte sie eine Vielzahl von Daten. Diese bereite sie auf, um sie anschließend einer Analyse zu unterziehen. Eine der ersten Studien?

Methoden der Epidemiologie

Ziel der Epidemiologie ist es, Risikofaktoren im Hinblick auf Krankheiten zu ermitteln. Untersuchungsmethoden sind, wie von Nightingale dargelegt, Studien in unterschiedlicher Form. Die bekanntesten im Überblick sind Querschnitt-, Längsschnitt-, Kohorten- und Fallstudien.

Egal welche Form Anwendung findet, die Datenerhebung ist wesentlicher Bestandteil der Epidemiologie. Hierzu gehören allgemeine Angaben zu Personen, Krankheitsstatus, vorhandene Grunderkrankungen, Geschlecht und mehr. Im Hinblick auf die Daten werden beispielsweise Vergleiche gezogen, um einen etwaigen Risikofaktor ausfindig zu machen. Geht man vom Beispiel der viel verbreiteten Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland aus, würde man Sport als ‚protektiven Faktor‘ bezeichnen. Sport soll vor Herzkrankheiten schützen, heißt es. Als Risikofaktor hingegen wurde zum Beispiel das Inhalieren von Nikotin erkannt.

Die Epidemiologie von heute

Nach den bereits benannten arbeiteten viele Pioniere an der Etablierung des Fachgebiets, wie wir es heute kennen. Einschätzungen aus epidemiologischen Daten sind unerlässlich, um auch vorbeugend Epidemien und Pandemien zu erkennen. Heutzutage geht es aber nicht nur um die Infektionsepidemiologie. Es haben sich im Laufe der Zeit einige Teilgebiete aus dem Fachbereich gebildet, zum Beispiel die Epidemiologie von Haut- und Allergiekrankheiten, Epidemiologie in der Berufswelt, epidemiologische Strategien, Ernährungsepidemiologie, Epidemiologie und Genetik, - Epidemiologie für Herz- Kreislauf, onkologische Epidemiologie, Umweltmedizin und statistische Maßnahmen der Epidemiologie.

Dank vieler Erfassungsmöglichkeiten können Fachleute sich einen schnellen Überblick über mögliche Bedrohungen für die Menschheit machen. Im Zusammenhang mit Tieren bildete sich die sogenannte Epizootiologie heraus. Hinsichtlich der Pflanzenwelt entfaltete sich die botanische Epidemiologie. Viele intelligente, weitsichtige und engagierte Menschen haben es möglich gemacht, ein Bestehen unserer Art durchzusetzen. Ohne die Erfassung zum Nutzen desinfizierender Maßnahmen beispielsweise würden wir als Individuum nicht lange bestehen. Die Ursachenfindung ist zudem Grundbaustein der Diagnosestellung im medizinischen Bereich und damit grundlegend verantwortlich für eine mögliche Heilung.

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