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Gesundheitslexikon: Embryo

Embryo: sensible Frühphase menschlichen und tierischen Lebens

Die Embryonalphase ist die Frühphase der menschlichen Entwicklung. Menschen und auch Tiere entwickeln sich aus einer befruchteten Eizelle, der sogenannten Zygote. Das sich neu entwickelnde Individuum wird solange als Embryo bezeichnet, bis sich seine inneren Organe ausgebildet haben. Das ist etwa in der neunten Schwangerschaftswoche der Fall, von der ab das ungeborene Kind als Fetus bezeichnet wird.

Wie entwickelt sich der Embryo?

Der Embryo ist die Leibesfrucht, die sich durch die Befruchtung der Eizelle im Mutterleib bildet. Das neu gebildete Individuum ist während der ersten drei Monate extrem anfällig für schädliche Einflüsse. Unter der Embryogenese versteht die Wissenschaft den Entstehungsprozess, der zur Entwicklung des Embryos führt. Die menschliche Embryoentwicklung aus einer befruchteten Eizelle nimmt rund acht Wochen in Anspruch und wird auch als Embryonalperiode bezeichnet. Die Embryogenese ist in zwei Abschnitte untergliedert. Die erste Phase entspricht der sogenannten präembryonalen Phase und liegt zwischen der ersten und dritten Schwangerschaftswoche. Während dieser Zeit bilden sich drei Keimblätter: das Mesoderm, das Endoderm und das Ektoderm. Dabei handelt es sich um Cluster aus Gewebe, die durch Zellteilung entstehen und die Stadien der Morula, der Blastozyste und der Zellwanderung im Rahmen der Gastrulationsprozesse durchlaufen. Aus den Gewebeclustern entwickeln sich später die einzelnen Organe des Individuums. Die präembryonale Phase der Embryogenese umfasst sämtliche Entwicklungen der Zygote zur sogenannten Blastozyste. Die Gesamtheit dieser Prozesse wird auch Blastogenese genannt. Ab der vierten Schwangerschaftswoche beginnt die Embryonalphase im engeren Sinn, die bis zur achten Schwangerschaftswoche andauert. Während dieser Zeit entwickeln sich die embryonalen Organe und der Embryo tritt Stück für Stück in die fetale Phase ein.

Rechtliche Hintergründe zur Embryonalphase

Aus rechtlicher Sicht ist bereits bei der befruchteten Eizelle ab dem Zeitpunkt der Kernverschmelzung von einem Embryo die Rede. Damit gilt rechtlich im Grunde jede Zelle mit der Fähigkeit zur Zellteilung und Entwicklung zu einem menschlichen Individuum als Embryo. Zum Umgang mit Embryonen existieren in Deutschland Gesetze, so vor allem das Embryonenschutzgesetz. In diesem Gesetz ist zum Beispiel geregelt, wie viele Embryonen einer Frau bei der künstlichen Befruchtung pro Zyklus übertragen werden dürfen. Außerdem verbietet das Gesetz das therapeutische Klonen und jede anderweitig therapeutische Verwendung oder Forschungsverwendung von Embryonen. Die rechtliche Situation von Embryos unterscheidet sich von Land zu Land. In einigen Ländern gilt der Embryo erst ab dem vierzehnten Entwicklungstag als schützenswertes Wesen. Erst an diesem Tag bildet sich der Primitivstreifens des zentralen Nervensystems. Erst ab der Bildung des Primitivstreifens wird in einigen Ländern von einer Individualität des Embryos ausgegangen. Die Individualität wird als Definitionskriterium für menschliches Leben vorausgesetzt. Damit gelten Embryos vor dem vierzehnten Entwicklungstag in vielen Ländern nicht als vollwertig menschliches Leben, da es ihnen noch an Individualität fehlt. Embryonale Zellen eines extrem frühen Entwicklungsstadiums dürfen daher in vielen Ländern für Experimente der medizinischen Forschung verwendet werden. Häufig beruft man sich in diesen Ländern auch auf die Tatsache, dass der Nutzen der Forschung als weitaus höher zu bewerten ist als der moralische Konflikt.

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