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Gesundheitslexikon: Ephedrin

Ephedrin: medizinischer Wirkstoff oder Partydroge?

Ephedrin kann vor allem aus Pflanzen der Gattung Ephedra extrahiert, allerdings auch synthetisch hergestellt werden. Erstmals wurde es 1885 von Nagayoshi Nagai isoliert und in den 1920er-Jahren als Antiasthmatikum wiederentdeckt. Während Ephedrin-Präparate noch bis 2001 frei verkäuflich waren, sind sie inzwischen aufgrund des Missbrauchspotenzials als Aufputschmittel rezeptpflichtig. Allerdings findet Ephedrin als Wirkstoff in der Medizin immer noch Verwendung. Dies hat der Gesetzgeber aber im Grundstoffüberwachungsgesetz streng reglementiert.

Was ist Ephedrin?

Bei Ephedrin handelt es sich um ein Alkaloid der Ephedra-Pflanze, allerdings wurde die Verbindung auch im Kathstrauch, in der Europäischen Eibe und im Blauen Eisenhut nachgewiesen. In der Medizin findet es heute noch Verwendung bei Asthma bronchiale, da es die Bronchien erweitert, bei Schnupfen (Abschwellen der Schleimhäute), bei Kreislaufschwäche und Narkolepsie. Es gilt allerdings als Mittel der zweiten Wahl, da die Risiken den Nutzen oftmals übersteigen. In höherer Dosierung wirkt Ephedrin euphorisierend, aphrodisierend, Appetit zügelnd und leistungssteigernd. Es verbessert außerdem für kurze Zeit das Selbstwertgefühl. Es wurde deshalb vielfach als Stimulans und als Partydroge missbraucht. Vor allem junge Menschen, die ihre Leistung, ihr Selbstwertgefühl und ihr Durchhaltevermögen steigern wollten, verwendeten Ephedrin als Aufputschmittel. Verschiedene Appetitzügler, die Ephedrin enthielten, wurden aufgrund der Missbrauchsgefahr mittlerweile deswegen vom Markt genommen, obwohl eine Steigerung der Fettverbrennung durch den Wirkstoff erwiesen ist.

Nebenwirkungen und Risiken

Der Konsum von Ephedrin in höherer Dosierung ab 50 Milligramm kann zu verschiedenen Symptomen führen: Darunter sind Angstzustände, Übelkeit und Erbrechen, Schlaflosigkeit, Zittern, Schwitzen, Pulsrasen, Atemnot, Verwirrtheit bis hin zu Halluzinationen, Kopfschmerzen, Delirium und in seltenen Fällen auch Krämpfe zu nennen. Nach Abklingen der Wirkung kann es zu einem ausgeprägten Hangover mit Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit und Mattheit kommen. Bei dauerhaftem Konsum leiden das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit. Nervosität, Bluthochdruck, Gereiztheit, Aggression sowie Leber- und Nierenschäden sind weitere Folgen. Auch psychische Störungen wie Psychosen und Verfolgungswahn können auftreten. Erfolgt der Konsum regelmäßig, kann es zu einer psychischen Abhängigkeit mit Toleranzentwicklung kommen, d. h. es wird eine immer höhere Dosis benötigt, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Als leistungssteigerndes Mittel ist Ephedrin deswegen nicht empfehlenswert. Die genannten Folgeschäden treten vor allem bei Langzeitgebrauch auf, weswegen davon abzuraten ist.

Rechtslage und Gesetzgebung

Seit 2006 sind sämtliche ephedrinhaltigen Präparate rezeptpflichtig, da man festgestellt hat, wie hoch das Missbrauchspotenzial mit allen Folgewirkungen ist. Zudem ist Ephedrin ein Grundstoff für die Herstellung des gefährlichen Methylamphetamins, dem sogenannten Crystal Meth, das in sehr kurzer Zeit zu einer starken Abhängigkeit mit desaströsen gesundheitlichen Folgen führt. All dies hat den Gesetzgeber zu einer strengeren Handhabung veranlasst. Da Ephedrin in Verbindung mit Koffein und Acetylsalicylsäure besonders leistungssteigernd wirkt, ist es bei sportlichen Wettkämpfen als Dopingmittel verboten. Die Verwendung von Ephedrin wurde unter anderem auch deswegen reglementiert, weil der Gesetzgeber zu dem Schluss kam, dass die positiven Effekte des Wirkstoffes auch durch andere ungefährlichere Substanzen erzielt werden können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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