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Gesundheitslexikon: Emphysem

Emphysem: wenn zu viel Luft vorhanden ist

Bei einem Emphysem tritt an ungewohnten oder unangebrachten Körperstellen eine übermäßige Menge an Luft auf. Emphyseme sind immer als Symptom eines krankhaften Körperprozesses zu verstehen. Vielen Emphysemen liegt zum Beispiel ein Pneumothorax zugrunde, bei dem sich Luft im Pleuraspalt sammelt und so die Atmung blockiert.

Was ist ein Emphysem?

Ein Emphysem entspricht der krankhaften Ansammlung von Luft an Körperstellen, die keine oder deutlich weniger Luft enthalten sollten. Ausgeprägte Emphyseme sind oft mit bloßem Auge zu erkennen. Sie sind in jedem Fall ein Anzeichen für krankhafte Körperprozesse. Emphysem sind selbst kein Krankheitsbild, sondern eher ein Symptom. Damit stehen sie symptomatisch meist für übergeordnete Erkrankungen. Das bekannte Lungenemphysem verweise zum Beispiel auf das Spätstadium einer Lungenerkrankung wie den COPD-Erkrankungen. In Ausnahmefällen ist eine übermäßige Luftansammlung an ungewohnter Stelle eine altersbedingte Erscheinung und in diesem Fall durch den normalen Abbau von Gewebe im Alter bedingt. In diesem Zusammenhang ist von einem primär atrophischen Emphysem die Rede. Bei Formen im Rahmen eines krankhaften Körperprozesses handelt es sich um sekundäre Emphyseme.

Welche Arten gibt es?

Emphyseme werden nach ihrer Lokalisation unterschieden. Die wichtigsten Formen sind das Lungenemphysem, das Hautemphysem, das Mediastinalemphysem und das Orbitaemphysem. Letzteres ist eine Luftansammlung im Bereich der knöchernen Augenhöhle. Das Mediastinalemphysem entspricht dagegen einer Luftansammlung im Bereich des Mittelfells, das zwischen den Lungen angesiedelt ist. Das Emphysem der Lungen ist anders als die anderen Arten des Emphysems nicht durch eine Luftansammlung an ungewöhnlicher Stelle, sondern durch eine übermäßige Ansammlung von Luft an den Endigungen der Luftwege gekennzeichnet. Lungenemphyseme gehen mit Atemnot einher. Dasselbe gilt meist für Mediastinalemphyseme, da sie die Atmung blockieren. Emphyseme der knöchernen Augenhöhle oder der Haut müssen dagegen nicht zwingend Symptome verursachen.

Welche Ursachen hat ein Emphysem?

Das Orbitaemphysem entsteht meist im Rahmen von Brüchen der knöchernen Augenhöhle oder Operationen in diesem Bereich. Hautemphyseme gelten als Komplikation im Rahmen einer Erkrankung oder Verletzung von lufthaltigen Organen. Sie können außerdem infolge einer Infektion mit bestimmten Erregern entstehen. Vom Mediastinalemphysem existieren Unterformen. Das spontane Pneumomediastinum entsteht ohne vorausgegangenes Trauma auf Basis einer Lungenerkrankung. Das nicht-spontane Mediastinalemphysem ist die Folge einer Hohlorganverletzung wie der Speiseröhre oder der Lunge. Dieser Art gehen meist Traumata des Brustbereichs oder Tumorleiden voraus. Lungenemphyseme gibt es in angeborener Form. Meist ist eine Fehlanlage der Bronchien die Ursache. Die erworbene Form ist in der Regel durch obstruktive Lungenerkrankungen bedingt, deren Endstadium das Emphysem markiert.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung eines Emphysems richtet sich nach der primären Erkrankung oder dem jeweiligen Krankheitsprozess. Beim Mediastinalemphysem findet zum Beispiel eine Eröffnung des Mediastinalraums statt, damit die Luft entweichen kann. Außerdem wird bei ursächlichem Pneumothorax eine Punktion der Pleura durchgeführt, die mit einer Drainageeinlage kombiniert wird und die Luft auf diese Weise ableitet. Bei einem Orbitaemphysem oder Hautemphysem wird zunächst die Luft durch eine Eröffnung des betroffenen Gebiets abgeleitet. In Kombination dazu wird immer die primäre Ursache behandelt. Beim Lungenemphysem ist eine Heilung ausschließlich durch eine Lungentransplantation möglich. In den meisten Fällen findet trotzdem eine Behandlung statt, die zumindest das Fortschreiten der primären Erkrankung verzögert. Schadstoffe wie das Rauchen werden ausgeschaltet. In Kombination dazu findet eine medikamentöse Therapie statt, die sich am Schweregrad der primären Erkrankung orientiert. Zusätzlich können Physiotherapie und körperliche Trainingseinheiten das Fortschreiten der Erkrankung verzögern.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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